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Ari Goldmann

Künstler Ari Goldmann thematisiert in „Menschheit“ auch die berühmte Hamburger Studenten-Protestaktion am 9. November 1967 – Zeitzeugengespräch in der Galerie Postel.

„Unter den Talaren – Muff von 1.000 Jahren“, diesen Satz verbindet man sofort mit den Studentenprotesten der 68er. Die Geschichte dazu hat sich in Hamburg zugetragen: Am 9. November 1967 entrollten die Jurastudenten Detlev Albers und Gert Hinnerk Behlmer im Audimax ein Transparent mit eben dieser Aufschrift, während der feierlichen Prozession zur Rektoratsübergabe. Die mit Talaren bekleideten Professoren bemerkten die gegen sie gerichtete Beleidigung zunächst nicht, die Studenten liefen vor ihnen. Der Künstler Ari Goldmann schuf, inspiriert von der Aktion, ein Bild der Lehrenden. In seiner Ausstellung Menschheit ist dieses zu sehen, ebenso wie andere Gemälde, in denen Goldmann dem Wesen unseres Bildgedächtnisses nachspürt. Inmitten der Kunstwerke lädt die Galerie Postel heute zum Zeitzeugengespräch mit dem Initiator der Aktion, Gert Hinnerk Behlmer (Staatsrat a.D.) und Erwin Jurtschitsch (Mitbegründer der taz, Journalist und Unternehmer). Was waren die Hintergründe der Aktion? Welche Auswirkungen hatte sie? Sicher wird es interessante Antworten geben.

Text: Katharina Manzke

 

Volkspark und Co.

Mit dem Film „Die unaufhörliche Stadtparklust“ startet im Metropolis die neue Reihe „Soziales Grün – Parks und Gartenkultur im Film“, mit anschließender Diskussion.

Ob nun unter Metallpalmen im Park Fiction, dem Dach eines Pavillons im Stadtpark oder einer alten Eiche im Altonaer Volkspark – wer keinen eigenen Garten hat, entspannt in einer der öffentlichen Grünzonen der Stadt. Hamburg feiert im Sommer 2014 seine Parks, auch, weil der Stadtpark 100 Jahre alt wird. Die Kinemathek Hamburg begleitet die Feierlichkeiten mit der Filmreihe Soziales Grün – Parks und Gartenkultur im Film im Metropolis. Den Anfang macht am 1. Juli die Dokumentation Die unaufhörliche Stadtparklust (2010) – Jürgen Kinter aus der Geschichtswerkstatt Barmbek erzählt die bewegte Vergangenheit des Gartendenkmals mit raren Bilddokumenten und zeigt die bunte Gegenwart. Im Anschluss an die Filmvorführung diskutieren der Filmemacher sowie Thomas Vesting, Mitglied des Stadtpark Vereins, und SZENE HAMBURG-Autor Jörg Schöning (Hamburgs grüne Anlagen) mit dem Publikum.

Text: Lena Frommeyer

 

Bunker „Frieda“

Nachdem Anwohner den Hochbunker in Ottensen gekauft haben, okkupieren 17 Hamburger Künstler die 2.500 Quadratmeter im Rahmen der kunst altonale.

Es ist geöffnet während der kunst altonale (28.6. bis 6.7.), was sonst verschlossen bleibt: Der Hochbunker in der Friedensallee, 1942 erbaut – mit sieben Stockwerken und 1,10 Meter dicken Wänden, Sicherheitsschleusen, gasdichten Stahltüren und Platz für 1.560 Menschen. In den achtziger Jahren wurde er zum ABC-Schutzraum gegen biologische und chemische Kampfstoffe umgerüstet, vor kurzer Zeit kaufte ihn eine Gemeinschaft aus Anwohnern, taufte den Betonklotz Frieda und wandelt ihn in eine temporäre Kulturstätte um, bevor er ab Herbst 2014 zum Wohnraum umgestaltet wird. Bis es so weit ist, nehmen ihn also 17 Hamburger Künstler in Beschlag und zeigen dort im Rahmen der kunst altonale zehn Tage lang ihre Arbeiten. Unter dem Titel Gesamtfassungsvermögen 1560, für so viele Menschen war der Schutzbunker zugelassen, nehmen unter anderem Antje Bromma, Ralf Jurszo, Katharina Kohl, Kroko, Tonia Kudrass und Frank Khalsa mit ihren Werken die 2.500 Quadratmeter ein: zum Beispiel mit Bunkergewächsen und Klang-Installationen.

Text: Sabine Danek

Ausstellung: bis 6. Juli
Sa/So 15–19, Mi-Fr 17–19 Uhr

 

Roller Derby

Das etwas andere Sportevent auf Rollen: Am 28. Juni findet in der Sporthalle des Christianeums das letzte „Bout“ der Saison statt.

Wo trifft man eine Ärztin, eine Polizistin, eine Erzieherin und eine Literaturwissenschaftlerin zweimal wöchentlich gemeinsam an? Richtig, verschwitzt und mit blauen Flecken beim Training für Roller Derby. Die Trendsportart aus den USA ist eine Mischung aus Rugby und Wettrennen, auf Rollerskates versteht sich. Stets mit einer Prise Punk, Pauli und Rock’n’Roll versehen. Der Ton ist „rough“, die Damen „tough“, topfit und nicht gerade zimperlich – acht Schiedsrichter zur Sicherstellung der Regelkonformität sprechen für sich.

„Rough Rudie #69“, „Miss Zoffi auf #180“ und der Rest der Rollertruppe der Hamburg Sea Gals erwarten am 28. Juni die Mädels der RocKArollers aus Karlsruhe zum Bout (Wettkampf) in heimischer Arena. Wer vom Spektakel noch nicht genug hat, die After-Bout-Party steigt ab 23 Uhr im Bad Taste.

Text: Tanja Ehrlich

 

Pop Nacht

Beim neuen sommerlichen Musikfestival spielen 13 lokale und international bekannte Acts im Park rund um das Altonaer Rathaus.

Im Sommer ähneln die Parks in der Stadt Wohnzimmern unter freiem Himmel. Für jeden gibt es dort ein Fleckchen Wiese, auf dem man locker ein ganzes Wochenende verbummeln kann. Umso schöner, wenn dazu auch noch Live-Musik erklingt. Bei der altonale Pop Nacht verwandelt sich der Park vor dem Altonaer Rathaus in ein Festivalgelände, auf dem es, vom frühen Nachmittag bis spät in die Nacht, viel zu entdecken und vor allem zu hören gibt: 13 Bands werden erwartet. Vor dem offiziellen Einlass ab 17 Uhr kann man sich schon vor dem prunkvollen Bau zum Pop-Picknick treffen, wo unter anderem das Maker Hub und der Konzertveranstalter Sofa Concerts für Unterhaltung sorgen. Ab 18 Uhr starten dann die eigentlichen Konzerte von Lokalmatadoren wie den Bands Memoriez und Kapelle Herrenweide und vielen international bekannten Acts – darunter Asbjørn, Sweet Sweet Moon, Talking To Turtles, Golden Kanine, Kristoffer and the Harbourheads und die Indie-Pop-Band Dear Reader aus Johannesburg. Träumen, tänzeln, kuscheln, hüpfen, lachen oder feierlich traurig sein, für jede Sommerabendvorliebe sollte der passende Sound dabei sein.

Text: Katharina Manzke

 

The Slackers

 Die Ska-Band aus New York bezeichnet man lieber als astreine Popgruppe, die ihre launigen Songs in Off-Beat-Gewänder kleidet – diesmal im Hafenklang.

The Slackers einfach nur eine Ska-Band zu nennen, würde dem Sextett aus New York City kaum gerecht werden. Vic Ruggiero und seine Mannen gelten zwar als weltbeste Band des Genres und ihre Musik atmet eindeutig den Geist von jamaikanischer Musik, aber im Grunde handelt es sich bei den Slackers – ähnlich wie bei den Specials oder Madness – um eine astreine Popgruppe, die ihre launigen Songs in Off-Beat-Gewänder kleidet. Andererseits: War der klassische Ska aus den 1960er Jahren eigentlich nicht auch einfach nur Tanz- und Popmusik – die sich übrigens so manch US-amerikanischen Hit einverleibte, um diese dann mit markant modifizierter Rhythmik wiederzugeben? Das Entscheidende an den Slackers ist, dass sie ihren Ruf als hervorragenden Live-Act zu Recht genießen – und das schon seit Anbeginn ihrer Karriere, also seit sage und schreibe 1991. 14 Alben sind seitdem erschienen, bleibt also die Frage: Warum bezeichnen sie sich selbst als „Drückeberger“?

Text: Michele Avantario

 

Einstürzende Neubauten

Die alljährliche Neubauten-Celebration steigt diesmal an historischer Stätte, nämlich im Hafenklang, wo die Gruppe ihr Debüt-Album aufnahm.

Wahrscheinlich muss man es alle paar Jahre mal wiederholen: Die Einstürzenden Neubauten waren um 1980 eines der wenigen pop-musikalischen Weltwunder, die dieses Land hervorgebracht hat. Die Gruppe um den Sänger Blixa Bargeld nahm ihre erste Platte in den Räumlichkeiten des Hafenklangs auf, der früher kein Club, sondern ein Tonstudio war. Kollaps, so der Titel des Neubauten-Debüts, gilt bis heute als wegweisend, auch wenn die Gruppe seit gut 20 Jahren nicht mehr so aufregend klingt wie in den 1980ern. Wer die interessante Entwicklung dieser Band nachvollziehen möchte, ist auf der alljährlich stattfindenden Neubauten-Party, die diesmal im Hafenklang zelebriert wird, bestens aufgehoben. Auf dem Programm stehen sieben Stunden Neubauten-Musik auf zwei Floors, Performances, Video-Installationen und Live-Musik.

Text: Michele Avantario

 

Rund & Bunt

In Berlin bereits etabliertes Format, nun die Premiere im Hamburger Westwerk: Bei dieser Ausstellung haben alle Werke ein rundes Format.

Das Einzige, was steht, ist das Format: Rund muss es sein, einen Durchmesser von 100 Zentimetern haben und wenn es dann noch schön bunt ist, umso besser. Der Rest hingegen leuchtet in bester Diversität: Künstler aller Genres, jeden Alters, verschiedenster Nationalitäten stellen aus, bekannt oder eher unbekannt – von der Lichtinstallation über Objektkunst bis zur Malerei. Organisator der Ausstellung Rund & Bunt ist der Projektraum Ventilator 24, diese Galerie ging aus einem Zusammenschluss freischaffender und in Berlin lebender Künstler hervor, die „einen dogmenfreien Ort für Kunst“ schaffen wollten. Im Juni ist dieses in Berlin erprobte Format jetzt im Westwerk zu sehen und wird mit einer experimentellen Tanzperformance mit Franz J. Hugo und Lesungen von Jaana Müller und Michael Luhnen eröffnet. Eine runde Sache!

Text: Sabine Danek

Ausstellung bis 8.7.

 

Tatjana

John Neumeiers Choreografie nach Alexander Puschkins Versroman „Eugen Onegin“ wird in der Hamburger Staatsoper uraufgeführt.

Immer wieder hat John Neumeier literarische Vorlagen in Tanz übersetzt, so zum Beispiel Thomas Manns Tod in Venedig oder auch Ödön von Horvaths Drama Liliom. Dass er sich nun mit Tatjana Alexander Puschkins Versroman vornimmt, ist insofern bemerkenswert, als es von Eugen Onegin bereits ein zeitgenössisches Ballett von John Cranko gibt, das Neumeier in Hamburg zweimal inszeniert hat, 1984 und 2012. Offensichtlich beschäftigt den Maestro die unerfüllte Liebe zwischen dem Müßiggänger Eugen Onegin und der Gutsbesitzer-Tochter Tatjana nachhaltig – und man darf gespannt sein, warum er seine Choreografie nicht nach dem Protagonisten, sondern seiner Liebschaft benannt hat. Dabei handelt es sich um eine Koproduktion mit dem Stanislavski and Nemirovich-Danchenko Moscow Academic Music Theatre. Die Musik stammt von der in den USA lebenden russischen Komponistin Lera Auerbach.

Text: Hanna Klimpe

29.6. (Premiere), weitere Vorstellungen 1.+10.7.

 

Glebs Film

Im Rahmen des Stadtteilfestivals verwandelt sich der Friseursalon Lenz in ein Kino. Gezeigt wird die humoristische Dokumentation über den Besitzer Gleb.

Die Altonaer Authentizität gibt es nur hier: Glebs Film läuft jetzt wieder in Glebs Kino! Drei Tage lang verwandelt sich der Friseursalon Lenz zur Lichtspielbühne für Glebs Träume vom ganz großen Kino. Während er bei seinen vorwiegend betagten Kundinnen die grauen Locken dreht, Wimpern färbt und Strähnen toupiert, beschäftigt er sich mit dem „Virus“ der Einsamkeit, der in der heutigen Gesellschaft grassiert – von dieser Seuche inspiriert, entwickelt der Figaro mit weißrussischen Wurzeln ambitioniert Filmideen, die über den konventionellen Fassonschnitt weit hinausgehen und diskutiert mit den Damen am Waschbecken seine fiktiven Charaktere. Sogar ein Friseur namens Gottlieb ist darunter. Zwischen den Vorführungen dieses dokumentarischen Highlights der Altonaer Filmgeschichte stehen Regisseur Christian Hornung und der Star für Interviews bereit. Vorverkauf der altonale nutzen!

weitere Vorstellungen:  20 und 21 Uhr