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Breivik prahlte, Zschäpe schweigt – das Medienlog vom Dienstag, 23. Juli 2013

Anlässlich des Jahrestags des Amoklaufs von Utøya vor zwei Jahren drehte sich die NSU-Berichterstattung diesmal auch um die Parallelen zwischen dem Verfahren in München und dem bereits abgeschlossenen Prozess gegen den norwegischen Rechtsextremisten Anders Behring Breivik. Dieser verübte am 22. Juli 2011 Anschläge in Norwegen und tötete 77 Menschen. Er wurde zur Höchststrafe verurteilt: 21 Jahre Haft und anschließende Sicherheitsverwahrung.

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26. Prozesstag – Enver Şimşek und Holger G.

23.-25. Juli

Am 26. Verhandlungstag ging es erneut um den Mord an dem Blumenhändler Enver Şimşek, der bereits am 20. und 21. Prozesstag verhandelt wurde. Şimşek wurde im Jahr 2000 in Nürnberg, mutmaßlich von Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, in seinem Transporter erschossen.

Zum Mord an Şimşek wurden Sachverständige geladen. Ein Rechtsmediziner stellte zunächst das Obduktionsergebnis vor. Demnach wurde der 38-Jährige von insgesamt acht Kugeln getroffen. Die meisten Schüsse trafen ihn im Gesicht.

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Tonbandkassetten und Wirrwarr im Prozess – das Medienlog vom Montag, 22. Juli 2013

Am Wochenende gab es in der deutschen Presselandschaft nur wenige Veröffentlichungen zum NSU-Prozess. Bemerkenswert war darunter zunächst der Artikel von Kai Mudra. Dieser fragt in der Thüringer-Allgemeinen: „Wurden weitere Hinweise auf Zschäpe übersehen?“

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Irritation über die Rolle des V-Manns – das Medienlog vom Freitag den 19. Juli 2013

Die Berichte über den 25. Verhandlungstag drehten sich unter anderem um den Brand in der Zwickauer Wohnung, der verhandelt wurde. Man könne den Verhandlungstag als unspektakulär abhaken, kommentiert der Autor des Bayerischen Rundfunks, doch am Ende sei noch eine spektakuläre Frage gestellt worden: Ob ein V-Mann des Thüringer Verfassungsschutzes zur Radikalisierung des NSU beigetragen habe.

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Mit detaillierten Fragen aus dem Konzept gebracht – das Medienlog vom Donnerstag, 18. Juli

Im Gegensatz zu den vergangenen Tagen berichteten wenige Medien über den jüngsten Verhandlungstag. Thema der Berichte waren erneut die in Protokollen festgehaltenen Aussagen des Mitangeklagten Holger G. und der Brand in der Zwickauer Wohnung. Den Schwerpunkt darauf legt etwa Per Hinrichs in der Welt: „Wer schlief auf der Bombenattrappe im Doppelbett?“

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25. Prozesstag – Holger G./Brand in der Zwickauer Frühlingsstraße

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Am Vormittag wurde der BKA-Beamte weiter befragt, der den Mitangeklagten Holger G. nach seiner Verhaftung vernommen hatte. G.´s Aussagen belasten sowohl Beate Zschäpe als auch den ehemaligen NPD-Funktionär und Mitangeklagten Ralf Wohlleben schwer. Die Verteidiger der Angeklagten befragten den BKA-Beamten und versuchten Widersprüche offenzulegen.

Am Nachmittag referierte ein Ermittler, der nach dem Brand in der Zwickauer Wohnung die Spuren sicherte, die Ermittlungsergebnisse. Zschäpe soll das Feuer in der Wohnung gelegt haben.

Hier eine ausführlichen Prozessbericht über den Verhandlungstag von unserer Autorin Lisa Caspari. Die Berichte über den 25. Prozesstag fassen wir morgen im NSU-Medienlog zusammen.

 

 

„Sie war ein gleichberechtigtes Mitglied“ – Medienlog vom Mittwoch, 17. Juli

Der Mitangeklagte und mutmaßliche Unterstützer der NSU-Terroristen, Holger G., stand im Mittelpunkt des gestrigen Verhandlungstags und deshalb in den heutigen Medienberichten. Exemplarisch findet man das in der Süddeutschen Zeitung („Sie war auf gleicher Höhe“). Die Kommentatorin in der Jungen Welt bringt die Berichterstattung auf den Punkt: G.´s Angaben sind belastend für Beate Zschäpe.

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24. Prozesstag – Wohnungsbrand in Zwickau und Holger G.

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Thema am Vormittag war erneut der Brand in der Mietswohnung in Zwickau, der schon am 15. und 16. Prozesstag verhandelt wurde. Dazu sagte der Brandermittler Frank L. aus, der damals die Spuren sicherte.

Beate Zschäpe soll den Brand im November 2011 vor ihrer Flucht gelegt haben. Angeklagt ist sie deshalb wegen schwerer Brandstiftung – und wegen versuchten Mordes, denn in dem Haus befand sich eine Nachbarin. Die Staatsanwaltschaft will beweisen, dass Zschäpe davon gewusst haben muss.

Am Nachmittag ging es noch mal um die Vernehmungsprotokolle von Holger G., die ein BKA-Beamte gestern referierte und der nun von den Nebenkläger-Verteidigern und den Verteidigern Zschäpes vernommen wurde.

 Hier ein ausführlicher Prozessbericht von unserer Autorin Lisa Caspari. Die Berichte über den 24. Prozesstag fassen wir morgen im NSU-Medienlog zusammen.

 

Zschäpes Fassade und die Brandstiftung in Zwickau – das Medienlog vom Dienstag, 16. Juli 2013

Die Berichterstattung zum nächsten NSU-Verhandlungstag ist heute eher dünn, bemerkenswert sind jedoch drei Artikel. Zum einen „Ohne Worte“ in der Süddeutschen Zeitung, zum anderen „Die unheimliche Zschäpe-Show“ in der Berliner Boulevardzeitung BZ sowie der Bericht von Kai Mudra, der in der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ ) einen Ausblick auf die gesamte Prozesswoche gibt.

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23. Prozesstag – Holger G.

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Die Befragung des BKA-Beamten zu Holger G. dauerte den ganzen Tag. Der Mord an dem Nürnberger Blumenhändler Enver Şimşek, war daher, entgegen der Planung, kein Thema mehr am heutigen Verhandlungstag.

Der BKA-Beamte hatte G. nach dessen Verhaftung vernommen und berichtete dem Gericht von dessen damaligen Angaben. Unter anderem habe G. Beate Zschäpe als „durchsetzungsstark“ bezeichnet, sie sei ein „gleichberechtigtes Mitglied“ gewesen. Zudem hätte sie die Finanzen im Griff gehabt und keine Entscheidung sei ohne sie gefällt worden.

Der Vorwurf der Mittäterschaft gegen Zschäpe stützt sich in wesentlichen Teilen auf G.´s Angaben. G. hatte jedoch vor Gericht bislang nur eine Erklärung verlesen lassen und hat sich nicht bereit erklärt auszusagen.

Hier ein ausführlicher Prozessbericht von unserer Autorin Lisa Caspari. Die Berichte über den 23. Verhandlungstag  fassen wir morgen im NSU-Medienlog zusammen.