Keine Berichte zum NSU-Prozess

Am Dienstag, 21. Februar, gibt es keine Berichte in den deutschen oder englischsprachigen Onlinemedien.

An jedem Werktag sichten wir für das NSU-Prozess-Blog die Medien und stellen wichtige Berichte, Blogs, Videos und Tweets zusammen. Wir freuen uns über Hinweise via Twitter mit dem Hashtag #nsublog – oder per E-Mail an nsublog@zeit.de.

Das nächste Medienlog erscheint am Mittwoch, 22. Februar 2017.

 

349. Prozesstag – Stellungnahme zu Carsten S.

Zu Wochenbeginn geht es erneut um den Mitangeklagten Carsten S., der die NSU-Pistole Ceska 83 besorgt und an das untergetauchte Trio haben soll. Mit der Waffe wurden neun Menschen erschossen.

Geladen ist ein Mitarbeiter der Jugendgerichtshilfe von Düsseldorf, S.‘ letztem Wohnort. Er hatte bereits vor zwei Jahren ausgesagt.

Als wahrscheinlich gilt, dass S. dem Gutachten des Psychiaters Norbert Leygraf folgend nach Jugendstrafrecht verurteilt wird, weil er er zur Tatzeit im Jahr 2000 noch ein Heranwachsender war und womöglich noch nicht die vollständige Reife entwickelt hatte. Die Anwälte des ebenfalls Angeklagten Ralf Wohlleben, der den Waffentransport organisiert haben soll, hatten erfolglos versucht, den Psychiater für befangen erklären zu lassen. S. ist im Verfahren ein entscheidender Belastungszeuge für Wohlleben.

Informationen aus der Verhandlung gibt es via Twitter hier. Die Berichte darüber fassen wir morgen im NSU-Medienlog zusammen.

 

Zweifel an Zschäpes Wunschgutachter – Das Medienlog vom Montag, 20. Februar 2017

Beate Zschäpe beabsichtigt, sich von dem Psychiater Joachim Bauer begutachten zu lassen, nachdem sie sich jedem Gespräch mit dem vom Gericht bestellten Sachverständigen Henning Saß verweigert hatte. Der Schritt ist überraschend – auch im Hinblick auf Bauers Qualifikation. „Kollegen sagen, sie wüssten nicht, dass er sich auf die Psychologie von Straftätern spezialisiert hätte“, berichten Rainer Stadler und Annette Ramelsberger von der Süddeutschen Zeitung, die im Umfeld des Freiburgers recherchiert haben. Ob er in dem hochspezialisierten Gebiet der forensischen Psychiatrie überhaupt schon einmal ein Gutachten erstattet hat, sei unbekannt. Im Übrigen sei das Gericht nicht verpflichtet, den Sachverständigen anzuhören.

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Das nächste Medienlog erscheint am Dienstag, 21. Februar 2017.

 

Zschäpes Vorstoß könnte den Prozess verlängern – Das Medienlog vom Freitag, 17. Februar 2017

Einem Gespräch mit dem Psychiater Henning Saß hatte sich Beate Zschäpe stets verweigert. Jetzt aber hat sich die Hauptangeklagte offenbar bereit erklärt, sich explorieren zu lassen – allerdings von dem Freiburger Psychiater Joachim Bauer, wie die Süddeutsche Zeitung und andere Medien berichten.

Ihr Anwalt Mathias Grasel beantragte demnach eine Dauerbesuchserlaubnis für Bauer in der Untersuchungshaft. In einem Brief an das Gericht teilt Grasel mit, Zschäpe wolle sich „gegebenfalls“ explorieren lassen, um nach dem „in meinen Augen wenig belastbaren Gutachten“ von Saß eine zweite Meinung einzuholen. Kommt es zur Exploration, „ist davon auszugehen, dass Bauers Beurteilung deutlich positiver ausfällt als die von Saß“, schreibt Autorin Wiebke Ramm in der Süddeutschen (kostenpflichtig).

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Zschäpe will sich doch noch öffnen

Beate Zschäpe will nun doch mit einem psychiatrischen Gutachter reden – jedoch nicht mit dem, der sie für schuldfähig erklärt hatte. Kommt es dazu, würde sich das Verfahren wohl um Monate verlängern.

Lange Gespräche führen, sich öffnen, im eigenen Inneren nach Antworten suchen: Das hat Beate Zschäpe dem Psychiater Henning Saß verweigert. Saß war von den Richtern im NSU-Prozess als Sachverständiger engagiert worden. Weil Zschäpe jedes Gespräch ablehnte, verfasste er das psychiatrische Gutachten schlicht ohne die Mitwirkung der Hauptangeklagten.

Nun die Wende: Zschäpe erwägt, sich doch einer sogenannten Exploration zu unterziehen, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet. Befragen lassen will sie sich jedoch nicht von Saß, sondern von dem Freiburger Professor Joachim Bauer, der als Psychotherapeut am Universitätsklinikum praktiziert.

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Zschäpe-Verteidigung will andere sprechen lassen – Das Medienlog vom Donnerstag, 16. Februar 2017

Anders als vorgesehen stellte Beate Zschäpes Wahlverteidiger Hermann Borchert am Mittwoch noch nicht den Antrag, eine Gefängnisaufseherin zu laden, die über Zschäpes Verhalten in der Untersuchungshaft berichten soll. Dazu soll es erst nächste Woche kommen. „Die Frage bleibt, warum Borchert den Umweg über die Gefängniswärterin geht und nicht doch Zschäpe selbst sprechen lässt“, merkt Wiebke Ramm in der Süddeutschen Zeitung an. Die Hauptangeklagte hatte sich bislang nur höchst knapp geäußert oder durch ihre Anwälte. Auf Frage eines Nebenklageanwalts deutete der psychiatrische Gutachter Henning Saß an, die Aussage der Wärterin würde seinen Eindruck von Zschäpe kaum ändern.

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348. Prozesstag – Rechtes Treffen im Norden

Als Zeuge geladen ist heute ein Beamter des Thüringer Verfassungsschutzes. Er soll Angaben machen zu einem rechtsextremistischen Treffen im niedersächsischen Hetendorf, den Hetendorfer Tagungswochen. Daran soll im Juni 1997 auch Beate Zschäpe teilgenommen haben, gemeinsam mit dem Zeugen André K. Die Veranstaltung war brisant: Organisator war der Neonazi Jürgen Rieger, eine Größe der Szene. Die Teilnahme kann ein Hinweis auf weitreichende Kontakte des NSU in rechte Kreise sein.

Informationen aus der Verhandlung gibt es via Twitter hier. Die Berichte darüber fassen wir morgen im NSU-Medienlog zusammen.

 

Verteidiger will Zschäpe-Wärterin vorladen – Das Medienlog vom Mittwoch, 15. Februar 2017

Beate Zschäpes Wahlverteidiger Hermann Borchert überrascht mit einem ungewöhnlichen Plan: Der Anwalt kündigte an, am Mittwoch die Ladung einer Gefängniswärterin zu beantragen, die mit der Hauptangeklagten in der Münchner Haftanstalt Kontakt hatte. Sinn ist offenbar, den psychiatrischen Gutachter Henning Saß zu widerlegen, der bei Zschäpe im Prozess keinerlei emotionale Betroffenheit beobachtet und sie als weiter gefährliche Hangtäterin eingestuft hatte. „Die geplante Aussage der JVA-Beamtin liefe einmal mehr konträr zu der Strategie von Zschäpes sogenannten Altverteidigern“, schreibt Wiebke Ramm in der Süddeutschen Zeitung. Die hatten stets versucht, Zschäpes persönliches Leben aus dem Prozess herauszuhalten.

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347. Prozesstag – Anwälte befragen Sachverständigen

Psychiater Henning Saß wird heute weiter von den Anwälten der Hauptangeklagten Beate Zschäpe vernommen. Er soll Fragen zu seinem Gutachten über Zschäpe beantworten. Die Verteidiger kritisieren Saß‘ Gutachten, weil es ihrer Meinung nach methodische Schwächen habe und Beobachtungen über ihre Mandantin möglicherweise nur selektiv darin eingeflossen sind.

Saß kommt in der Expertise zu dem Schluss, dass Zschäpe weder durch Alkohol noch durch eine psychische Krankheit in ihrer Schuldfähigkeit beeinträchtigt war. Stimmt die Version der Anklage über Zschäpes Beitrag zur Tat und nicht die ihrer eigenen Aussage dazu, hält er zudem die Voraussetzungen für eine Sicherungsverwahrung für erfüllt.

Der Sachverständige hat die Angeklagte von Verfahrensbeginn an im Sitzungssaal beobachtet, Schilderungen von Zeugen verarbeitet und Aktenmaterial gesichtet. Einem Gespräch mit ihm hat sich Zschäpe nicht gestellt, auch seine Fragen im Prozess nicht beantwortet. Sie äußerte sich lediglich zu den Gefühlen, die sie während des Verfahrens empfunden haben will.

Informationen aus der Verhandlung gibt es via Twitter hier. Die Berichte darüber fassen wir morgen im NSU-Medienlog zusammen.

 

Keine Berichte zum NSU-Prozess

Auch am Dienstag, 14. Februar, gibt es keine Berichte in den deutschen oder englischsprachigen Onlinemedien.

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Das nächste Medienlog erscheint am Mittwoch, 15. Februar 2017.