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Ink & Ride


Im Rahmen der Ausstellung „Das Fahrrad“ im Museum der Arbeit nimmt Ink & Ride das Biken und Boarden, Body- und Street-Art als Lebensgefühl in den Fokus.

Es gibt Fahrräder, mit denen man von einem Ort zum nächsten fährt. Und es gibt welche, die sind ein enger Freund oder gar der Ausdruck eines ganzen Lebensgefühls. Noch bis März widmet sich das Museum für Arbeit dem zweirädrigen Phänomen in seinen verschiedenen geschichtlichen und gesellschaftlichen Funktionen, am Wochenende richtet sich der Blick dann im Rahmen der im Museum gastierenden Ink & Ride auf all das, was die Szene rund um BMX und Fixed Gears so bunt macht und aktuell besonders prägt. Auf zwei Etagen und einer großen Outdoor-Veranstaltungsfläche gibt es Trickbike-Vorführungen, Parcours, Live-Art, Tattoos und Graffiti zu bewundern sowie jede Menge Kunst zum Mit-nach-Hause-Nehmen. Wer am späten Sonntagnachmittag bei der Convention vorbeischaut, kann zudem Zeuge der Kürung des Tattoo of the Day werden und sicher einige Inspirationen mit nach Hause nehmen.

 

Mehr Liebe …

… für das Ledigenheim in der Rehhoffstraße: Frank Schulz liest zugunsten des sozialen Projekts Das Ledigenheim erhalten!

Er ist der Lieblingsautor von Harry Rowohlt und rangiert in der gleichen Liga wie Peter Rühmkorf und Loriot. Im Januar 2015 wird Frank Schulz, wie einst den beiden großen Humoristen, in Kassel der Literaturpreis für grotesken Humor verliehen. Die Laudatio wird Sven Regener halten. Ende August aber wird Schulz erst einmal im Ledigenheim in der Rehhoffstraße zu sehen und hören sein. In einem Raum des Gebäudes, in dem noch 90 alleinstehende Männer leben, wird er aus seinen knapp zwei Dutzend, sehr unterschiedlichen Geschichten des Bandes Mehr Liebe vorlesen. Ausgangspunkt der Erzählungen ist ein Zitat der österreichischen Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach: „Die meisten Menschen brauchen mehr Liebe, als sie verdienen.“ Die junge Katja etwa begegnet auf der Hochzeitsreise ihrem Traummann, und Dörchen hat kurz vor ihrer goldenen Hochzeit Anlass, an der Treue des Ehemanns zu zweifeln. Die Liebe ist bei Frank Schulz eine in allen Facetten grausame, der es aber dennoch nicht an Komik fehlt. Zugunsten der Initiative Ros, die das Männerwohnheim in der Rehhoffstraße vom dänischen Investor zurückkaufen und als soziale Einrichtung erhalten will, verzichtet der Hamburger Schriftsteller an diesem Abend auf sein Honorar.

Text: Alessa Pieroth

 

Adel Tawil

Die eine Hälfte von Ich + Ich singt ihren geschmeidig produzierten Mainstream-Pop live auf der Stadtpark Freilichtbühne.

Lieder, jene unausweichliche Hitsingle von Adel Tawil, bestätigte, was die kompetenten Popsongs seiner Band Ich + Ich mit Kollegin Annette Humpe schon nahelegten: Der Mann hat eine grundanständige, wenn auch nicht hochspannende musikalische Sozialisation; da werden Nirvana, Beck, Depeche Mode und EMF mit Zitaten gegrüßt. Kann man machen. Als Solokünstler ist Tawil erwartbar gut bei Stimme, seine Musik ist geschmeidig produzierter Mainstream-Pop, der melodisch und dicht arrangiert jegliche Schlager-Schmonzigkeit weit von sich weist. Auf seinem Album (heißt wie der Song: Lieder) sorgen Gastauftritte von Sido und dem US-HipHopper Matisyahu für Abwechslung, im Stadtpark ist der ehemalige Boyband-Sänger auf sich alleine gestellt. Sollte für den Profi aber kein Problem sein, war doch auch Ich + Ich live zuletzt keine Gemeinschaftsproduktion mehr.

Text: Thorsten Moor

 

Poets on the Beach

Die Autoren Isabell Bogdan, Lars Dahms, Benjamin Maack und Alexander Posch lesen ihre Geschichten am Elbstrand Övelgönne.

Bei „Poets on the Beach“ kann man – zum letzten Mal in diesem Jahr – die Zehen im feinen Elbsand vergraben, sich die untergehende Sonne ins Gesicht scheinen lassen und den magischen, mystischen und komischen Geschichten von Isabell Bogdan, Lars Dahms, Benjamin Maack (Foto) und Alexander Posch lauschen. Nur hin und wieder droht Ablenkung durch das Tuten großer Pötte, die Fahrt in die weite Welt aufnehmen, oder das Ploppen der Bierflaschen vom Sitznachbarn. Gibt es einen besseren Ort in Hamburg für Lesungen im Sommer? Apropos Sommer in Hamburg: Die Veranstalter vom Writers‘ Room legen Wert auf die Feststellung, dass die Lesung „bei jedem Wetter stattfindet“, die Autorinnen und Autoren werden also auch bei Regen lesen – zur Not unter einem Regenschirm. Der Eintritt ist wie immer frei. Um Spenden wird gebeten.

Text: Alessa Pieroth

 

Roy Frank Orchestra

Von „Stahlnetz“ bis „Dalli Dalli“: Der Tenorsaxofonist von Max Raabes Palast Orchester spielt mit seiner Kombo im Musikpavillon Planten un Blomen.

Klar, es gibt Hipperes als am Sonntagnachmittag in Planten un Blomen einer Gruppe zuzuhören, die ihren Bigband-Sound vom Musikpavillon herunter schmettert. Aber hey, ist der olle Swing-Kram nicht sowieso seit einigen Jahren wieder in aller Munde? Na, also: Roy Frank ist Tenorsaxofonist im Palast Orchester des Sängers Max Raabe. Mit seiner eigenen Kombo spielt er Musik, die wir (oder zumindest ein Teil von uns, nämlich die vor 1990 Geborenen) aus dem TV-Programm jener Zeit kennen, als es nur drei Programme zu sehen gab. Auf der Liste stehen die Themen von Shows wie Musik ist Trumpf, Dalli Dalli oder Einer Wird Gewinnen, die Titelmelodie der Krimi-Serie Stahlnetz sowie manch Hit aus der Swing-Ära. Dazu gibt es Bühnenbauten und Show-Einlagen, die – so der Bandleader – die „Besucher wieder in die gute, alte Zeit versetzen“ sollen. Viel Spaß mit seinen Musik-Souvenirs!

 

Frappant feiert

Das Altonaer Kollektiv aus Künstlern und anderen Kreativen lädt zum alljährlichen Sommerfest in den Hof der Viktoria Kaserne.

Wo die Kreativen aus Disziplinen wie bildender Kunst, Design, Fotografie, Mode, Illustration und Medien zusammenkommen, da wird auch gerne Mal gefeiert. Der Kachelraum ist bekannt für seine exzessiven Partys und Transpirationen. An diesem Samstag gibt es reichlich Sauerstoff für alle. Die Kaninchen müssen Platz im Innenhof machen, damit das alljährliche Frappant-Sommerfest steigen kann. Beim Floh- und Kuriositäten-Markt wird mit Kitsch, Kunst und Trödel gehandelt (Anmeldung unter: katrine_7@yahoo.de). Das Theater Mimekry reist extra aus den Niederlanden an, um Kindern ab vier Jahren die Geschichte Das Insektenhotel über die Natur und die besten Pommes der Welt zu erzählen. Das Dreißiger-Jahre-Jazz-Trio The Killin‘ Trills bittet zum Swing-Tanz inklusive Einsteigerkurs. Und damit der Schweiß auch heute nicht ausbleibt, sorgt ein quirliger Haufen an Bands und DJs, u. a. Akustik Nord, The Pyronix, U-Boot Orchester, Mr. Vast, Chamberlab, Brüllwürfel Projekt, Wosto, für ein quirliges Musikprogramm. Außerdem warten sommerliche Drinks, vegetarische Happen, Ping Pong, Dosenwerfen, Tombola und Infostände zur Genossenschaft fux eg.

Text: Nele Gülck

 

Kampf der Künste

Der größte Poetry-Slam-Veranstalter Hamburgs feiert seine Jubiläumsspielzeit mit einer großer Gala. Interview mit den Gründern Jan-Oliver Lange und Robert Oschatz.

SZENE HAMBURG: Ende August startet der Kampf der Künste in seine zehnte Spielzeit. Wie fing alles an?

Jan-Oliver Lange: Wir haben uns im Sommer 2005 gegründet und unsere ersten Slams hatten zunächst nur eine Handvoll Zuschauer. Am Ende der zweiten Spielzeit waren wir mit dem Saisonfinale aber bereits im Schauspielhaus – ein großer Türöffner, der die Außenwahrnehmung stark verändert hat.

Ihr tragt den Wettkampfgedanken im Namen. Welchen Stellenwert hat er bei den Slams?

Robert: Konkret funktioniert es so: Eine Jury wird aus dem Publikum gewählt und vergibt Punkte, unter den besten drei Slammern wird dann nach Applaus abgestimmt. Das ist nie gerecht, das ist auch nie fair. Der Wettbewerb gibt dem Abend aber einen ganz wunderbaren Rahmen und eine besondere Dynamik.

Welche Besonderheiten gibt es in der neuen Spielzeit?

Jan-Oliver: Wir werden eine neue monatliche Reihe einführen: Mit der Dichterliga rufen wir einen Slam explizit für die Hamburger Szene ins Leben, ein Format mit Tabelle, an deren Spitze ein Platz im Saisonfinale des Zeise Poetry Slams winkt.
Robert: Und dann veröffentlichen wir auch noch eine Anthologie Best of Poetry Slam mit 30 illustrierten Texten von Slammern, die dem Kampf der Künste nahe stehen.

Interview: Alissa Schrumpf

 

Magst du Zäune?

Ein offenes Theaterprojekt der GWA St. Pauli begibt sich auf die Suche nach unsichtbaren Grenzen im Stadtteil St. Pauli.

Nicht nur zwischen HafenCity und St. Pauli gibt es fließende und dennoch klar definierte Grenzen. Auch innerhalb von Wohngebieten bestehen Trennlinien zwischen den Menschen. Die meisten Zäune sieht man jedoch nicht direkt. Nach den unsichtbaren Grenzen auf St. Pauli fragt ein Theaterprojekt der GWA St. Pauli. Magst du Zäune? Die Antwort auf diese Frage – heute auf dem Hein-Köllisch-Platz präsentiert – wird bestimmt nicht ganz so kategorisch ausfallen, wie vielleicht erwartet. Menschen zwischen 8 und 72 Jahren haben sich ihr mit selbst geschriebenen Texten, Zeitungsartikeln, Prosa und Popmusik angenähert. Auf sehr verschiedene Ansichten, Gedanken und Perspektiven zum Stichwort „Zäune“ kann man gespannt sein. Weitere Aufführungen finden am 5. und 6. September statt.

Text: Katharina Manzke

 

Übersetzer setzen über

Barkassenfahrt und Lesung zum 60. Geburtstag des Verbands deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke.

Fast jeder kennt Haruki Murakami. Aber wer kennt Ursula Gräfe? Übersetzer bekommt man selten zu Gesicht. Meist lesen andere ihre Texte, wie etwa der Schauspieler Wanja Mues den neuen Murakami-Roman bei der Langen Nacht der Literatur. Aber ohne Übersetzer wäre der Begriff Weltliteratur gar nicht denkbar. Am 30. August stehen die, die sonst eher im Schatten agieren, endlich auch einmal im Mittelpunkt. Dann feiert der Verband deutschsprachiger Übersetzer literarischer und wissenschaftlicher Werke, kurz VdÜ, sein 60-jähriges Bestehen mit einer wilden Sause auf der Barkasse Elbtrash. Bevor der Abend mit drei DJs und alkoholischen Getränken ausklingt, werden sechs Übersetzer aus „ihren“ Werken lesen, die sich alle mit dem Thema Wasser auseinandersetzen. Andreas Löhrer liest beispielsweise aus Paco Ignacio Taibos Roman Die Rückkehr der Tiger von Malaysia, Ingo Herzke aus dem Jugendbuch Bär im Boot von Dave Shelton und Brigitte Grosse aus George-Arthur Goldschmidts Als Freud das Meer sah. Achtung: Eine vorherige Anmeldung (unter marteri@web.de) ist erforderlich.

Text: Alessa Pieroth

 

Literaturnacht

In der „Langen Nacht der Literatur“ lädt der YACHTCLUB im Nochtspeicher zu einer Soirée für die Hamburger Independent-Verlage mairisch, Minimal Trash Art und Textem ein.

Die „Lange Nacht der Literatur“ findet heute nicht auf dem eigenen Sofa statt, sondern in der ganzen Stadt – 21 Hamburger Buchhandlungen und Literaturveranstalter haben den Lesemarathon erstmals ins Leben gerufen. Neben Buchpräsentationen und Lesungen finden auch Literaturperformances, Diskussionsrunden und Poetry Slams statt. Also: Den Pyjama lassen, wo er ist, und Autoren und Autorinnen mit ihren Werken hautnah erleben. Im Nochtspeicher werden die Hamburger Independent-Verlage im Besonderen gefeiert. Unbeugsame Verlage, die den großen Medienkonzernen und Mainstream-Programmen den Rücken kehren. Friederike Moldenhauer und Tina Uebel machen mit ihrem hier beheimateten YACHTCLUB die Literaturnacht zur „Langen Nacht der Independent-Verlage“. Florian Wacker liest erstmals aus seinem Debüt Alberquerque, das am 1. September im mairisch Verlag erscheint. Vom Minimal Trash Art Verlag lesen zwei Autoren aus ihren Werken: Ina Bruchlos präsentiert einen Auszug aus ihrem nächsten Buch und Gerrit Jöns-Anders liest aus Kunststoff. Der Textem Verlag hat ebenfalls zwei Autoren mitgebracht – Carsten Klook liest aus Seinsgründe. 43 Neurosen, Andre Wnendt hat sein Werk Ruinale im Gepäck.

Text: Katarina Wollherr