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Literatur

Literatur der Aufklärung

Von 26. September 2013 um 12:11 Uhr
Aufklärung Ephraim Gotthold Lessing Literatur

Statue des Aufklärungsschriftstellers Ephraim Gotthold Lessing © Matthias Hiekel/dpa

Die Literatur der Aufklärung kann datiert werden auf die Zeit zwischen 1720 und 1800, sie folgt damit auf den Barock, wird begleitet von den Autoren der Empfindsamkeit und liegt noch vor der Epoche der Klassik. Als ihre Gegenbewegung wird die Epoche des Sturm und Drangs eingestuft. Die Aufklärung begründet ein neues, naturwissenschaftliches Weltbild, das die Vernunft (den Rationalismus), die Wahrnehmung durch unsere Sinne (Sensualismus) und die Erfahrung (Empirismus) zu den Quellen aller Erkenntnis erhebt. Erkenntnis bedeutet die Erschließung wahrheitsgemäßer, überprüfbarer Aussagen über alle Bereiche der Welt.

Vor allem ist die Aufklärung gekennzeichnet vom Aufstieg des Bürgertums sowie vom Niedergang des Adels. Dessen von Willkür geprägte Herrschaft wird beendet. Der Adel des 18. Jahrhunderts stand im Ruf, rücksichtslos und gleichgültig gegenüber den Konsequenzen seiner Handlungen zu sein. Das Bürgertum wird in der Aufklärung gebildeter und vermögender und entwickelt eine Moralauffassung, die sich der Haltung des Adels entgegenstellt. Es stellt das Wohl der Gesellschaft über das Wohl der Privilegierten und erklärt die Bildung des Individuums zu seinem wichtigsten Ideal.

Viele Aufklärer kritisieren außerdem den Dogmatismus der Kirchen und deren Deutungshoheit im Diskurs. Überhaupt geht es der Aufklärung vor allem darum, herrschende Machtstrukturen zu durchbrechen und ein System herzustellen, das die Interessen jedes Einzelnen wahrt. Die Philosophie der Aufklärung kann als grundlegend gelten für die heute weitgehend säkulare Gesellschaft Europas und ihr Verständnis von individueller Freiheit, Gleichheit und Gerichtbarkeit.

“Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen!”

Erste aufklärerische Gedanken stoßen Philosophen vor allem in Frankreich und Großbritannien an. 1641 veröffentlicht der Franzose René Descartes die Meditationes de prima philosophia und legt damit einen Grundstein für radikale Skepsis. Baruch de Spinoza und Pierre Bayle fordern die Säkularisierung von Staat und Gesellschaft und kritisieren die strenge Herrschaft der Kirche. Gottfried Wilhelm Leibniz erklärt, jeder Mensch sei prinzipiell zur Vernunft begabt. Jean-Jacques Rousseau appelliert an das Herz und an die “Empfindsamkeit” und begeistert sich in seinem Gesellschaftsvertrag für die Demokratie. 1687 begründet Isaac Newton mit der Veröffentlichung der Philosophiae Naturalis Principia Mathematica die moderne Physik.

Während Descartes, Spinoza und Leibniz mit ihren Schriften den philosophischen Rationalismus vertreten, wenden sich ihre Fachkollegen in Großbritannien dem britischen Empirismus zu: John Locke veröffentlicht Abhandlungen über den Staat und behauptet die Freiheit des Willens, David Hume stellt die Sinneseindrücke vor den Verstand und eine gesicherte Welterkenntnis damit grundlegend infrage. Unter dem Einfluss des englischen Bürgerkriegs schreibt Thomas Hobbes schon 1651 sein Hauptwerk Leviathan und versucht darin, Grundlagen für eine kritische Staatsphilosophie zu finden.

Von Hume inspiriert betritt schließlich der deutsche Philosoph Immanuel Kant die historische Bühne. Kants Kritik der reinen Vernunft erschüttert das europäische Weltbild nachhaltig. In seinem berühmten Essay Was ist Aufklärung (1784) definiert er die Aufklärung: “Aufklärung ist der Ausgang des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines andern zu bedienen. Sapere aude! Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.”

Die Literatur wird zum Mittler zwischen Bürgertum und Philosophie

Die Literatur der Aufklärung begleitet diese Entwicklung und begünstigt sie. Sie bildet das Bindeglied zwischen einer Philosophie, die sich nur wenigen Gelehrten erschließt, und dem zunehmend wohlhabenden und gebildeten Bürgertum, das sich politisch behaupten will. Ihre Schriftsteller fordern die Vermeidung des Fantastischen, sie wollen Klarheit und Deutlichkeit in Aufbau und Stil und wünschen sich feste Gattungen. Das führt zu einer besonderen Vielzahl an neuen literarischen Gattungen. Die meisten haben gemeinsam, dass sie sich um die Bildung und die Erziehung ihrer Leser zur Moral bemühen, also didaktisch sind. Beispiele sind das Lehrgedicht, die moralisiserende Fabel, der Erziehungsroman und der Staatsroman sowie die didaktische Satire. Auch das Drama zählt zu den Gattungen, die die Aufklärung bestimmen. Viele Schriftsteller vertreten die moralischen Ideale der griechischen Antike, nach denen sich, so die gängige Überzeugung, das Zusammenleben der Menschen besser gestalten ließe. So sind die meisten Aufklärer überzeugte Anhänger des Humanismus und der Toleranz auch in Glaubensfragen. Wieder modern geworden war diese Geisteshaltung während der Renaissance. Die ersten wichtigen deutschsprachigen Aufklärer heißen Albrecht von Haller und Johann Christoph Gottsched, es folgen Christian Ludwig von Hagedorn und Christian Fürchtegott Gellert, die sich der Empfindsamkeit öffnen, und schließlich Gotthold Ephraim Lessing, Christoph Martin Wieland und Johann Heinrich Pestalozzi.

Lessings letztes Werk Nathan der Weise ist heute auch sein berühmtestes. Darin behandelt er die zentralen Ideen der Aufklärung, den Humanismus und den Toleranzgedanken. Lessing begründet außerdem das bürgerliche Trauerspiel, das neben der Fabel zur literarischen Hauptgattung der Aufklärung wird. Zuvor war es üblich, bürgerliche Themen in Komödien zu behandeln, während Trauerspiele, also Tragödien, dem Adel vorbehalten waren. Nun aber publiziert Lessing mit seinem Trauerspiel Emilia Galotti (1772) ein politisches Stück, das eine Bürgerliche in den Mittelpunkt seiner Handlung stellt. Ein politisch hochbrisantes Unternehmen, denn Lessing thematisiert darin den Konflikt zwischen Adel und Bürgertum.

Die Epoche der Aufklärung gipfelt in der Französischen Revolution

In der Kunst beginnt eine angeregte Diskussion über die Theorie der Schönheit. Ergebnis ist in der Philosophie die Disziplin der Ästhetik, die sich mit der sinnlichen Wahrnehmung befasst. Als ihr Begründer in Deutschland gilt Alexander Gottlieb Baumgarten mit seiner 1735 erschienenen Dissertation Meditationes philosophicae de nonnullis ad poema pertinentibus.

Realpolitisch gipfelt die Aufklärung in der Französischen Revolution 1789, die den Absolutismus beendet und die Entwicklung der modernen Demokratien einleitet. Nur Wochen nach dem Sturm der Bastille verabschiedet die erste französische Nationalversammlung eine Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte, die zur Präambel einer neuen Verfassung wurde.

Aufklärung: Ausgewählte Artikel und Materialien zum Thema:

Grundlagentexte

Literaturwissenschaftliche Grundbegriffe Online (LiGo.de)
LiGo ist ein Selbstlernkurs zu literaturwissenschaftlichen Grundbegriffen. Die Analyseformen für Erzähltexte (z.B. Romane) und Lyrik werden im Detail erläutert und die Kunst der Rhetorik erklärt. Was ist ein Akt, was eine Szene? Welche Erzählformen gibt es und was ist die Erzählstimme? Was ist die semantische Ebene eines Gedichts und was die narrative Struktur? Was bedeuten Alliteration, Anapher, Parallelismus und Klimax in Texten?

Was ist Aufklärung? Einführungen

Immanuel Kant (Was ist Aufklärung, Teil 1 von 2, YouTube)
Immanuel Kant definierte die Aufklärung in seinem Aufsatz “Was ist Aufklärung?”, hier gelesen von Hans Paets.

Immanuel Kant (Was ist Aufklärung, Teil 2 von 2, YouTube)

Literaturwissenschaftliche Grundbegriffe Online (LiGo.de)
LiGo ist ein Selbstlernkurs zu literaturwissenschaftlichen Grundbegriffen. Die Analyseformen für Erzähltexte (z.B. Romane) und Lyrik werden im Detail erläutert und die Kunst der Rhetorik erklärt. Was ist ein Akt, was eine Szene? Welche Erzählformen gibt es und was ist die Erzählstimme? Was ist die semantische Ebene eines Gedichts und was die narrative Struktur? Was bedeuten Alliteration, Anapher, Parallelismus und Klimax in Texten?

Chronik der Aufklärung (ZEIT Geschichte Nr. 2/2010) Die wichtigen Etappen der Aufklärungsepoche im Überblick.

Die Literatur des 18. Jahrhunderts (Universität Kiel, Vorlesungen)
Die Vorlesungen stellen verschiedene Strömungen und Textgattungen der Aufklärung vor: Frühaufklärung, Empfindsamkeit, Sturm und Drang, bürgerliches Trauerspiel, Weimarer Ästhetik und Bildungsromane. Die Merkmale der Strömungen erläutert der Dozent anhand bekannter Werke. Zu jeder der vierzehn Sitzungen gibt es die Folien, ein Protokoll und sogar eine Videoaufzeichnung.

E-Learning Quiz zur Aufklärung (Universität Kiel)
In dem Quiz können Schüler überprüfen, wie viel sie schon über die Aufklärung in der Literatur wissen. Aber keine Sorgen, die Fragen könnt ihr so oft wiederholen, bis ihr auf die richtige Antwort gekommen seid.

Immanuel Kant

Kant für Anfänger (BR alpha)
Immanuel Kant steht auf der ewigen Bestenliste der Philosophen ganz oben. Er war der einflussreiche Vordenker der Aufklärung in Deutschland und hat zahlreiche Schriften verfasst. In mehreren Filmen führt die Philosophiestudentin Sophie fiktive Gespräche mit dem großen Denker und erfährt, was Kant mit seinen Gedanken und Ideen gemeint hat.

Gesammelte Werke Immanuel Kants (Bonner Kant-Korpus)
Kant hat wegweisende Texte über Ethik, Religions- und Geschichtsphilosophie und Erkenntnistheorie verfasst und so die moderne Philosophie erfunden. Das Bonner Kant Korpus hat die Texte digitalisiert, so dass Schüler sie online lesen können.

Gotthold Ephraim Lessing

Wege der Freiheit: Gotthold Ephraim Lessing (DIE ZEIT Nr. 47/2009)
Er träumte von einem humanen Christentum und einer Toleranz ohne Gleichgültigkeit. Er wusste, wie begrenzt die Vernunft, wie zerbrechlich das Leben ist, und lehrte uns die Freiheit. Ein Lessing-Porträt.

Gotthold Ephraim Lessing (Universität Kiel, Vorlesungen)
Die Vorlesungen stellen Gotthold Ephraim Lessings Werke vor: Gedichte, Fabeln, Dramen, ästhetische und philosophische Schriften. Zu den vierzehn Vorlesungen finden Schüler jeweils die Folien, ein Protokoll und eine Videoaufzeichnung.

Von brennend scharfem Geiste (DIE ZEIT Nr. 50/2001)
Die Nachwelt erinnert sich an Lessing als den ersten modernen Literaturkritiker, als Polemiker und als Streiter für Toleranz und freies Denken. In diesem Artikel geht es um die Kritik an Lessing: Er sei kein Dichter, seine Literatur zu konstruiert, sein Streit mit der theologischen Orthodoxie und fatalen Philologen in eitlen Selbstzweck ausgeartet.

Figurenlexikon zu Lessings Dramen (Literaturlexikon, Universität Saarland)
Hier finden Schüler ein umfangreiches Figurenlexikon zu Lessings Dramen. Anhand von Textausschnitten charakterisieren die Autoren unter anderem die Figuren aus Nathan der Weise, Emilia Galotti, Miss Sara Sampson und Minna von Barnhelm.

Das gemeinschaftliche Projekt, glücklich zu werden” (DIE ZEIT Nr. 8/1981)
Über Lessings Briefwechsel mit seiner Verlobten Eva König.

Lessing: Nathan der Weise (Gelesen auf YouTube)

Lessing: Nathan der Weise (Die Ringparabel) Die Eröffnungsinszenierung des Hans Otto Theaters Potsdam vom September 2006 – Günter Junghans (Nathan), Werner Eng (Sultan Saladin).

Lessings Miss Sara Sampson (Freidokumente, Universität Freiburg)
Die Deutung von Lessings Drama Miss Sara Sampson ist umstritten. Die einen verstehen es als Lessings Plädoyer für die Fähigkeit des Menschen, aus Vernunft und nicht aus religiöser Verpflichtung sittlich zu handeln. Die anderen meinen, es gehe in dem Stück um den Widerspruch zwischen Liebesbeziehung und Vernunftehe. Der Autor dieses Textes meint, man könne aus dem Stück eine Identitätskrise des Bürgertums im 18. Jahrhundert herauslesen.

Christian Fürchtegott Gellert

Christian Fürchtegott Gellert – Geistliche Oden und Lieder: Vorrede (Unversität Duisburg)
Christian Fürchtegott Gellert hat 1757 seine
Geistlichen Oden und Lieder veröffentlicht, von denen noch heute sechs im evangelischen Gesangsbuch zu finden sind. Warum ein Dichter religiöse Lieder und Lyrik schreiben soll – ausgerechnet in den Zeiten der Aufklörung –, erklärte Gellert im Vorwort, das hier abgedruckt ist.

Christian Fürchtegott Gellert (Lyrik für alle, YouTube)
Christian Fürchtegott Gellerts Gedichte sind geprägt vom Geist der Aufklärung. Einige Beispiele rezitiert Lutz Görner.

Weitere Autoren der Aufklärung

Frühaufklärerisches Theater – Johann Christoph Gottsched (Universität Kiel)
Das neue Welt- und Menschenbild der Aufklärung änderte auch die Vorstellung, wie darüber in Literatur, Lyrik und Thetaertexten zu schreiben sein sollte. Johann Christoph Gottsched schrieb daher den Versuch einer critischen Dichtkunst nieder.

10 Gründe, Karl Philipp Moritz zu lesen (DIE ZEIT Nr. 37/2006)
Warum es sich lohnt, Deutschlands jüngsten Klassiker kennen zu lernen, und warum der Aufklärer die Leser immer wieder überrascht.

Weder Gott noch Zufall (DIE ZEIT Nr. 48/2009)
Das wilde Denken des Julien Offray de La Mettrie zeigt eine andere Seite der Aufklärung. Zum 300. Geburtstag des Arztes und Philosophen, der ein großer Skeptiker und Theoretiker des Genusses war, ein Porträt.

Sie möchten noch mehr Lesestoff? Hier können Sie das Archiv von ZEIT und ZEIT ONLINE durchsuchen

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Kategorien: Aufklärung, Literatur

Literatur des Mittelalters

Von 4. September 2012 um 16:46 Uhr

MedientheorieÜberblick: Lesen und Schreiben – das konnten im Mittelalter vor allem die Mönche und Adeligen. Kein Wunder also, dass eine Form der Dichtung populär war, die sich auswendig lernen und vortragen ließ: Der Minnesang. In den Stücken pries der Minnesänger (meist ein Ritter oder Adeliger) eine unerreichbare (weil verheiratete) adelige Frau und beklagte seine unerfüllte Liebe. Oder er sang von erotischen Erfahrungen. Die Minnedichter sangen auf Mittelhochdeutsch und waren besonders auf den Hoffesten beliebt. Vom Minnesang abzugrenzen ist die Spruchdichtung, die zu religiös und moralisch korrektem Handeln aufforderte. Der bekannteste Minne- und Spruchdichter ist Walther von der Vogelweide. Weiter…

Kategorien: Literatur, Mittelalter

Nachkriegsliteratur (1945-1950)

Von 23. Dezember 2013 um 15:42 Uhr

Überblick: Der Begriff Nachkriegsliteratur, oder auch Trümmerliteratur, Literatur der Stunde Null oder Heimkehrerliteratur, bezeichnet in der Germanistik die unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg entstandene Literatur in Deutschland. Die Literatur der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg war in verschiedener Hinsicht gespalten: ein Teil der Autoren wollte die NS-Diktatur in ihren Werken Verarbeiten, ein anderer Teil war dabei, sie zu verdrängen. Es bestand auch eine Kontroverse zwischen den Autoren, die in Deutschland geblieben und in die “Innere Emigration” gegangen waren und den Vertretern der Exilliteratur. Auslöser war Thomas Mann, der die angebotene Rückkehr nach Deutschland mit der Begründung ablehnte, sich durch die Zeit der NS-Diktatur von seiner Heimat entfremdet zu haben. Weiter…

Zeitgenössische Literatur (ab 1950)

Von 4. September 2012 um 16:53 Uhr

Überblick: Die deutsche Literatur nach 1950 ist von einer Vielzahl von Autoren und Strömungen geprägt. Nachdem in den fünfziger Jahren in Deutschland das Wirtschaftswunder begann, konzentrierten sich die Schriftsteller auf die Gegenwart, etwa in den Romanen von Siegfried Lenz und Martin Walser. Ein wichtiger Lyriker der Zeit war Günter Eich, der auch Hörspiele schrieb. Günter Grass, Literaturnobelpreisträger des Jahres 1999, schrieb 1959 Die Blechtrommel. In dem Werk behandelt er die jüngere deutsche Geschichte und erlangte damit international hohes Ansehen. Weiter…

Exilliteratur (1933-1945)

Von 11. Februar 2013 um 17:33 Uhr

Überblick: Die deutsche Exilliteratur entstand 1933–1945, nachdem viele Schriftsteller vor den Nationalsozialisten aus Deutschland fliehen mussten. Vor allem jüdische, pazifistische und marxistische Schriftsteller wurden verfolgt, ihre Bücher wurden teilweise öffentlich verbrannt. (Hier finden Sie eine Liste der im Nationalsozialismus verbotenen Schriftsteller). Weiter…

Literatur des Expressionismus (1910-1925)

Von um 18:09 Uhr

Überblick: Die Expressionisten lehnten alle Arten des Denkens ab, die auf Logik und Erklärbarkeit basieren. Die Sprache, die sie in ihren Werken benutzten, ist sehr subjektiv und durch Ekstase und Pathos gekennzeichnet, grammatische Normen werden dabei oft gebrochen. Die Schriftsteller des Expressionismus wandten sich mit ihren antibürgerlichen und antinationalistischen Einstellungen gegen den Trend der wilhelminischen Zeit. Viele widmeten sich stark subjektiven, existentiellen und gesellschaftsrelevanten Themen zu. Weiter…

Literatur der Weimarer Republik/Neue Sachlichkeit (1919-1932)

Von 4. September 2012 um 17:01 Uhr

Überblick: Die Literatur der Weimarer Republik sollte erstmals eine breite Öffentlichkeit ansprechen. Dazu wählten die Schriftsteller eine allgemein verständliche Sprache und realitätsbezogene Darstellungen. Die wichtigste literarische Strömung war dabei die sogenannte Neue Sachlichkeit. Weitere Strömungen, die häufig auch als eigene Epochen oder Stile gelten, fielen zugleich in die Zeit zwischen 1919 und 1932: Naturalismus, die literarische Moderne und Expressionismus. Weiter…

Literatur der Moderne (1890-1920)

Von 4. September 2012 um 17:03 Uhr

Überblick: Die Literatur der Moderne entstand, als das traditionelle Weltbild durch wissenschaftliche Erkenntnisse erschüttert wurde: Albert Einstein veröffenlichte seine Relativitätstheorie, Max Planck die Quantentheorie und Sigmund Freud schrieb über das Unbewusste. Diese neuen Perspektiven auf die Wirklichkeit, die das Zufällige und Heterogene allen Geschehens betonte, brachte die Schriftsteller dazu, eine neue ästhetische Konzeption zu entwickeln. Das Experimentieren mit neuen literarischen Techniken stand deshalb während der Moderne im Vordergrund. Wichtige Stilmittel moderner Romane sind die freie indirekte Rede, eine fragmentierte Weltsicht, die Relativierung von Ansichten und der Perspektivenwechsel. Weiter…

Literatur der Avantgarde: Dadaismus und Surrealismus 1915 – 1925

Von um 17:03 Uhr

Überblick: Unter Avantgarde (franz. “Vorhut”) werden in der Kunst Strömungen verstanden, die sich an der Idee des Fortschritts orientieren und besonders radikal sind. Der Dadaismus ist eine davon.

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Im Laufe des Ersten Weltkrieges breitete sich der Dadaismus in ganz Europa aus. Die Künstler protestierten mit ihren Werken gegen die Sinnlosigkeit, die Brutalität und Unbegreifbarkeit des Ersten Weltkrieges. Sie nutzten gezielte Provokationen, die Werke folgten scheinbar keiner Logik und alles konnte zur Kunst erklärt werden. So stießen sie auch das etablierte Bürger- und Künstlertum vor den Kopf und widersetzten sich den Konventionen und der obrigkeitsstaatlichen Kontrolle. Weiter…

Literatur des Naturalismus (1880-1900)

Von 4. September 2012 um 17:15 Uhr

Überblick: In der Epoche des Naturalismus versuchten die Schriftsteller, die Wirklichkeit möglichst genau wiederzugeben. Anders als im Realismus verklärten und deuteten sie die Realität aber nicht. Sie wollten die Welt untersuchen und naturgetreu, wissenschaftlich exakt abbilden. Deshalb hatte auch das Ungeschliffene, Unterprivilegierte und “Hässliche” einen Platz in ihren Werken. Das Leben der Arbeiter, Armut, Alkoholismus, gesellschaftliche Ausgrenzung, Prostitution, Krankheit, Tod und ähnliche Themen, kamen in den Werken vor.

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Die Vertreter des Naturalismus waren von einer Welt geprägt, in der sich wissenschaftliche Erkenntnisse immer schneller verbreiteten und Naturwissenschaftler wie Charles Darwin  einflussreich wurden. Die Literaten des Naturalismus sahen die soziale Ordnung daher nicht mehr als gottgebenen. Sie meinten, der Mensch sei durch seine Abstammung, seine Biologie und die Gesellschaft in der er lebt, bestimmt. Berühmte Autoren des Naturalismus waren Emile Zola, Karl und Gerhart Hauptmann und Arno Holz.

Die Autoren des Naturalismus ignorierten die gängigen Regeln der Literatur. So verfassten sie ihre Werke häufig in Co-Autorenschaft. Außerdem wollten Autoren wie Hauptmann mit ihren Dramen nicht bloß unterhalten, sie wollten die Menschen aufrütteln. Die Autoren verwendeten erstmals Millieu- und Umgangssprache in ihren Werken und griffen soziale Themen auf. Sie sorgte damit immer wieder für Skandale und wurde zensiert, erlangte aber auch internationalen Ruhm.

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