Nachlese zum Metallabschluss

War ja nicht schön, wie sich die Gewerkschaft IG Metall vergangenes Wochenende im Poker um höhere Löhne durchgesetzt hat. Hat sie doch tatsächlich drei Prozent Lohnerhöhungen rausgeholt. Ein klassischer Sieg der Arbeitsplatzbesitzer und eine weitere Niederlage für die fünf Millionen Arbeitslosen. Führt nur zu weiteren Jobverlagerungen. Und überhaupt: Für die Firmen sowieso am Rande des Erträglichen. Auf jeden Fall das falsche Signal!

So oder so ähnlich habe ich es in den vergangenen Tagen in meinen Lieblingszeitungen FAZ, Handelsblatt, Börsen-Zeitung und Süddeutscher x-fach in verschiedenen Varianten gelesen. Nur meine anderen Lieblingszeitungen FTD und Frankfurter Rundschau sahen es etwas gelassener. Ich möchte ausnahmsweise nicht urteilen, wer Recht hat, sondern drei Analysten von Investmentbanken zu Wort kommen lassen.
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Punktsieg für den Euro

Die Entscheidung der schwedischen Notenbank ist ein Hammer. Heute gab die Riksbank bekannt, dass sie ihre Devisenreserven kräftig umgeschichtet hat: Raus aus dem Dollar, rein in den Euro. Die Gemeinschaftswährung hat nun ein Gewicht von 50 Prozent an den Devisenreserven, der Dollar nur noch eines von 20 Prozent. Schweden ist das erste Industrieland, das sich so klar gegen den Dollar ausspricht. Weiter„Punktsieg für den Euro“

 

Noch zu früh für Bonds

Etwas unbemerkt von der Öffentlichkeit spielen sich gerade dramatische Szenen an den internationalen Bondmärkten ab: Am Donnerstag vor Ostern schoss die Zehnjahresrendite amerikanischer Staatsanleihen erstmals seit knapp vier Jahren wieder über FÜNF Prozent. Die zehnjährigen T-Bonds sind der wichtigste Maßstab am internationalen Kapitalmarkt. Hieran orientiert sich alles! Gleichzeitig erreichten japanische Staatsanleihen mit 2 Prozent Rendite am frühen Dienstag Morgen nahezu ein Siebenjahreshoch! Und auch die zehnjährige Bundesanleihe, die Messlatte des alten Kontinents, steht kurz vor VIER Prozent. Das ist zwar nur ein 18-Monatshoch, aber die Geschwindigkeit des Zinsanstiegs ist beeindruckend. Noch vor sechs Monaten rentierten zehnjährige Bunds bei drei Prozent.

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Sturmwarnung auf 6000 Dax-Punkten

Jetzt hat es geklappt: Der Deutsche Aktienindex Dax überwand heute gleich nach Börseneröffnung um neun Uhr 6.000 Punkte. Zuletzt notierte er Anfang Juli 2001 in diesen luftigen Höhen. Zum ersten Mal überhaupt knackte der Index diese runde Marke im Juli 1998. Seit ein paar Wochen schon hat er immer wieder Anlauf genommen, wie ich vor vier Wochen bereits in der ZEIT notiert habe.

6.000 Punkte müssen nicht das Ende des seit März 2003 andauernden Aufwärtstrends sein. Trotzdem gilt es innezuhalten. Das Tief vor drei Jahren im März lag bei rund 2.200 Zählern. Weiter„Sturmwarnung auf 6000 Dax-Punkten“

 

Tschüss, Heinrich Kaspar

Lieber Heinrich Kaspar,

Sie haben in Ihrem letzten Kommentar mit HERDENTRIEB abgerechnet und sich verabschiedet (Kommentar 40 bei „Streiks – ökonomisch sinnvoll“). Das ist für uns, Uwe Richter und mich, Grund genug, Ihnen ein paar Worte des Bedauerns, des Danks und der Kritik hinterher zurufen. Immerhin waren Sie bislang einer der schärfsten und besten Kritiker dieses Blogs und haben mit Ihren Kommentaren nicht nur die Debatte befruchtet, sondern auch gezeigt, dass Sie ein intimer Kenner der Materie sind. Deshalb: ein großes TANT PIS. Und ein ebenso großes MERCI für Ihre Beiträge.

Nun aber zu Ihren Gründen des Abschieds, die wir so nicht stehen lassen können.
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Streiks – makroökonomisch sinnvoll

Jetzt also auch noch die Metaller. Nach dem öffentlichem Dienst, den Ärzten, streiken nun die Metaller, wenngleich erst mal nur für Stunden. Chaos in Deutschland? Weit gefehlt. Kapitalistische Normalität nun auch in Deutschland, lautet die wahre Interpretation.

Deutschland war immer das Land in der kapitalistischen Welt, das den Arbeitskampf nicht kannte, zumindest fiel er nie ins Gewicht. Vier ganze Tage pro Jahr auf 1000 Arbeitnehmer sind im Schnitt der vergangenen zehn Jahre für einen Streik draufgegangen. In den Vereinigten Staaten sind es 44, in Irland 78 und in Frankreich fast 100. Wenn dieses Jahr in Deutschland zehnmal mehr gestreikt würde als früher, wäre das kein Beinbruch. Im Gegenteil: Weiter„Streiks – makroökonomisch sinnvoll“

 

Deutschlands Wirtschaft brummt

Standortskeptiker, Verkrustungsneurotiker und alle anderen Neoklassiker hergehört: Der Ifo-Index steigt und steigt. Die deutsche Wirtschaft brummt, ob Ihr es glauben wollt oder nicht! Die Lageeinschätzung der befragten rund 7.000 deutschen Firmen und ihre Erwartungen an die Zukunft waren seit 1991 nicht mehr so hoch. Auf satte 105,4 Punkte ist der Ifo-Index heute gestiegen und hat damit die Schätzungen der Experten um drei Punkte übertroffen.
Nach dem kräftigen Anstieg im Februar war sich das Gros der Konjunkturexperten, die Deutschland ja sowie so maximal nur noch 1,5 Prozent Wachstum zutrauen, sicher, dass der Gipfel erreicht ist. Jetzt geht es wieder abwärts, denn jetzt müssen erst mal harte Strukturreformen in Berlin beschlossen werden, tönte es. Ansonsten geht gar nichts, weil nichts gehen darf, weil ja diese schöne Verkrustungsrhetorik plötzlich wegfallen müsste.

Pustekuchen. Der Kapitalismus schert sich nicht um Strukturreformen auf der Angebotsseite. Weiter„Deutschlands Wirtschaft brummt“

 

Die FAZ und ihr erotisches Verhältnis zu Schulden

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung, kurz FAZ, ist im Wirtschaftsteil immer für Überraschungen gut. So auch heute. Womit macht das Blatt für die „klugen Köpfe“ auf? Mit der Nachricht: „Dresden ist auf einen Schlag schuldenfrei“. Nicht schlecht. Ein wahrlich weltbewegendes Ereignis. Erst an zweiter Stelle kommt die geldpolitische Kehrtwende in Japan, die sowohl im Handelsblatt als auch in der Financial Times Deutschland die Titelseite dominiert.

Zwar ist es immer hübsch, wenn die eigene Zeitung irgendwas gefunden hat, was die Konkurrenz noch nicht richtig einzuordnen weiß, und damit ganz nach oben geht. Aber Dresden schuldenfrei? Na und dann, was sagt uns diese Nachricht?
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Obacht! Japan entdeckt den Zins wieder

Heute Morgen ist der globale Kapitalismus wieder ein Stückchen normaler geworden. Heute Morgen hat nämlich die Bank of Japan (BoJ) das Ende ihrer „quantitativen Lockerungspolitik“ verkündet. Damit stehen die Zeichen gut, dass die Deflation in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt allmählich der Vergangenheit angehört. Seit sieben Jahren liegen die Notenbankzinsen im Land der aufgehenden Sonne bei nullkommanull Prozent. Seit fünf Jahren hat die BoJ sich nicht anders zu helfen gewusst, als Monat für Monat Billionen Yen in das Bankensystem zu pumpen, um den Kollaps abzuwenden.
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Kieler Institut joins Herdentrieb

Ich muss ein bisschen frotzeln: Ausgerechnet das Institut für Weltwirtschaft in Kiel ist das erste der führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute, das sich der Wachstumsprognose dieses Blogs anschließt! Allerdings vier Monate später. Um 2,1 Prozent werde die deutsche Wirtschaft dieses Jahr wachsen, meinen die Experten heute.

Warum mich das frotzeln lässt? Weiter„Kieler Institut joins Herdentrieb“