Das NSU-Prozess-Blog

Der tägliche Blick nach München. Was wird verhandelt? Wie berichten die Medien?

Keine Berichte zum NSU-Prozess

Von 29. Juli 2014 um 07:45 Uhr

Auch am Dienstag, 29. Juli, gibt es keine Berichte in den deutschen oder englischsprachigen Onlinemedien.

An jedem Werktag sichten wir für das NSU-Prozess-Blog die Medien und stellen wichtige Berichte, Blogs, Videos und Tweets zusammen. Wir freuen uns über Hinweise via Twitter mit dem Hashtag #nsublog – oder per E-Mail an nsublog@zeit.de.

Das nächste Medienlog erscheint am Mittwoch, 30. Juli 2014.

Kategorien: Medienschau

131. Prozesstag – Brüder von André E. und ein schweigender Fluchthelfer

Von um 07:00 Uhr

Familientag im Gericht: Am Dienstag sind die Brüder des Mitangeklagten André E., Maik und Ronny, als Zeugen geladen. André E. war im November 2011 von einem Polizeikommando in der Brandenburger Wohnung seines Zwillingsbruders Maik festgenommen worden. Fraglich ist, ob sich die beiden äußern. Ronny E. sagte zumindest bei der Polizei aus und behauptete, nicht in der rechten Szene verkehrt zu haben. Als Geschwister eines Angeklagten können beide die Aussage verweigern.

Fortgesetzt wird zudem die Vernehmung von Thomas R. Der Zeuge soll das Trio aus Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt nach dessen Abtauchen im Jahr 1998 bei sich zu Hause aufgenommen haben. Bei der Befragung könnte Richter Manfred Götzl erstmals im Prozess ein Ordnungsgeld verhängen – denn während seines ersten Gerichtstermins hatte sich R. geweigert, seine Verbindungen zum rechtsradikalen Netzwerk Blood & Honour offenzulegen. Sollte er dabei bleiben, dürfte Götzl durchgreifen.

Außerdem ist ein Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs geladen, der den Beschuldigten Matthias D. vernommen hatte. D., der für das Trio zwei Wohnungen mietete, verweigerte Anfang Juli die Aussage. Vor dem Richter hatte er sich allerdings geäußert.

ZEIT ONLINE berichtet aus München und fasst den Prozesstag am Abend auf diesem Blog zusammen. Informationen aus der Verhandlung gibt es via Twitter hier. Weitere Berichte stellen wir morgen im NSU-Medienlog zusammen.

Kategorien: Prozesstage

Das große Netzwerk des Nazis Thomas G. – Das Medienlog vom Freitag, 25. Juli 2014

Von 25. Juli 2014 um 09:19 Uhr

Es ist eine Verbindung, über die die Nebenkläger im NSU-Prozess gerne mehr erfahren würden: auf der einen Seite das militante Neonazi-Netzwerk Hammerskins, auf der anderen der rechtsterroristische Nationalsozialistische Untergrund. Und dazwischen: der Zeuge Thomas G., dem bei seiner nächsten Vernehmung in München ein Ordnungsgeld droht. Denn über die Hammerskins will G. im Gericht nichts sagen. Dass er einiges zu erzählen hätte, gilt jedoch als gesichert: “Der quirlige, sprachbegabte Neonazi [G.] kennt die autoritären Strukturen seiner Szene bestens”, urteilt Andrea Röpke im Blog Blick nach rechts, in dem sie das Netzwerk um G. beleuchtet.

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Kategorien: Medienschau

Die dreiste Aussage eines V-Manns – Das Medienlog vom Donnerstag, 24. Juli 2014

Von 24. Juli 2014 um 09:12 Uhr

Der Trubel um Zschäpes Misstrauensantrag hat sich gelegt, es geht weiter wie üblich im NSU-Prozess: mit Szenezeugen, die sich an nichts erinnern oder gar nicht erst erscheinen. Letzteres war der Fall für Thomas B., der sich entschuldigen ließ, weil er auf dem Weg nach München in einer Kneipe hängengeblieben war. Ersteres galt für Andreas R., einen mutmaßlichen NSU-Unterstützer. Er habe “sich im Lauf der Verhandlung als einer der bisher dreistesten Zeugen” erwiesen, resümiert Gisela Friedrichsen von Spiegel Online – was daran gelegen haben könnte, dass er dem NSU-Trio erstaunlich nahe gekommen war.

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Kategorien: Medienschau

Kein guter Tag für Zschäpe – Das Medienlog vom Mittwoch, 23. Juli 2014

Von 23. Juli 2014 um 09:54 Uhr

Vor einer emotionalen Zeugenbefragung sagte Richter Manfred Götzl offiziell das Erwartete: Beate Zschäpes Antrag auf Entpflichtung ihrer Verteidiger Wolfgang Heer, Anja Sturm und Wolfgang Stahl sei abgelehnt. Die Begründung ihres Misstrauens enthalte keine “konkreten und hinreichenden Anhaltspunkte”. Der Schritt Zschäpes habe “eine prozessual brisante Situation heraufbeschworen, die noch lange nicht beigelegt ist”, kommentiert Gisela Friedrichsen für Spiegel Online. Fraglich sei, ob sie sich künftig gut beraten fühlen werde.

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Kategorien: Medienschau

130. Prozesstag – Szenekamerad aus Thüringen im Zeugenstand

Von um 07:00 Uhr

Am Mittwoch ist der Zeuge Andreas Ra. nach München geladen. Ra. gilt als Weggefährte des NSU, er war wie das Trio aus Zschäpe, Mundlos und Böhnhardt aktiv in der rechten Gruppe Thüringer Heimatschutz (THS). Von ihm sind Aussagen zur Organisation des Sammelbeckens zu erwarten, in dem Mitte der Neunzigerjahre Thüringer Neonazis unter Leitung des NPD-Kaders Tino Brandt zusammenkamen. Während ihrer Zeit im THS radikalisierten sich die späteren NSU-Mitglieder. Ra. fiel der Polizei durch Gewaltdelikte auf, das Bundeskriminalamt zählt ihn “zum harten Kern” der Gruppe.

Ebenfalls geladen ist Thomas B. Der Zeuge sollte bereits Ende Juni aussagen, blieb dem Prozess jedoch unentschuldigt fern. Möglich ist, dass er diesmal unter Zwang ins Gericht gebracht wird. B. ist ein Jugendfreund von Uwe Böhnhardt. und beging gemeinsam mit ihm Straftaten. In Vernehmungen beschrieb er ihn als aggressiv.

Informationen aus der Verhandlung gibt es via Twitter hier. Die Berichte darüber fassen wir morgen im NSU-Medienlog zusammen.

Kategorien: Medienschau

Vertrauenskrise ohne Folgen? – Das Medienlog vom Dienstag, 22. Juli 2014

Von 22. Juli 2014 um 09:17 Uhr

Das Münchner Oberlandesgericht hat Beate Zschäpes Antrag gegen ihre eigenen Verteidiger abgelehnt. Trotz angeblichen Misstrauens bleiben Wolfgang Heer, Anja Sturm und Wolfgang Stahl damit weiter die Anwälte der Hauptangeklagten, wie der Spiegel und die Frankfurter Allgemeine Zeitung unter Berufung auf Justizkreise berichten. Vom Tisch sei damit auch die Möglichkeit eines vierten Pflichtverteidigers. Mittlerweile deutet sich zudem an, warum Zschäpe sich zum Schritt gegen ihre eigenen Beistände entschieden hat.

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Kategorien: Medienschau

129. Prozesstag – Prozess geht mit Urlaubsbekanntschaften weiter

Von um 07:00 Uhr

Der NSU-Prozess geht weiter wie geplant, solange die Entscheidung über den Entpflichtungsantrag von Beate Zschäpe aussteht. Auch Stellungnahmen dazu werden laut einer Sprecherin nicht in der Verhandlung erörtert. Die Hauptangeklagte hatte ihren Verteidigern am Mittwoch das Misstrauen ausgesprochen und am Freitag eine Begründung eingereicht.

Eine Änderung hat das Gericht nach dem Antrag allerdings vorgenommen: Zwei Zeugen, die am Dienstagvormittag zur Brandstiftung in der Zwickauer Frühlingsstraße aussagen sollten, wurden abgeladen. Die Sitzung beginnt daher erst am Nachmittag.

Dann hört das Gericht zwei Frauen, die das NSU-Trio im Urlaub kennenlernte. Solche Bekanntschaften sollen Aufschluss über die Organisation des NSU und Zschäpes Rolle gegenüber ihren beiden Kameraden geben. Bei einer ähnlichen Befragung hatten Zeugen etwa ausgesagt, dass Zschäpe damals das Geld der Gruppe verwaltete.

Informationen aus der Verhandlung gibt es via Twitter hier. Die Berichte darüber fassen wir morgen im NSU-Medienlog zusammen.

Kategorien: Prozesstage

Keine Aussage, keine neuen Anwälte – Das Medienlog vom Montag, 21. Juli 2014

Von 21. Juli 2014 um 08:06 Uhr

Je mehr Informationen durchsickern, desto wahrscheinlicher wird, dass im NSU-Prozess alles beim Alten bleibt. Beate Zschäpe, die ihren Anwälten nicht mehr vertraut, hat dafür am Freitag eine Begründung beim Gericht eingereicht. Nach Informationen des Focus spricht die Angeklagte darin nicht von einer möglichen Aussage – über eine solche Möglichkeit wurde zuvor spekuliert. Dass ihre Verteidiger Wolfgang Heer, Anja Sturm und Wolfgang Stahl ihr Mandat verlieren, halten Prozessbeobachter aufgrund der bislang vorliegenden Hinweise für unwahrscheinlich.

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Kategorien: Medienschau

Zschäpe geht ein hohes Risiko ein – Das Medienlog vom Freitag, 18. Juli 2014

Von 18. Juli 2014 um 08:23 Uhr

Beate Zschäpe vertraut ihren Verteidigern nicht mehr – unklar ist, welche Folgen das für den NSU-Prozess hat. Vorerst wird die Verhandlung wie geplant fortgesetzt. Zudem bekam Zschäpe eine Verlängerung für die Frist, innerhalb der sie begründen muss, weswegen sie nicht mehr mit ihren Anwälten zusammenarbeiten kann. Ist die bislang ausgeübte Strategie des Schweigens ein Grund für den Bruch mit der Verteidigung? “Diese Frau ist klug genug, um zu erkennen, dass sie mit dieser Verteidigungsstrategie ein wachsendes Risiko läuft, zur Höchststrafe verurteilt zu werden”, kommentiert Stefan Geiger von der Stuttgarter Zeitung.

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Kategorien: Medienschau