Sven Stockrahm

In Afrika geht Ebola um, in ganz Afrika?

© Anthony England | @EbolaPhone

Seit der Ebola-Erreger auch außerhalb Westafrikas Einzelne infiziert hat, herrscht Angst: Menschen mit schwarzer Hautfarbe werden gemieden; wer aus Afrika kommt, könnte ja das Virus haben. In New York gibt es Leute, die in der U-Bahn nicht mehr neben Schwarzen sitzen wollen. In New Jersey können zwei Kinder nicht zur Schule gehen, weil sie aus Ruanda kommen. Dabei gibt es dort keinen einzigen Ebola-Infizierten und Ruanda liegt von den betroffenen Regionen so weit weg wie New York von Kalifornien.

Die #Fearbola getaufte Hysterie ist absurd: Afrika ist kein Ebola-Kontinent.

Wie klein die betroffene Region gemessen am Rest des Kontinents ist, zeigt eine Karte, die der Brite Anthony England via Twitter verbreitet. Die Washington Post sprach mit dem Chemiker, der viel Zeit in der Subsahara verbracht hat. Über @EbolaPhone sammelt England aktuelle Infos zur Epidemie und versucht, etwas gegen Unwissen und Fehlinformationen rund um den Erreger zu tun. Gut so.

Die verheerende Epidemie hat seit Monaten vor allem Guinea, Liberia und Sierra Leone im Griff (einzelne Fälle in Mali, in der Demokratischen Republik Kongo und in Nigeria haben bislang zu keiner größeren Verbreitung geführt). Die Fläche der Länder macht nur einen Bruchteil des gesamten Erdteils aus.

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Wendelstein 7-X-Montage im Zeitraffer

So sieht es aus, wenn ein riesiger Kernfusionsreaktor entsteht. Die Forschungsanlage Wendelstein 7-X wurde im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik in Greifswald gebaut. Sie ist neben
dem Large Helical Device in Japan die weltweit größte Anlage vom Typ Stellarator.

Mit ihrer Hilfe soll es gelingen, die Energieproduktion der Sonne nachzuahmen. Der Magnetfeldkäfig der Anlage wird durch ein einziges Spulensystem erzeugt, das sich für den Dauerbetrieb eignen soll. Eingeschlossen wird darin ein Plasma, das Temperaturen bis zu 100 Millionen Grad erreichen kann. Gelingt es,
im Reaktor die Kernfusion nachzubilden, stünde der Menschheit eine fast unerschöpfliche Energiequelle zur Verfügung. Dann könnten nach Plänen
der Wissenschaftler in rund 50 Jahren Fusionskraftwerke Strom liefern.

Der Zeitraffer fasst in drei Minuten die Montage zusammen, die 2005 begann und in diesem Jahr endete. Die Bilder wurden von Kameras in der Vormontagehalle sowie an der Wand und Decke der Experimentierhalle aufgenommen.

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Alina Schadwinkel

Plastik, der ewige Verlierer?

© The Atlantic: "A Simple Way Out of the Plastic Versus Paper Bag Dilemma"
© The Atlantic: "A Simple Way Out of the Plastic Versus Paper Bag Dilemma"

Kunststofftüten vermüllen die Welt. Als Alternativen zum Plastik gelten Tüten aus Bioplastik oder Papier. Vollkommen überzeugt hat bislang jedoch keine. Vielmehr gibt es ein stetes Hin und Her ob der Frage: Was ist besser?

Eine interaktive Grafik des Atlantic greift das Dilemma auf und zeigt, dass Plastik im direkten Vergleich nicht zwingend schädlicher ist als Papier. Warum? Die Autoren haben verschiedene Faktoren in ihre Berechnungen einfließen lassen: beispielsweise wieviel Land für die Produktion, Wasser, Öl, Gas und Kohle für die Produktion benötigt werden.

Seit Jahren tobt ein heftiger Streit darüber, welche Tüten Konsumenten kaufen sollen – und dürfen. Abbaubares Plastik gibt es längst, sogar Tüten, die verrotten. Weil Labels verwirrend sind und Kunststoff- und Abfallindustrie streiten, wird das aber nicht Standard.

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Alexander Gerst demonstriert Landung auf Kometen

Am 12. November werden bei der europäischen Raumfahrtbehörde Esa
viele Wissenschaftler ganz hibbelig. An diesem Tag soll die Raumsonde Rosetta die Landefähre Philae auf der Oberfläche des Kometen 67P/Tschurijumow-Gerisamenko absetzen. Das Manöver ist für rund sieben Stunden angesetzt. Esa-Astronaut Alexander Gerst zeigt auf der Raumstation ISS, wie schwierig
es ist, Philae punktgenau auf dem Kometen landen zu lassen, hat dieser doch keine Anziehungskraft und rotiert im All.

Zehn Jahre ist die Rosetta-Sonde dafür durchs All gereist. Die Forscher wollen durch die Mission erfahren, wie der Komet zusammengesetzt ist. Sie erhoffen sich Antworten auf die Frage nach dem Ursprung des Wassers und vielleicht sogar des Lebens auf der Erde.

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Ute Brandenburger

Nasa lässt Dummy-Puppen abstürzen

Harte Landung im Dienste der Forschung: Im Langley Research Center im US-amerikanischen Hampton testet die Nasa Fluggeräte. In diesem Video ist zu sehen, wie ein Hubschrauberabsturz simuliert wird. Die Maschine kracht aus neun Metern Höhe auf den Boden – an Bord sind 13 Dummy-Puppen. Mit dem Test will die Nasa herausfinden, wie gut bestimmte Materialien an der Unterseite des Hubschraubers einen Aufprall dämpfen können. Das Langley Research Center spielt seit Jahrzehnten eine zentrale Rolle für die Nasa. In den 60er Jahren wurden dort Astronauten für die Apollo-Missionen trainiert.

 
Alina Schadwinkel

Versteinertes Mammut sucht liebevolles Zuhause

3.5 Meter hoch, 5.5 Meter lang – inklusive schicker Stoßzähne: Ein Aktionshaus in England versteigert ein Mammut-Skelett @ Summers Place Auctions
3.5 Meter hoch, 5.5 Meter lang – inklusive schicker Stoßzähne: Ein Aktionshaus in England versteigert ein Mammut-Skelett @ Summers Place Auctions

Falls Sie noch ein imposantes Objekt für Ihre großzügige Diele suchen: Wie wäre es mit einem Mammutskelett? Das britische Auktionshaus Summers Place Auctions versteigert am 26. November ein komplettes Fossilien-Set. Inklusive "wunderschöner Stoßzähne, was es besonders selten macht", wie Errol Fuller, der Kurator der Auktion, versichert. Mitbieten kann jeder, der mag – und der geschätzt 150.000 bis 200.000 Pfund aufbringen kann. So viel wird für die Knochen wohl aufgerufen.

Ein T-Rex-Schädel über dem Kamin, ein Mammut als Hingucker im Foyer – Fossilien haben sich zu beliebten Dekostücken entwickelt, wie ZEIT ONLINE bereits des Öfteren berichtet hat. Fische oder fossile Seelilien reizen private Sammler, größere Objekte – wie das Mammut – sind dann wohl doch eher für Museen von Interesse (Platz!). Im November vergangenen Jahres etwa fand das großzügig bemessene Saurier-Skelett Misty einen neuen Standort. Wieso es seiner Meinung nach nicht verwerflich ist, seltene Fossilien unter den Hammer zu bringen, erzählte der frühere Besitzer im Interview.

Nachtrag: Mammutskelett "Monty" ist von einem privaten Käufer für umgerechnet rund 240.000 Euro ersteigert worden.

 
Alina Schadwinkel

Die Sonne als Jack O’Lantern

Credit: NASA/GSFC/SDO
Credit: NASA/GSFC/SDO

Herbstzeit ist Halloween-Zeit. Nicht nur auf der Erde, sondern auch auf der Sonne. Aufnahmen des Solar Dynamics Observatorys der US-Weltraumbehörde Nasa zeigten den Stern im Zentrum unseres Sonnensystems jüngst jahreszeitengerecht im Kürbislaternen-Kostüm, als Jack O' Lantern. Eine Inspiration für Ihr Kostüm morgen?

Zugrunde liegen der außergewöhnlichen Erscheinung aktive Regionen der Sonne. Diese erscheinen heller als andere, weil sie mehr Licht und Energie ausstrahlen. Sie markieren magnetische Felder, die sich in der Sonnenatmosphäre bilden. In diesem Fall entstand zufällig der Eindruck des Kürbisgesichts. Damit es schön gruselig leuchtet, hat die Nasa allerdings ganz bewusst zwei Bilder mit verschiedenen Wellenlängen – eines goldfarben, eines gelblich – miteinander verschmelzen lassen.

Starke Eruptionen auf der Sonne wirken sich auch auf die Erde aus. Treffen die schnellen Partikel auf das Magnetfeld der Erde, kann das beispielsweise die Technik von Satelliten lahmlegen und zu Störungen in Stromnetzen führen.

 

Forscher entwickeln pflasterartigen Fitness-Tracker

Fitness-Tracker am Handgelenk oder Gürtel tragen? Verdammt sperrig und uncool, dachten sich Forscher der University of Illinois. Die Geräte, die etwa Schritte zählen oder den Puls überwachen, sind nicht wirklich bequem zu tragen. Was tun? Die Wissenschaftler haben den Prototyp eines Stick-Patches entwickelt, einem dehnbaren Pflaster – vollgepackt mit Sensoren und Chips auf kleinstem Raum. Das Pflaster und die Elektronik sind wie ein faltbares Origami aufgebaut und können sich so den Bewegungen der Haut anpassen.

Wie gut das funktioniert, wird noch getestet. Zumindest kann das Stick-Patch Daten wie Herzfrequenz und richtig angebracht sogar Hirnströme an Smartphone und Rechner schicken.

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Im Zeppelin um die Venus

Von einem Luftschiff aus die Venus erkunden und dabei laut Enya hören – kein Alptraum von Jules Verne, sondern eine neue Nasa-Studie, die kürzlich als Video-Animation vorgestellt wurde. Zwei Astronauten sollen in einer Zeppelin-ähnlichen Konstruktion um die Venus fliegen und – laut vorläufiger Planung – lebend zurückkehren. Eine anspruchsvolle Mission: Mit Oberflächentemperaturen von mindestens 440 Grad Celsius darf die Venus als lebensfeindlich gelten.

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