So funktioniert Kapitalismus. Ein Blog

Autoren Archiv von Mark Schieritz

Gabriels Optionen

Von 29. August 2014 um 14:32 Uhr

Fabian Lindner hat gestern auf die Problematik der Pläne des Wirtschaftsministers zur Ankurbelung der Investitionen hingewiesen. Ich will mich noch einmal mit diesem Thema befassen. Zunächst einmal ist Gabriels Diagnose ja richtig: Es gibt jede Menge anlagewilliges Kapital und trotzdem kaum Investitionen. Das ist allerdings kein bug, sondern ein feature der gegenwärtigen wirtschaftlichen Lage. Wir stecken in der Krise, weil nicht genug investiert wird – privat wie öffentlich.
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Piketty, das Kapital und die Arbeit – ein Gastbeitrag von Hagen Krämer

Von 14. Juli 2014 um 14:56 Uhr

Der französische Ökonom Thomas Piketty hat mit seinem Buch Capital in the 21st Century eine lebhafte und wichtige Debatte über grundlegende Fragen der Einkommens- und Vermögensverteilung angestoßen (auch im Herdentrieb-Blog: hier und hier). Dabei mangelt es nicht an Kritik aus der Fachwelt an den Thesen Pikettys und der theoretischen Fundierung, die er liefert. Eine kommt von dem Karlsruher Ökonomen Hagen Krämer, der sie mit einem Gastbeitrag hier im Blog zur Diskussion stellt:

Arbeit und Kapital in Pikettys “Kapital im 21. Jahrhundert”

Von Hagen Krämer*)

Was bestimmt langfristig die Einkommensverteilung? Für den österreichischen Ökonomen Eugen von Böhm-Bawerk kamen bekanntlich zwei miteinander konkurrierende Erklärungen dafür infrage: “Macht oder ökonomisches Gesetz?” Für Böhm-Bawerk und die heute dominierende neoklassische Theorie sind es langfristig die ökonomischen Gesetze, gegen die sich die um die Verteilung ringenden sozialen Gruppen nicht durchsetzen können. Machtfaktoren spielen in der herkömmlichen Analyse praktisch keine Rolle. Ich habe mich gefragt, wie dies in dem Bestseller von Thomas Piketty aussieht. Die Analyse und Prognose, die der französische Ökonom über die Entwicklung der Einkommens- und Vermögensverteilung in seinem Bestseller Capital in the 21st Century vornimmt, sind vielfach als radikal und innovativ beurteilt worden. Aber liefert Piketty auch neue Impulse für die Debatte um die Bestimmungsgründe der Einkommensverteilung?
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Wie sich Hans-Werner Sinn bei der Bankenunion verrennt

Von 11. Juli 2014 um 00:31 Uhr

Wie vielleicht bekannt ist, schätze ich Hans-Werner Sinn, auch wenn ich mit ihm häufig nicht einer Meinung bin. Er ist einer der wenigen deutschen Ökonomen mit internationalem standing, er hat sein Institut nach vorne gebracht und ist soweit ich es beurteilen kann ein angenehmer Mensch.

Nur wenn es um den Euro geht, gehen ihm regelmäßig die Pferde durch. Wie gestern in der FAZ, Weiter…

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Schulden lassen sich mit Schulden bekämpfen

Von 6. Juli 2014 um 23:51 Uhr

In Brüssel wird in diesen Tagen darüber verhandelt, wie der Stabilitätspakt in der derzeitigen Situation interpretiert werden soll. Es gibt zwei Schulen: Eine plädiert für eine möglichst strenge Lesart und erhofft sich dadurch Fortschritte beim Schuldenabbau. Die zweite setzt sich dafür ein, die Flexibilität auszunutzen, die der Pakt hergibt.

Die zweite Schule wird sich wohl durchsetzen – heißt das also, dass der Schuldenberg immer größer wird? Nicht unbedingt, wie die Deutsche Bank in einer sehr aufschlussreichen Studie (leider kein Link) gezeigt hat. Das Team um Gilles Moec spricht von einem New Fiscal Realism 3 also einer weiteren Abkehr von der Sparorthodoxie zu Beginn der Krise.
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Der Mythos von der Enteignung der Sparer

Von 3. Juli 2014 um 22:30 Uhr

Es gibt kaum ein wirtschaftspolitisches Thema, dass die mediale Debatte so prägt wie die angebliche Enteignung der Sparer. Das Argument: Die EZB flutet die Märkte mit Geld und die Deutschen sind wieder einmal die Dummen, weil sie sich mit mickrigen Zinsen zufrieden geben müssen.

Die Bundesbank hat nun diese hervorragende Grafik online gestellt, nachdem die SZ am Montag ebenfalls über den Sacherhalt berichtet hatte. Wir sehen: Es ist überhaupt nicht ungewöhnlich, dass das Geld von der Bank von der Inflation aufgezehrt wird. Es ist sogar der Normalfall. Weiter…

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Der Fatalismus der BIZ

Von 30. Juni 2014 um 01:05 Uhr

Wenig Überraschendes von der BIZ. Der Jahresbericht liest sich streckenweise so, als sei er von der Bundesbank geschrieben. Die BIZ scheint sich also politisch klar gegen die Linie des IWF zu positionieren.
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Memo eines Monetaristen

Von 4. Juni 2014 um 14:18 Uhr

Die EZB wird in Deutschland traditionell vor allem von Ökonomen attackiert, die sich in der Tradition der Bundesbank der monetaristischen Schule zuordnen. Angesichts eines Wachstums der Geldmenge M3 von nur noch 0,8 Prozent ist das schon eine Leistung. Vielleicht sollten die deutschen Pseudo-Monetaristen einmal bei einem echten Monetaristen nachlesen. Ich meine Milton Friedman. Der sagt – bezogen auf Japan, aber in Europa ist die Lage durchaus ähnlich – nämlich folgendes:

Initially, higher monetary growth would reduce short-term interest rates even further. As the economy revives, however, interest rates would start to rise. That is the standard pattern and explains why it is so misleading to judge monetary policy by interest rates. Low interest rates are generally a sign that money has been tight, as in Japan; high interest rates, that money has been easy.

Und er hat außerdem erkannt, das geldpolitischer Stimulus und Strukturreformen kein Widerspruch sind, wie auch Wolfgang Schäuble jüngst meinte. Sondern:

The surest road to a healthy economic recovery is to increase the rate of monetary growth, to shift from tight money to easier money . That would make much-needed financial and economic reforms far easier to achieve.

Man muss die Grundannahmen des Monetarismus nicht teilen – ich tue das auch nicht –, aber man sollte in seiner theoretischen Argumentation zumindest konsistent sein. Nur auf die Geldmenge zu verweisen, wenn die einmal zu schnell wächst und nichts zu tun, wenn sie einmal zu langsam wächst, geht jedenfalls nicht

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Wir können alles, außer Inflation

Von 3. Juni 2014 um 19:29 Uhr

Die jüngsten Inflationsdaten aus Deutschland sind bemerkenswert. Die Teuerungsrate ist im Mai nach deutscher Lesart auf 0,9 Prozent und nach europäischer auf 0,6 Prozent gefallen. Dabei wächst die Wirtschaft nun schon seit fünf Jahren, die Arbeitslosigkeit geht zurück und die Produktionslücke dürfte sich – trotz eines erweiterten Potenzials durch die Zuwanderung – allmählich schließen. Man würde also erwarten, dass die Inflation wenigstens in Deutschland sich dem Zielwert der EZB annähert, zumal sie eigentlich über zwei Prozent steigen sollte, wenn im Süden die Preise weniger stark steigen und die EZB ihr Ziel ernst nimmt. Tut sie aber nicht.
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Alle bereit für die deutsche Immobilienblase?

Von 19. Mai 2014 um 23:40 Uhr

Der neue Länderbericht des IWF deutet darauf hin, dass es eine längere Diskussion über die Risiken auf dem deutschen Immobilienmarkt gab.

Nonetheless, while concerns about a housing bubble are premature, preparations against it are not. Hence, the macroprudential toolkit should be readied. We welcome the authorities’ progress in making the new Financial Stability Committee fully operational and in expanding their statistical coverage of the mortgage market. We encourage them to consider expanding the set of macroprudential tools to include loan-to-value and debt-service-to-income instruments.

Für mich ist das ein Indiz, dass der neu geschaffene Ausschuss für Finanzstabilität bald aktiv werden könnte – zumal wenn die EZB die Zinsen noch einmal senkt. Interessant auch, dass der IWF noch erheblichen Spielraum bei den Investitionen sieht.

Additional investment up to 0.5 percent of GDP per year over four years could be financed without violating fiscal rules and would have only a minor impact on the debt-to-GDP ratio given the growth offset.

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Draghis klare Worte

Von 8. Mai 2014 um 15:17 Uhr

Das war ziemlich eindeutig: Der Zentralbankrat “fühlt sich wohl dabei, beim nächsten Mal zu handeln”, sagte Mario Draghi bei der allmonatlichen Pressekonferenz in Brüssel. Wenn nicht etwas Außergewöhnliches passiert, wird die Europäische Zentralbank (EZB) bei ihrer nächsten Sitzung im Juni die Geldpolitik erneut lockern. Der Grund liegt auf der Hand: Die Inflationsrate in der Euro-Zone liegt deutlich unter dem Ziel der EZB und so schnell wird sie auch nicht wieder steigen. Das hat mit der schwachen Wirtschaft zu tun, aber auch mit der Aufwertung des Euro, die die Importe verbilligt. Angesichts der wegen Krimkrise und  Turbulenzen in den Schwellenländern wachsenden Risiken für Anleger im Rest der Welt bringen die Anleger ihr Geld wieder nach Europa, weshalb die Währung zulegt.
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