So funktioniert Kapitalismus. Ein Blog

Autoren Archiv von Dieter Wermuth

Gefahr eines Aktiencrashs nimmt zu

Von 22. Mai 2015 um 18:50 Uhr

Für Anleger sind die Fragen immer dieselben: Welche Papiere sind billig, welche teuer, was sind die Risiken, was sollte ich kaufen, was verkaufen? Wenn die Märkte lange Zeit in die eine oder andere Richtung gelaufen sind und daher eine Trendwende droht, so wie das zurzeit der Fall sein könnte, geht es darum, rechtzeitig auszusteigen, also bevor alle Anderen es tun, und auf diese Weise Buchgewinne zu realisieren. Da es völlig unmöglich ist, die Wendepunkte im Vorhinein zu bestimmen, empfiehlt sich ein gestaffeltes Vorgehen. Alles auf eine Karte zu setzen ist selten eine gute Strategie – und es ist verantwortungslos, wenn es um fremdes Geld geht. In der heutigen Situation ist es außerdem zunehmend wichtig, sein Vermögen und damit die Risiken auf mehr Assetklassen zu verteilen als in normalen Zeiten. Das bedeutet im Übrigen, den Anteil der sofort verfügbaren liquiden Mittel langsam zu steigern.
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Die BIP-Zahlen sind unplausibel niedrig

Von 13. Mai 2015 um 14:03 Uhr

Warum ist das reale Sozialprodukt im ersten Quartal nur um 0,3 Prozent gegenüber dem vierten Quartal gestiegen? Ich hatte zwar kürzlich erklärt, die Stimmung sei viel besser als die Zahlen, und könnte mich für diese Überschrift beglückwünschen, aber dass eine so mickrige Zuwachsrate herauskommen würde, hatte ich dann doch nicht gedacht.
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Deutsche Konjunktur: Gute Stimmung, schwache Zahlen

Von 8. Mai 2015 um 13:31 Uhr

Ich frage mich, warum sich unsere Wirtschaft nicht schon längst in einem richtigen Boom befindet, mit Zuwachsraten beim realen BIP von drei Prozent oder mehr. Ich kann mich nicht erinnern, dass die Politik schon einmal dermaßen expansiv war wie heute – die Leitzinsen sind superniedrig, die Währung ist extrem schwach, die realen Haushaltseinkommen und Gewinne sind durch den Verfall des Ölpreises stark gestiegen. Und die Finanzpolitik hat inzwischen von restriktiv auf neutral umgeschaltet. Die Stimmung der Unternehmen könnte nicht besser sein. Weiter…

Anlagestrategie in Zeiten niedriger Ölpreise

Von 27. April 2015 um 20:24 Uhr

Anfang des Monats hatte ich mich im Herdentrieb bereits mit der Frage beschäftigt, was passiert, wenn der Ölpreis dauerhaft niedrig bleibt. Damals lag der Fokus mehr auf den gesamtwirtschaftlichen Effekten, jetzt habe ich mich in meinem neusten Investment Outlook der Frage etwas detaillierter aus der Anlegerperspektive gewidmet.
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Der Mindestlohn ist zu niedrig

Von 14. April 2015 um 17:15 Uhr

Die Katastrophe am Arbeitsmarkt ist bisher ausgeblieben – der Mindestlohn von 8,50 Euro scheint verkraftbar zu sein. Da spätestens seit vergangenem Herbst klar ist, dass er im Januar kommen würde, hätten schon damals die Entlassungen beginnen müssen. Haben sie aber nicht. Vielmehr hat die Anzahl der Jobs in den sechs Monaten bis zum Februar um nicht weniger als 193.000 zugenommen und damit im selben Rhythmus wie in den Jahren zuvor. Weiter…

Was passiert, wenn der Ölpreis dauerhaft niedrig bleibt

Von 8. April 2015 um 18:06 Uhr

In den vergangenen Monaten sind die Prognosen für den Ölpreis deutlich nach unten revidiert worden. Davon, dass er nur steigen kann, weil die Welt in der Nähe von peak oil sei (also an ihrer physischen Grenze), ist nicht mehr die Rede. Vor allem Revolutionen auf der Produktionsseite – Fracking, Ausbeutung von Ölsänden, horizontale und Tiefseebohrungen – haben das bewirkt. Aber auch auf der Nachfrageseite hat sich viel getan: Die Energieeffizienz beim Heizen von Gebäuden und im Verkehr nimmt rasant zu, alternative Energien spielen eine zunehmend wichtige Rolle. Der Druck auf die Politik steigt, das Verbrennen von klimaschädlichen fossilen Brennstoffen zu reduzieren. Hinzu kommt, dass die Zuwachsrate des globalen BIP nicht mehr so hoch ist wie vor der großen Rezession, vor allem weil China auf einen niedrigeren Expansionspfad eingeschwenkt ist und weil in den kapitalreichen und alternden Ländern der OECD nur noch moderate Wachstumsraten erzielt werden. Die Annahme, dass der Ölpreis niedrig bleiben wird, ist daher ziemlich gut zu begründen. Die Folgen für uns und die Welt sind tiefgreifend, aber das ist im öffentlichen Bewusstsein noch nicht angekommen.
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Aktien sind überbewertet

Von 31. März 2015 um 19:25 Uhr

Der Deutsche Aktienindex hat am Dienstag bei 11.966 Punkten geschlossen und hat damit im ersten Quartal des Jahres um beachtliche 22 Prozent zugelegt. Nach den gängigen Maßstäben sind deutsche Aktien allerdings stark überwertet und müssten daher demnächst einbrechen. Bekanntlich halten sich Rallyes aber selten an fundamentale Bewertungen und dauern oft länger, als man denkt. Spekulationen gegen steigende Kurse haben schon so manchen ruiniert.
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Euroland versucht es als Billiganbieter

Von 26. März 2015 um 17:54 Uhr

Zu Beginn der Finanzkrise, im Jahr 2008, war das Bruttoinlandsprodukt der Währungsunion nur vier Prozent niedriger als das der USA – in diesem Jahr dürfte der Abstand 38 Prozent betragen. Anders ausgedrückt sind die Einkommen Eurolands, vor allem also die Löhne, relativ zu denen der USA, stark gesunken. Das ist in erster Linie die Folge der Abwertung des Euro und damit ein (gewünschter) Nebeneffekt der europäischen Geldpolitik, die inzwischen um Einiges expansiver ist als die amerikanische. Eine schwache Währung stimuliert in der Regel die Konjunktur und führt zudem über steigende Außenhandelspreise zu höheren Inflationsraten oder bremst das Abgleiten in die Deflation. EZB-Chef Draghi betont darüber hinaus immer wieder, dass es so lange bei der Politik des leichten Geldes bleiben wird, bis die Inflation dort ist, wo er sie haben will. Die EZB gibt Gas, die Fed hat begonnen zu bremsen. Darüber ist Euroland ein Billiganbieter geworden. Der Euro hat ja nicht nur gegenüber dem Dollar deutlich an Wert verloren, sondern auch gegenüber den Währungen der Handelspartner insgesamt.
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Anzeichen für geringere globale Deflationsrisiken

Von 6. März 2015 um 18:27 Uhr

Ich kann der These etwas abgewinnen, dass sich das Trendwachstum der Weltwirtschaft seit 2010 deutlich verlangsamt hat. Wenn das so ist, ist die Outputlücke, also die Unterauslastung der Produktionskapazitäten, nicht so groß, wie ich es bisher vermutet hatte – so dass dann auch das Deflationsrisiko geringer ist.
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Die Konjunktur nimmt Fahrt auf

Von 26. Februar 2015 um 10:57 Uhr

Wenn alle Signale auf Grün stehen, bewegt sich auch die deutsche Konjunktur, von der das fast niemand mehr erwartet hatte. Gegenüber dem dritten Quartal war das reale BIP im vierten Quartal mit einer Verlaufsrate von etwas mehr als 2,8 Prozent gestiegen (also annualisiert oder hochgerechnet auf ein ganzes Jahr), sodass sich erstmals seit Langem die Output-Lücke verringert hat. Vorlaufende Indikatoren wie die Auftragseingänge in der Industrie oder die Ifo-Umfragen deuten darauf hin, dass der Aufschwung weitergehen wird. Weiter…