Falscher Verdacht und Gratis-Champagner – das Medienlog vom Freitag, 2. August 2013

In der Berichterstattung über den 31. Verhandlungstag steht die Frage im Mittelpunkt, warum die Ermittler so lange in die falsche Richtung ermittelten. „Vor Gericht wurde heute klar, warum die Fahnder so lange an Organisierte Kriminalität als Hintergrund der Taten glaubten“, heißt es etwa im Deutschlandfunk. Der Autor schildert die Aussage des Zeugen Albert Vögeler von der polizeilichen Sonderermittlergruppe Soko Bosporus. Darin ging es um die Irrwege, auf denen die Beamten so erfolglos die Täter suchten. Ein Thema, das vor allem türkische Medien interessiert: So stehen die Ermittlungsfehler in der türkischsprachigen Zaman im Vordergrund.

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Eine aufgedrehte Zeugin – das Medienlog vom Donnerstag, 1. August 2013

Der Mord an Habil Kiliç, dem Münchner Gemüsehändler, ist das bestimmende Thema der Berichte über den 30. Verhandlungstag. Im Mittelpunkt stehen vor allem die widersprüchlichen Aussagen der Zeugin Anna S. und das eingestellte Verfahren der Erfurter Staatsanwaltschaft gegen Beate Zschäpe.

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31. Prozesstag – Enver Şimşek/Abdurrahim Özüdoğru und Mehmet Turgut

30. Juli - 6. August

Am 31. Prozesstag wurde unter anderem der leitende Kriminalbeamte Albert Vögeler befragt. Er schilderte, warum nach den Morden an Enver Şimşek und Abdurrahim Özüdoğru aus Nürnberg lange Zeit fremdenfeindliche Motive ausgeschlossen wurden. Vögeler sagte, dass die Möglichkeit eines solchen Hintergrunds zwar angesprochen wurde. Es seien jedoch bis 2006 „keine strukturierten Ermittlungen in diese Richtung vorgenommen worden“.

Der Blumenhändler Şimşek wurde 2000 in seinem Transporter erschossen. Bereits am 20., 21., und 26. Prozesstag wurde sein Mord im NSU-Prozess behadelt. Özüdoğru wurde ein Jahr später, 2001, in seiner Änderungsschneiderei getötet. Sein Fall war bereits am 14. und 28. Prozesstag Thema.

Am Nachmittag war der Zeuge Alexander H. geladen, der zum Mord an Mehmet Turgut in Rostock befragt wurde. Er hörte am 25. Februar 2004 die Schüsse, die Turgut töteten. H. sah aber niemanden. Der Ermordete arbeitete als Aushilfe in einer Imbissbude. (mit dpa)

Die Berichte über den 31. Prozesstag fassen wir morgen im NSU-Medienlog zusammen.

 

Zschäpe, eine Prostituierte? – das Medienlog vom Mittwoch, 31. Juli 2013

Im Mittelpunkt der Berichterstattung stand die Rentnerin Charlotte E., die sich im Haus befand, als Beate Zschäpe im November 2011 mutmaßlich das Haus in Zwickau anzündete. Die heute 91-Jährige war selbst nicht vor Gericht, jedoch drei ihrer Verwandten. Auf das Schicksal der 91-Jährigen konzentriert sich etwa Kai Mudra in der Thüringer Allgemeinen („NSU-Opfer: Meine Tante hat alles verloren“) und (mit Mara Mertin) in der WAZ.

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30. Prozesstag – Habil Kiliç

30. Juli - 6. August

Das Gericht hat sich heute mit dem Mord an Habil Kiliç befassen. Kiliç wurde am 29. August 2001 in seinem Laden in München erschossen. Er war das vierte NSU-Opfer. Der Mord war schon einmal am 22. Prozesstag Thema.

Heute schilderte eine Zeugin vor Gericht, wie sie Kiliç mit schweren Schussverletzungen in seinem Lebensmittelgeschäft in München fand. Kiliç habe wohl noch gelebt, sagte die Zeugin.

Ein Rechtsmediziner erklärte vor Gericht, dass Kiliç maximal wenige Minuten überlebt haben könne. Er sei aber wohl nicht mehr bei Bewusstsein gewesen. Die mutmaßlichen Rechtsterroristen hatten ihm zwei Mal in den Kopf geschossen. (mit dpa)

 Die Berichte über den 30. Prozesstag fassen wir morgen im NSU-Medienlog zusammen.

 

29. Prozesstag – Wohnungsbrand in Zwickau

30. Juli - 6. August

Auch am heutigen Verhandlungstag widmete sich das Gericht dem Wohnungsbrand in der Zwickauer Frühlingsstraße und hörte dazu drei Nachbarn als Zeugen: Die 18-jährige Janice M., ihre Großmutter und deren Schwester. Die 89-jährige Urgroßtante von Janice M. wohnte in der Wohnung neben den mutmaßlichen Rechtsterroristen.

Ihren Tod soll Zschäpe in Kauf genommen haben, als sie am 4. November 2011 nach dem Selbstmord ihrer mutmaßlichen Komplizen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt die gemeinsame Wohnung anzündete; außerdem den Tod zweier Handwerker, die normalerweise im Haus tätig waren. Deshalb ist Zschäpe auch wegen Mordversuchs angeklagt.

Hier der ausführliche Bericht von unserem Autoren Tom Sundermann. Die Berichte über den 29. Prozesstag fassen wir morgen im NSU-Medienlog zusammen.

 

Eine Anwältin unter Druck – das Medienlog vom Montag, 29. Juli

Ihr Mandat für die Hauptangeklagte im NSU-Prozess hat für die Anwältin Anja Sturm persönliche und berufliche Konsequenzen: Die Verteidigerin von Beate Zschäpe verlässt ihre Kanzlei und ihre Heimat Berlin. Grund ist die massive Kritik aus den Reihen der Sozietät und der Berliner Kollegenschaft an ihrem Mandat – ein Thema, das die Medien am Wochenende aufgriffen.

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Zschäpes Tierliebe und ein kaltblütiger Mord – das Medienlog vom Freitag, 26. Juli 2013

Über den 28. Verhandlungstag berichten im Vergleich zu den jüngst vergangenen Tagen nur wenige Medien. Um die Aussagen der drei Zeugen, die Beate Zschäpe mit ihren Katzen nach der Explosion auf der Straße gesehen haben, geht es unter anderem auf Spiegel Online („Sie wirkte nicht sonderlich panisch.“)

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Zschäpe und Hitler verkauft sich gut – das Medienlog vom Donnerstag, 25. Juli 2013

Diddl oder Dienelt-Maus? Die Berichterstattung behandelt die Aussagen von Olaf B., dem ehemaligen Nachbarn von Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt in Zwickau. Auffällig ist, dass gleich mehrere Medien (auch ZEIT ONLINE) den Hitler-Bezug in der Überschrift thematisieren. Ein journalistischer Reflex?

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