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Fünf Jahre Lehman und nichts gelernt

 

In der Finanzpresse wird gerade das fünfjährige Jubiläum der Pleite von Lehman Brothers begangen. Sie gilt als der Beginn der Finanzkrise, in der die OECD-Länder immer noch stecken. Ich würde den Beginn allerdings eher auf den Sommer 2007 datieren, als der amerikanische Hypothekenmarkt zusammenbrach, der europäische Geldmarkt auf einmal illiquide wurde und die Düsseldorfer IKB gerettet werden musste. Die Banken hatten sich damals plötzlich nicht mehr gegenseitig über den Weg getraut, weil sie den Verdacht hatten, dass sich viele von ihnen mit amerikanischen (asset backed) „Wertpapieren“ verzockt hatten – was sich ja bald als zutreffend erwies. Im Sommer und Herbst des Jahres 2007 begann sowohl in den reichen Ländern als auch in den wichtigsten Schwellenländern ein starker Rückgang der Aktienkurse und – wenn auch nur in den Ländern mit guter Bonität – ein scharfer Rückgang der Anleiherenditen.

Wie auch immer, jetzt sind fünf oder sechs Jahre ins Land gegangen, aber die Arbeitslosenzahlen sind immer noch nicht richtig gesunken (Deutschland ist eine erfreuliche Ausnahme), überall gibt es große Kapazitätsreserven, die Inflationsraten liegen deutlich unterhalb ihrer Zielwerte und die Zentralbanken versuchen durch Gelddrucken und mit Leitzinsen von fast null Prozent Haushalte und Unternehmen dazu zu bewegen, doch bitte endlich wieder mehr Schulden zu machen, Geld auszugeben und so die Konjunktur in Schwung zu bringen. Das gelingt nicht so richtig. Andererseits ist es wohl normal, dass sich Rezessionen lange hinziehen, wenn sie durch das Platzen von kreditfinanzierten Aktien- und Immobilienblasen wesentlich mitverursacht worden sind, siehe Japan. Es braucht seine Zeit, bis Haushalte, Banken und Staaten ihre Finanzen wieder in Ordnung gebracht haben – Schuldenabbau verträgt sich nicht mit einer starken Expansion der Nachfrage.

Keineswegs normal ist aber, dass es den Politikern und den Aufsehern nicht gelungen ist, das Finanzsystem, das uns die Probleme eingebrockt hat, so zu stabilisieren, dass ähnliche Krisen nicht noch einmal passieren können. Zwar sind einige Exzesse inzwischen beseitigt worden, die Banken sind besser kapitalisiert und ich vermute, dass die Banker zumindest für eine Weile nicht mehr so leichtfertig Kredite vergeben. Allerdings gibt es nach wie vor Entwicklungen und Strukturmerkmale im Banken- und Finanzsektor, die das System destabilisieren können. Gillian Tett hat kürzlich in der Financial Times sechs Tendenzen aufgelistet, die genau in die falsche Richtung gehen.

1. Die großen Banken sind größer als vor der Krise. Mehr als zuvor können sie sich darauf verlassen, dass sie nicht in Konkurs gehen werden. Sie sind „too big to fail“. Lehman Brothers wird es nicht mehr geben. Im Grunde ist das eine Einladung an die neuen Giganten, große Risiken einzugehen – die Steuerzahler werden sie schon raushauen.

2. Laut Financial Stability Board (FSB) ist das weitgehend unkontrollierte System der Schattenbanken inzwischen auf ein Volumen von 67 Billionen Dollar gewachsen, oder um 13,5 Prozent gegenüber 2008. Der Trend wird sich vermutlich fortsetzen, weil Banken bestimmte Aktivitäten nicht mehr erlaubt sind, auch wenn das FSB betont, dass die Geschäfte der Banken mit Hedge- und Private Equity-Funds genauer überwacht würden. Wer’s glaubt!

3. Die Anleger sind nach wie vor fest davon überzeugt, dass die Zentralbanken wissen was sie tun. Da vertun sie sich vermutlich: Es hat so etwas wie das „quantitative easing“ oder eine jahrelange Nullzinspolitik noch nie gegeben. Wo soll die Erfahrung herkommen? Auch die Notenbanken wissen nicht, wann und wie sich die Leitzinsen „normalisieren“ lassen, oder um wie viel und über welchen Zeitraum hinweg sie das Gelddrucken per „quantitative easing“ zurückfahren sollten, und wie das auf die Realwirtschaft wirkt. Die Anleger stellen die gesamtwirtschaftliche Schlüsselrolle der Fed oder der EZB zu wenig infrage. Die Notenbanken haben kein viel besseres Verständnis der ökonomischen Wirkungszusammenhänge als sie selbst. Sie haben es schließlich sehenden Auges zu gefährlichen Blasen bei den Vermögenspreisen kommen lassen.

Grafik: Expansion der Zentralbankbilanzen seit 2007
Expansion der Zentralbankbilanzen seit 2007 (Jan. 2007=100)

Grafik: Leitzinsen der vier wichtigsten Notenbanken seit 2007
Leitzinsen der vier wichtigsten Notenbanken seit 2007

4. Die Reichen sind immer reicher geworden. Obwohl die Menschen fast überall wütend sind über die sehr ungleiche Einkommensverteilung (Tea Party, Occupy Wall Street), ist sie in den letzten Jahren noch ungleicher geworden. Ein Nebeneffekt der expansiven Geldpolitik besteht darin, dass die Vermögenspreise, also die Aktienkurse und Immobilienpreise, tendenziell steigen. Vor allem die kleine Gruppe der Aktienbesitzer hat davon profitiert. Die Aktienindices sind in den USA und Deutschland trotz der schlechten Konjunktur heute deutlich höher als vor der Krise.

Grafik: Deutscher und amerikanische Aktienindex seit 2003
Deutscher und amerikanischer Aktienindex seit 2003

5. Es hat praktisch keine strafrechtliche Verfolgung derjenigen Financiers gegeben, die für die Verschuldungsblase verantwortlich waren. Auch die Rating-Agenturen sind ziemlich ungeschoren davongekommen. Nach der amerikanischen Savings&Loan-Krise der frühen neunziger Jahre waren nicht weniger als 2000 Banker rechtswirksam verurteilt worden.

6. Die inzwischen voll verstaatlichten Hypothekenfinanzierer Fannie und Freddie Mac sind noch größer als vor Ausbruch der Finanzkrise, für den sie ein gerüttelt Maß an Verantwortung tragen, einschließlich des Lehman-Konkurses. Sie kontrollieren heute 90 Prozent des Hypothekenmarkts, verglichen mit 60 Prozent vor der Krise. Und sie stimulieren mit verbilligten Krediten den Wohnungsbau. Ich habe gerade nachgesehen: Von Anfang 2011 bis vergangenen Juli ist die Anzahl der Baugenehmigungen um nicht weniger als 74 Prozent gestiegen – das Niveau ist nach wie vor niedrig, aber es geht schon fast wieder so rund wie vor der Krise; die amerikanischen Immobilienpreise wiederum haben seit ihrem Tiefpunkt im März 2012 um 19 Prozent zugelegt („Case-Shiller-Index“) und bewegen in Richtung ihrer früheren Höchststände. Es sieht so aus, als sollten die alten Verhältnisse wieder hergestellt werden!

Gillian Tett kommt zu dem Schluss, dass keines dieser sechs strukturellen Probleme gelöst sei. Ich kann mich dem nur anschließen, finde aber, dass es auf mindestens zwei weiteren Feldern noch dringend Reformbedarf gibt:

7. Die Boni der Banker müssen unbedingt begrenzt werden. Es darf keinen Anreiz geben, große Risiken einzugehen und dadurch reich zu werden, wenn es nicht gleichzeitig bedeutende finanzielle oder strafrechtliche Sanktionen gibt, wenn die Sache nicht aufgeht.

8. Nach wie vor ist die Eigenkapitalausstattung der Banken – auch die neuerdings angestrebte höhere – viel zu gering; dadurch sind sie sehr anfällig bei einem scharfen Anstieg der Leitzinsen oder einer plötzlichen tiefen Rezession, etwa im Gefolge eines Ölschocks. Das wiederum begrenzt den Bewegungsspielraum der Zentralbanken: Sie können unter Umständen nicht so wie möchten. Die niedrigen Eigenkapitalquoten stellen im Übrigen eine Subvention des Bankensektors dar. Die im Vergleich zur normalen Industrie aberwitzigen Renditen auf das Eigenkapital sind nur deshalb möglich, weil ihnen die Aufseher erlauben, mit extrem viel Fremdkapital zu operieren. Es wäre viel gewonnen, wenn den Banken in dieser Hinsicht ihr Sonderstatus genommen würde (ich bin darauf näher in meiner Besprechung des Buches von Admati und Hellwig: „The bankers‘ New Clothes“ eingegangen).

Das Problembewusstsein ist bei den Politikern vermutlich vorhanden, und auch in der Öffentlichkeit herrscht der Eindruck vor, dass die Banken an die Leine gelegt werden müssten. Auf eine intensive öffentliche Diskussion warte ich aber bislang vergeblich.

43 Kommentare

  1.   Huthmann

    Genau so ist es! Volle Zustimmung!

    Zustimmung auch Mark Schieritz, der in der ZEIT der letzten Woche einen meiner Ansicht nach völlig zutreffenden Artikel über die Ursache der Finanzkrise geschrieben hat:

    das Nettokreditwachstum seit den 80ziger Jahren war die Ursache,

    d.h. die Verschuldung (auch – mein Zusatz) der privaten Haushalte über das Bankensystem hat zu einem unnatürlich aufgeblasenen Welt-BIP und zu unnatürlich aufgeblasenen Asset-Preisen geführt.

    Der Weg weiter ist klar und völlig normal: Bilanzrezession mit geringen Wachstumsraten wenn überhaupt und Asset-Preise, die nachhaltig unter Druck geraten.

    MFG

  2.   DR

    @ Dieter Wermuth

    „Obwohl die Menschen fast überall wütend sind über die sehr ungleiche Einkommensverteilung (Tea Party […]“

    Fordert Sarah Palin neuerdings höhere Steuern für Reiche und einen größeren Sozialstaat?


  3. @DW

    Die Akteure die damals aus innerer Überzeugung heraus das Finanzsystem den Wandel zum Status von 2007 ermöglicht haben sind immer noch an den Hebeln der Macht. Was erwarten Sie? Dass die Herren ihre Fehler eingestehen? (Welche Fehler? Das Geld ist doch da gelandet wo es hin sollte, nach oben zur eigenen Klientel!)

    Die Diskussion die Sie einfordern gibt es doch, die PDS versucht Sie immer wieder zu führen. Die Diskussion kommt aber nicht in Gang, weil immer noch eine Mehrheit der Menschen glaubt aus diesem System als Gewinner rauszuspazieren, nicht nur in London, auch hier glauben noch viele das Steuererhöhungen und Umverteilung Teufelszeug sind, die unseren Wohlstand ruinieren, der Neoliberalismus ist ganz, ganz tief in die Überzeugungen der breiten Bevölkerung eingesickert.

    Die PDS führt diese Diskussion auch nur so laut, weil diese Partei bei den (vermeintlichen) Profiteuren des Finanzcasinos nix zu verlieren hat, bei SPD und Grünen sieht das schon anders aus und entsprechen mild und homöopathisch fällt die Diskussion aus.

  4.   Dietmar Tischer

    @ Dieter Wermuth

    >Keineswegs normal ist aber, dass es den Politikern und den Aufsehern nicht gelungen ist, das Finanzsystem, das uns die Probleme eingebrockt hat, so zu stabilisieren, dass ähnliche Krisen nicht noch einmal passieren können.>

    Es IST normal, dass die Stabilisierung nicht gelungen ist.

    Ich habe hier schon zu Zeiten der Lehman-Krise gesagt:

    Es geschieht NUR so lange etwas, wie ALLE am schwarzen Loch stehen und in einen bodenlosen Abgrund sehen. Danach verschaffen sich die EINZELINTERESSEN Geltung.

    Da nach Lehman Alle in einer derartigen Situation waren, geschah durch Absichtserklärungen, Vereinbarungen, Zielsetzungen wie z. B. bei der Eigenkapitalausstattung der Banken, tatsächlich etwas.

    Es geschah auch etwas, wie Sie richtig schreiben, durch das Agieren der Zentralbanken.

    MEHR konnte nicht geschehen NACH Beruhigung der Lage, weil – unabhängig von den systemischen Risiken – der Finanzsektor für entscheidende Länder wie USA und GB so groß und bedeutend ist, dass kein national agierender Politiker es wagen kann, hinreichend „rücksichtslos“ einzugreifen.

    Wenn z. B. die Londoner City „demontiert“ würde, dann bekäme London eine Lungenentzündung (möglicherweise mit wieder brennenden Quartieren) und GB eine Grippe.

    Das will niemand.

    Deshalb weiter so bis zur nächsten Finanzkrise.

  5.   Henry Kaspar

    Sorry aber mir ist das zu beliebig und zuviel geht durcheinander – bei Tett wie (eher untypisch) bei Wermuth. Es liest sich wie „mir passt die janze Welt nicht“, und dann steht da alles gelistet was nur gelistet werden kann, ob kritisch oder nebensaechlich, und auch wenn es zueinander in Widerspruch steht.

    Beispiel: sollen Fed und EZB jetzt die Depression bekaempfen oder nicht? Das geht aus 3 nicht hervor – nur dass die Welt irgendwie unsicher ist und man den Notenbanken nicht vollstaendig vertrauen soll. Fein und unwidersprochen, aber was folgt daraus? Mehr QE, oder weniger? Oder anders? Oder gar nicht? Und warum?

    5 stellt es als Quasi-Fakt dar, dass QE nur die Reichen Reicher macht und neue Blasen erzeuge. Dabei gibt es nur sehr wenige Anzeichen fuer strukturelle Uebervewertung von Aktienpreisen, und gar keine fuer Ueberbewertung von Immobilienpreisen. Ganz im Gegensatz zu vor dem Platzen der Aktien- und Immobilienblasen. Zugleich sind Assetpreise nunmal ein Kern-Transmissionmechanismus von Geldpolitik. Sollen die Zentralbanken darauf verzichten, nur weil die Sozial- Bildungs- und Steuerpolitik ihre Hausaufgaben nicht macht? Sprich: vor der Krise hiflos die Waffen stecken?

    Zu 6 – auf jede Depression folgt ein Aufschwung mit temporaer hoeheren Wachstumsraten, bis sich die Lage normalisiert hat. Auch auf dem Immobilienmarkt. Soll die Politik den blockieren, nur weil vor der Krise die Immobilienpreise zu stark gestiegen sind? D.h., sollen Hauseigentumer und die gesamte Volkswirtschaft mit permanent zu niedrigen Assetpreisen und zu geringer gesamtwirtschaftlicher Nachfrage „bestraft“ werden, weil Assetpreise und Nachfrage vor der Krise zu hoch waren? Wenn ja, warum?

    Zu 2: das Problem ist doch nicht – und war es nie – dass es Schattenfinanzinstitutionen gibt (also: non-deposit taking instituions)! Sondern dass das Schattensystem Risiken mit dem Kern-Finanzsystem so verbunden war, dass sich daraus Risken fuer den Kern ergaben, und damit fuer die Finanzintermediatoin der gesamten Volkswirtschaft. Auf die saubere Abtrennung des Schattenfinanzsystems vom Kernfinanzsystem zielen ja gerade Vorschlaege wie die Volcker-Rule – die von jenen Instituionen, die sich auf beiden Schauplaetzen tummeln wollen (wie Investmenbanken) torpediert werden. Aber kein vernuenftiger Mensch hat jemals vorgeschlagen dass es jetzt z.B. keine Investmentsfonds (=Schattenfinanzsystem) mehr geben soll. Sie sollen nur nicht von Banken betrieben werden, die Kundeinlagen annehmen.

    1 und 8 hingegen scheinen mir kritisch, aber das geht fast unter, weil soviel Unerhebliches und Widerspruechliches dazwischen steht. „Ich bin gegen alles“ ist keine brauchbare Position.

    Gruss,
    HK

  6.   Dieter Wermuth

    @ Henry Kaspar

    Stimmt, es ist keine besonders systematische oder erhellende Analyse. Werde mich bessern. DW

  7.   Dietmar Tischer

    @ Henry Kaspar # 5

    Ich denke, dass ich Sie verstehe und meine, dass Sie auf RICHTIGES verweisen.

    Gleichwohl sehen Sie m. A. n. die Dinge zu einseitig.

    Denn es gibt zwei UNTERSCHIEDLICHE Fragenkomplexe:

    A:
    Was war/ist unter den gegebenen Umständen am besten zu tun, damit die AKTUELLE Krisensituation sich nicht noch mehr verschlimmert?

    B:
    Sind die Probleme, so wie sie verstanden werden – ob richtig oder falsch einmal außen vor – im Wesentlichen so gelöst worden, dass die Risiken für ZUKÜNFTIGE Krisen gemindert sind?

    Die Veränderungen im Finanzsektor inkl. Notenbanken seit der Lehman-Krise kann man mit Blick auf A oder B bewerten.

    Da es ein und dieselben Veränderungen sind, die bewertet werden – aber eben gemessen an unterschiedlichen Bewertungskriterien A und B –, gibt es auch unterschiedliche „Noten“ für diese Veränderungen.

    Auf dieser Basis würde ich urteilen:

    Bewertet nach A (und unter Einbeziehung strukturell eklatanter Schwächen des demokratischen Politbetriebs) sind die Dinge unterm Strich ganz ORDENTLICH gelaufen.

    Bewertet nach B sind die Dinge bei weitem nicht so gut gelaufen, wahrscheinlich stellt der Finanzsektor immer noch ein sehr erhebliches, in seiner Dimension vermutlich (noch) nicht voll erkanntes Risiko dar.

  8.   Henry Kaspar

    @ Tischer

    Ich habe da keinen Dissenz mit Ihnen, aber das Problematische an Tetts Thesen scheit mir dass sie beides durcheinanderwerfen.

    Was die Strukturprobleme des Finanzsystems angeht so bestehen viele davon weiter fort. Das ist schlecht und heisst dass wir uns wohl auf weitere Boom-Bust Zyklen einrichten muessen. Davon ist die Rede in Punkten 1 und 5, auf konfuse Weise in 2, auf eher unsinnige Weise in 6 (Freddie und Fannie ist eins, ein anderes ist es die Erholung der Immobilienpreise zu beklagen). Wermuth haengt zurecht 8 an.

    Bei Punkten 3 und 4 aber geht es nicht um Strukturfragen des Finanzsystems sondern um Makroffragen (bei 4 irgendwie auch Einkommenspolitik; bei 6 wurschtelt Wermuth noch ein bisschen Makro mit rein). Und hier geht’s in die falsche Richtung. Die Tatsache dass Makropolitik vor der Krise zu lose war ist gerade KEIN Grund dafuer, dass sie in der Krise restriktiv sein soll. Dies verstaerkt nur den Fehler vor der Krise – naemlich pro- statt antizyklischer Makropolitik – und macht die Sache damit schlimmer.

    Gruss,
    HK

  9.   Dietmar Tischer

    @ Henry Kaspar

    Bin d’accord mit Ihrer differenzierenden Bewertung.

    Das wirklich Ärgerliche ist, dass VERFEHLTE Schlussfolgerungen gezogen werden, weil die unterschiedlichen Aspekte in der Diskussion nicht auseinander gehalten werden.


  10. Das QE der FED war wohl im wesentlichen notwendig, obwohl der Ausstieg nicht so leicht sein wird. Mir wäre es lieber gewesen die FED hätte das Geld nicht an die Banken verteilt, sondern an die Bürger. Bei 29 Bill. $ insgesamt wären das je Einwohner in den USA wohl so um die 100000$ gewesen. Der konjunkturelle Effekt wäre wohl sehr viel deutlicher zu spüren gewesen, selbst wenn einige Banken mehr dabei über den Jordan gegangen wären. Auf jeden Fall hätten dann mehr Leute etwas davon gehabt.