Ute Brandenburger

Das Dilemma beim Schlange stehen

 

Sobald mehr als eine Warteschlange vorhanden ist, quält uns die Entscheidung, welche wohl die schnellste ist. Und fast immer scheint es uns, als kröchen wir nur im Schneckentempo voran. Das britische DJ-Duo Stanton Warriors hat dem Frustphänomen ein Video gewidmet. Die Lehre daraus: Schlangen-Hopping bringt nichts.

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Dobromila Walasek

Wikipedia als Klangkosmos

Screenshot von "Listen To Wikipedia". Klicken Sie auf das Bild, um zur Klanginstallation zu gelangen.
Screenshot von "Listen To Wikipedia". Klicken Sie auf das Bild, um zur Klanginstallation zu gelangen.

Ein weiches Zupfen, hin und wieder das Brummen eines alten Synthesizers – was klingt wie ein neues Ambient-Album von Brian Eno, ist eine Klangkreation, deren Töne vollkommen zufällig im Browser entstehen. Basierend auf Wikipedia. Jeder Eintrag, der in der Internetenzyklopädie neu eingestellt oder bearbeitet wird, jeder Benutzer, der sich registriert, wird auf Listen To Wikipedia gleichzeitig in einen wohligen Klang umgewandelt.

Der Clou: Zu jedem Sound wird angezeigt, welcher Wiki-Artikel gerade bearbeitet wurde. Ideal für jeden, der gerne Randwissen anhäuft (während unserer Listening-Session konnten wir uns unter anderem in die Rituale der Orphiker, die Lebensaltersbestimmung bei Dinosauriern und die Liste der Baudenkmäler in Oberschleißheim einlesen). Wer möchte, kann sich die Wiki-Sounds auch als App installieren (bis jetzt leider nur für Apple-Smartphones erhältlich).

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Über dieses Blog

Nicht jedes Video ist eine Nachricht, nicht jede Grafik lohnt für einen Artikel. Wir teilen sie trotzdem via Twitter, Facebook oder sprechen mit Freunden darüber. Weil sie sehenswert sind, unterhaltsam und informativ. Damit sie nicht einfach wieder verschwinden, sammelt ZEIT ONLINE im Teilchen-Blog regelmäßig Kleines, aber Feines aus dem Netz. Folgen Sie dem Blog auch auf Twitter unter #Teilchen.
Ute Brandenburger

Mann hört Farben

Anfangs war es für Künstler Neil Harbisson schwer, mit seinem Eyeborg auf die Straße zu gehen. Menschen starrten ihn an oder lachten ihn aus, erzählt er. Denn Harbisson trägt mit dem Gerät eine Art Antenne am Kopf, mit der er Farben hören kann. Wie es dazu gekommen ist, dass Harbisson zum ersten von einer Regierung anerkannten Cyborg geworden ist, zeigt der Dokumentarfilm "En un xip Multicolor, la Vida de Neil Harbisson", aus dem wir einen Ausschnitt zeigen.

Der Künstler hat, nachdem er zusammen mit dem Kybernetiker Adam Montandon den Eyeborg entwickelte, die Cyborg-Stiftung gegründet. Ihr Ziel ist es, Menschen dazu zu verhelfen, Cyborgs zu werden. Harbisson ist vielleicht der erste gewesen, aber nicht der einzige, der davon träumt, seinen Körper mithilfe von Implantaten zu verbessern: Biohacker Tim Cannon ließ sich im vergangenen Jahr ein Körperfunktionsmessgerät in den Unterarm implantieren.

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Alina Schadwinkel

Weihnachtsbasteln mit Han Solo

Star-Wars-Snowflake "Captain Rex" von Anthony Herrera. Klicken Sie auf das Bild für das PDF zum Ausdrucken und Ausschneiden.
Star-Wars-Snowflake "Captain Rex" von Anthony Herrera. Klicken Sie auf das Bild für das PDF zum Ausdrucken und Ausschneiden.

Weihnachtszeit ist Star-Wars-Zeit – zumindest, wenn es nach Anthony Herrera geht. In seinem Blog veröffentlicht der Grafikdesigner seit vier Jahren Schneeflocken-Bastelmuster inspiriert von der Science-Fiction-Welt. Dieser Tage finden sich dort sechs neue, anspruchsvolle Vorlagen; darunter Captain Rex, Han Solo und Jabba The Hutt. Penibel ausgeschnitten verschönern die jeden Raum. Möge die Geduld mit Euch sein!

Wem weder Geduld noch die Macht nützen, der werfe einen Blick auf folgendes Video. Hier lernen Sie, das Laserschwert die Schere korrekt zu führen:

Mit Star Wars Episode 7 erhofft Herrera sich übrigens endlich neue Vorlagen. So langsam, schreibt er, würden ihm die Ideen ausgehen. Vielleicht haben Sie eigene Ideen, was Sie aus Star Wars nachbasteln könnten? Posten Sie unter #starwarssnowflakes Fotos Ihrer Werke und teilen Sie sie mit uns auf Twitter.

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Ute Brandenburger

Wo das Zinn für unsere Smartphones herkommt

Wir lieben Smartphones, Fernseher und andere elektronische Gadgets. Doch was richtet unser unstillbarer Technikhunger an? Dieser Kurzfilm zeigt, wie vorindustriell Arbeiter in Indonesien Zinn fördern und dass Verbraucher Einfluss auf die Produzenten nehmen können, um menschenunwürdige Arbeitsbedingungen bei ihren Zulieferern zu verhindern. Der Kurzfilm ist Teil der zwanzigteiligen Reihe "wetheeconomy", die Microsoft-Mitgründer Paul Allen und Dokumentarfilmer Morgan Spurlock produziert haben.

Gerade in den Spielzeugen des modernen Menschen sind sogenannte Konfliktrohstoffe enthalten, deren Gewinnung häufig durch Kinderarbeit, Schmuggel oder Umweltzerstörung erfolgt. Ein Beispiel für ein Smartphone, das Käufern ein gutes Gewissen bescheren will, ist das Fairphone. Dessen niederländischer Anbieter achtet nach eigenen Angaben auf Rohstoffe mit nachvollziehbarer Herkunft. Seit dem vergangenen Jahr hat das Unternehmen rund 55.000 Geräte verkauft.

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Alina Schadwinkel

Eine Welt ohne Kohle?

Screenshot der interaktiven Guardian-Infografik. Klicken Sie auf das Bild, um zur Grafik zu gelangen.
Screenshot der interaktiven "Guardian"-Infografik. Klicken Sie auf das Bild, um zur Grafik zu gelangen.

Seit Jahrhunderten ist Kohle die treibende Kraft der Industrialisierung. Sie hat den Kurs der Welt verändert, hat Millionen Menschen einen hohen Lebensstandard ermöglicht – und ist zugleich verantwortlich für größte Umweltschäden. Heute steht fest: Wer das Klima retten will, muss den Ausstieg aus fossilen Energien vorantreiben.

Doch kann die Welt überhaupt aufhören, Kohle zu verbrennen? Eine interaktive Grafik des Guardian zeigt: Die gesetzten Ziele lassen sich nur erreichen, wenn Politiker weltweit strengere Maßnahmen ergreifen.

China fördert dieser Tage den Großteil der Kohle weltweit. Auch in Deutschland hat sie als Energiequelle längst nicht ausgedient. Dabei zählen die Kohlekraftwerke hierzulande einem Medienbericht zufolge zu den schmutzigsten in Europa. Die USA und China haben sich nun darauf verständigt, bis 2025 und 2030 bedeutend weniger CO2 in die Atmosphäre zu pusten.

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Adrian Pohr

Das Regenschirm-Experiment

UP: The Umbrella Project from Pilobolus on Vimeo.

250 Studenten des Massachusetts Institute of Technology haben sich für dieses "Umbrella Project" einspannen lassen. Herausgekommen ist eine Nerd-Choreographie, die von Weitem betrachtet Pixeln auf einem Computerbildschirm ähnelt. Die einzelnen Teilnehmer der Live-Performance bekamen einen High-Tech-LED-Schirm in die Hand gedrückt, bei dem sie die Farbe ändern konnten. So entstanden spontan gemeinsame Farblandschaften: eine Freude für das Auge.

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Alina Schadwinkel

Tschuri, der singende Komet

Bildschirmfoto 2014-11-11 um 17.17.4267P/C-G – Künstlername "Tschuri" – ist derzeit der Star unter den Kometen. Am Mittwochabend soll auf ihm das Mini-Labor der Rosetta-Mission landen und damit Raumfahrtgeschichte schreiben. Auch weil der Komet seine Beobachter noch immer überrascht. So ist er nicht nur interessant geformt, er gibt auch sonderbare Töne von sich. Schwingungen im magnetischen Feld um den Himmelskörper erzeugen Klänge, deren sehr tiefe Frequenzen für das menschliche Ohr normalerweise nicht wahrnehmbar wären. Dank ein paar technischer Tricks kann man den Tschuri-Song jetzt aber doch hören. Wie der Brocken klingt, hat die europäische Raumfahrtorganisation Esa auf Soundcloud veröffentlicht.

 
Ute Brandenburger

Sex vor 385 Millionen Jahren

Von wegen Missionarsstellung ... Der sexuelle Verkehr zwischen Panzerfischen kann nur Seite an Seite stattgefunden haben. Davon geht der Paläontologe John Long von der Flinders-University im australischen Adelaide aus. Zusammen mit Kollegen hat Long die Fortpflanzung eines acht Zentimeter langen Panzerfisches untersucht, der vor 385 Millionen Jahren im heutigen Schottland lebte. Nach Ansicht der Wissenschaftler bildete der Panzerfisch ein L-förmiges männliches Geschlechtsteil aus, mit dem er seine Spermien nur seitwärts an einen weiblichen Panzerfisch übertragen konnte. Wie das praktisch funktioniert, zeigt die Animation im Video.

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Adrian Pohr

Im Flug durch die Aurora

In Polarlichter lässt es sich gut hineinprojizieren. Vor Jahrhunderten lasen die Menschen in oftmals grünen Leuchterscheinung Aktivitäten von Göttern bzw. Geistern oder Vorboten drohenden Unheils. Für die Maori auf Neuseeland galt die Aurora australis als Feuer, das die Ahnen auf dem Weg in die Antarktis entzündet hatten, um an die warme Heimat zu erinnern.

Die leuchtenden Farben ziehen heutzutage weniger die Abergläubigen als vielmehr die Hobbyfotografen an. Wann auch sonst sieht der Himmel ähnlich spektakulär aus wie in Mordor?

Das Südlicht der Maori hat nun der deutsche Astronaut Alexander Gerst eingefangen. Kurz vor seiner Rückkehr nach Deutschland am Montag zeigt die ESA nun dieses beeindruckende Zeitraffer-Video einer seltenen Aurora australis aus 400 Kilometern Höhe. Dabei ist Gerst direkt durch die Aurora durchgeflogen, die durch eine Sonneneruption ausgelöst wurde.

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