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Was den Euro treibt

Wieso wertet der Euro eigentlich ständig auf? Vielleicht ist es die Erwartung, dass die Zinsen steigen werden, jedenfalls relativ zu denen der USA, oder dass der Dollar fallen muss, es aber gegenüber den Hauptkandidaten, den Währungen der asiatischen Schwellenländer und der Ölexporteure, wegen massiver Stützungsoperationen nicht kann. Der Euro als weinender Dritter?
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Greenspans Memoiren: zugleich spannend und ärgerlich

In Greenspans kürzlich erschienen Memoiren, einem 530 Seiten-Schmöker, durch den ich mich gerade arbeite, gibt es eine Fülle von anregenden Berichten aus dem Zentrum der Wirtschaftspolitik der Nachkriegszeit, wie man sie so schnell nicht wieder finden dürfte. Nach diesem chronologisch angeordneten Teil, der die Hälfte des Buches ausmacht, kommen mehrere gut geschriebene Kapitel grundsätzlicher Art, die ich wegen ihrer gelegentlich ungewohnten Perspektive sehr lehrreich finde, etwa das über das Leistungsbilanzdefizit und die Schuldensituation der USA (S. 346 – 362), oder das berühmte „Conundrum“, die Frage, warum die Anleiherenditen im letzten Zinserhöhungszyklus gesunken statt gestiegen sind (S. 377 – 391). Auf manches kann man allerdings auch verzichten, vor allem auf die ziemlich penetrante Erfolgsgeschichte des Kapitalismus (S. 267 – 345).
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Die Russen kommen – die Chinesen auch!

Wie erwartet, gibt es einen großen Aufruhr, wenn Länder ihre Währungsreserven in etwas anderem anzulegen versuchen als in Forderungen gegenüber den Regierungen der USA oder Westeuropas, wenn sie also etwas Richtiges dafür kaufen wollen, statt nur Versprechen auf spätere Zahlung, die de facto unverbindlich sind. China und Russland verkaufen uns Computer, T-Shirts, Öl und Gas, warum sollte man ihnen im Gegenzug nicht erlauben, Siemens, SAP, Airbus, E.on oder die Deutsche Telekom zu kaufen? Wofür gibt es denn Aktienmärkte? Offenbar gibt es genehme und weniger genehme Eigentümer. Das Geld diktatorisch oder autokratisch regierter Staaten ist hierzulande jedenfalls nicht sehr willkommen.
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Ökonomen verstehen die Welt nicht mehr

Das könnte eine Übertreibung sein – vermutlich haben die Ökonomen die Welt überhaupt noch nie richtig begriffen. „Angesichts der enormen und andauernden strukturellen Änderungen lässt sich … durchaus die Meinung vertreten, dass wir die wirtschaftlichen Abläufe heute womöglich noch weniger verstehen als in der Vergangenheit.“ Das jedenfalls sagt die Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in ihrem jüngste Jahresbericht. Er sollte für alle, die sich für Markoökonomik interessieren eine Pflichtlektüre sein. Der Duktus des Berichts ist entsprechend stets abwägend, aber die Bank scheut trotzdem nicht vor pointierten Analysen und klaren Empfehlungen zurück. Das einleitende Kapitel und die Schlussbemerkungen haben es in sich.
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Globalisierung, oder das Ende der Gemütlichkeit

Zwar ist eigentlich schon alles über die Globalisierung gesagt worden, nur noch nicht von jedem – um mal eine Anleihe bei Karl Valentin zu machen. Das Thema ist zu verlockend und zu aktuell, um es nicht in diesen Blog zu behandeln. Meine Schlussfolgerung vorneweg: Globalisierung ist was Gutes, es profitieren die wirtschaftlich aufstrebenden Ländern ebenso wie die alten Industriestaaten. Aber wer nicht agil darauf reagiert, hat schlechte Karten, denn die Globalisierung hat auch ihre dunklen Seiten. Hier ist die Politik gefordert, denn der Markt allein wird nicht in der Lage sein, die Entwicklung in eine akzeptable Richtung zu lenken.
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Alan Greenspan gewinnt seine letzte Wette

Rebalancing, Rebalancing! Nun auch noch wahnsinnig gute Wachstumszahlen aus Japan. Das Bruttoinlandsprodukt der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt legte im vierten Quartal um 1,2 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu. Das macht annualisiert sagenhafte 4,8 Prozent. Noch besser: Wie schon in Euroland gab es eine Revision des schwachen dritten Quartals nach oben. Und das Beste: Der japanische Verbraucher ist zurück. Die Binnennachfrage zieht an.

Damit reihen sich die guten Nachrichten aus Japan nahtlos an Euroland. Auch hier gab es Anfang der Woche viel zum Staunen: 0,9 Prozent Wachstum im vierten Quartal, annualisiert: ordentliche 3,6 Prozent. Und auch hier stärkere Konsumnachfrage (wobei der deutsche Mehrwertsteuereffekt geholfen hat).

Was bedeutet das? Alan Greenspan ist auf dem besten Wege seine letzte große Wette zu gewinnen. Weiter„Alan Greenspan gewinnt seine letzte Wette“

 

Nichts ist falsch am schwachen Yen

Am Freitag und Samstag treffen sich in Essen die Finanzminister der G7-Staaten. Ganz oben auf der Agenda werden wie so oft in der Vergangenheit die Wechselkurse stehen. Neben der chinesischen Währung, dem Renminbi, könnte diesmal auch der japanische Yen ins Zentrum der Kritik geraten. Das beabsichtigen zumindest einige europäische Finanzminister und Jean-Claude Juncker, der Chef der Euro-Group. Denn sie halten den Yen für total unterbewertet. Weiter„Nichts ist falsch am schwachen Yen“

 

Allein mir fehlt der Glaube

Das Wachstum der Weltwirtschaft scheint sich trotz einer leichten Abschwächung im nächsten Jahr weiter prächtig zu entwickeln. So sehen es die Regierungen und internationalen Organisationen. Bei der Nachfrage bestehe immer noch ein gewaltiges Aufholpotenzial und weder beim Angebot an Arbeitskräften noch bei den Produktionskapazitäten seien Engpässe zu erkennen. Die Inflation liegt im Durchschnitt kaum über 3 Prozent, was im historischen Vergleich sehr niedrig ist, und von daher besteht nirgendwo ein Druck die wirtschaftspolitischen Zügel anzuziehen. Es herrscht eine positive Stimmung wie vor dem Aktiencrash von 2000/2001 und die Optimisten schätzen das Umfeld heute stabiler ein als damals. Aber was ist eigentlich aus den weltwirtschaftlichen Ungleichgewichten geworden? Dem Damoklesschwert, das über jeder Einschätzung der zukünftigen Entwicklung hängt. Hier sehen die Optimisten die Marktkräfte am Werk, die die Wirtschaft immer wieder zurück zum Gleichgewicht führen. Allein da fehlt mir der Glaube.
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