Schwacher Euro, gute Konjunktur

Seit Anfang des Jahres hat der Euro kräftig aufgewertet, von 1,04 auf 1,17 Dollar, von 0,85 auf 0,91 Pfund, und von 1,07 auf 1,14 Schweizer Franken. Dennoch ist der Euro, wie die folgende Grafik zeigt, nach wie vor schwach. Im Vergleich zu Anfang 1999, als er eingeführt wurde, ist er aus deutscher Sicht – bezogen auf die deutsche Handelsstruktur und Preisentwicklung – real um etwa 13 Prozent gefallen, seit dem Beginn der Finanzkrise um rund neun Prozent. Weiter„Schwacher Euro, gute Konjunktur“

 

Deutsche Wirtschaft: kurzfristig läuft’s, längerfristig angeblich nicht

Was die längerfristigen Prognosen des Internationalen Währungsfonds betrifft, kann ich immer nur staunen. Am 7. Juli gab es die neueste Version: Danach wird der deutsche Konjunkturaufschwung auf kurze Sicht weitergehen. Das reale BIP dürfte 2017 gegenüber 2016 um 1,8 Prozent expandieren, im Jahr danach um 1,6 Prozent, mit der Folge, dass die ohnehin schon positive (!) Outputlücke weiter zunimmt, wodurch dann endlich auch die Rate der Kerninflation steigt. Sie liegt, wie der IWF verwundert anmerkt, trotz der hohen und steigenden gesamtwirtschaftlichen Kapazitätsauslastung, rekordniedriger Arbeitslosigkeit und der vielen offenen Stellen stabil bei nur etwa ein Prozent – die Löhne reagieren bisher nicht wie gewohnt auf die günstige Situation am Arbeitsmarkt. Von 1999, als der Euro eingeführt wurde, bis heute sind die realen durchschnittlichen Tarifverdienste nur um jährlich 0,6 Prozent gestiegen! Weiter„Deutsche Wirtschaft: kurzfristig läuft’s, längerfristig angeblich nicht“

 

Warum die Löhne nicht steigen

In den vergangenen Jahren haben wir so etwas wie ein Beschäftigungswunder erlebt, aber die Reallöhne haben darauf fast gar nicht reagiert. Es gibt genügend neue Jobs, aber von Lohninflation kann keine Rede sein. Was ist da los? Und wird das so weitergehen? Danach sieht es in der Tat aus, denn der Druck auf die deutschen Löhne dürfte durch die immer intensivere internationale Arbeitsteilung und die gewaltigen Niveauunterschiede mindestens noch zehn Jahre lang anhalten, jedenfalls solange die Grenzen offenbleiben und nicht deutlich mehr investiert wird – und solange für die Gewerkschaften Jobsicherheit wichtiger ist als höhere Löhne. Weiter„Warum die Löhne nicht steigen“

 

Schwacher Euro, starke Wirtschaft

Die Schwäche des Euro wirkt wie ein massives Konjunkturprogramm – und sie heizt inzwischen nicht nur in Deutschland, sondern in der gesamten Währungsunion die Inflation an. Es ist ein bisschen wie in den Wirtschaftswunderjahren, als eine unterbewertete D-Mark für hohe Wachstumsraten und, in den frühen siebziger Jahren, für einen starken Anstieg der Inflationsraten sorgte. Weiter„Schwacher Euro, starke Wirtschaft“

 

Warum die Produktivität stagniert – und was dagegen getan werden kann

Aus deutscher Sicht läuft es wirtschaftlich ziemlich gut, wenn wir mal von den vielen Millionen prekärer Jobs oder der ungleichen Verteilung von Vermögen und Einkommen absehen. Es gab 2016 so viele Jobs wie noch nie, 43,5 Millionen und damit ein Prozent mehr als im Vorjahr, es herrscht nicht nur nahezu Vollbeschäftigung, sondern auch Preisstabilität, der Staat erwirtschaftet seit Jahren Budgetüberschüsse, kaum ein anderes Land ist international so wettbewerbsfähig, und die Zuwachsrate des realen BIP von 1,9 Prozent, wie sie im abgelaufenen Jahr erreicht worden ist, kann sich sehen lassen.

Aber in einer Hinsicht läuft es gar nicht gut: Die Produktivität wächst seit fast zehn Jahren nur noch sehr langsamen. Weiter„Warum die Produktivität stagniert – und was dagegen getan werden kann“

 

Der Staat gibt Gas

Fast unbemerkt setzt der Staat die kräftige Expansion seiner Ausgaben fort. Das zeigen die volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen, die in der vergangenen Woche veröffentlicht wurden. Weil die Einnahmen seit einigen Jahren stark steigen und der Schuldendienst wegen der niedrigen Zinsen rückläufig ist, kann er sich das leisten und trotzdem gleichzeitig die Schuldenquote weiter in Richtung 60 Prozent des BIP reduzieren. Wenn man Ausgaben und Einnahmen zusammen betrachtet, ist die Finanzpolitik angesichts der nach wie vor großen Outputlücke und des neuerlichen Überschusses im Gesamthaushalt eher restriktiv, wenn auch nicht so sehr wie noch vor wenigen Jahren. Was der Staat mehr ausgibt, nimmt er der privaten Wirtschaft erst einmal ab und senkt damit deren Ausgabenspielraum. Weiter„Der Staat gibt Gas“

 

Der Wachstumsschock

Wenn die Volkswirtschaft Eurolands seit 2008 so rasch gewachsen wäre wie in den vorangegangenen zehn Jahren, lägen BIP und Einkommen um etwa 20 Prozent über dem aktuellen Niveau. Pro Einwohner wäre das reale BIP um rund 6.600 Euro höher als es tatsächlich ist. Ähnliches gilt für die USA und für Japan. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate des realen BIP ist im Euroland von 2,4 im Zeitraum 1998 bis 2007 auf 0,3 Prozent in den Folgejahren gesunken, in den USA von 3,0 auf 1,3 Prozent, und in Japan von 1,0 auf 0,2 Prozent. Weiter„Der Wachstumsschock“

 

Wie das Finanzministerium sich die Investitionsquote schön rechnet

Als deutscher Finanzminister hat man es nicht leicht. Es vergeht kaum eine internationale Wirtschaftskonferenz, bei der die Bundesregierung nicht aufgefordert würde, mehr zu tun, um die Investitionen in Deutschland zu stärken. Das kann so nicht weitergehen, hat man sich im Bundesfinanzministerium (BMF) ganz offensichtlich gedacht und einen Investitionsbericht erstellt, der den Gegnern den Wind aus den Segeln nehmen soll.

Wie das geht? Ganz einfach: Indem man das Problem einfach wegdefiniert. Aber der Reihe nach.

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Die neue Normalität – eine Wachstumsrate von 1,8 Prozent

Am Mittwoch gab es die detaillierten Zahlen zum BIP im zweiten Quartal. Die Struktur des Wachstums war deutlich anders als im ersten Quartal: dynamischer Außenhandel, kleine positive Beiträge vom privaten und staatlichen Konsum, aber Bremseffekte durch die Ausrüstungsinvestitionen und den Bau. Nichts Dramatisches.

Grafik: Wachstumsbeiträge zum BIP

Da die Stimmung bei den Haushalten und den Unternehmen gut ist, die staatlichen Finanzen gesund und die Zinsen rekordniedrig sind, ist damit zu rechnen, dass die inländische Nachfrage weiter zunehmen wird. Dass der Außenbeitrag noch einmal so groß ausfällt wie zuletzt, ist nicht wahrscheinlich, weil der Welthandel vor sich hin dümpelt – die Globalisierung legt zurzeit eine Pause ein – und weil der Euro eher auf- als abwertet. Weiter„Die neue Normalität – eine Wachstumsrate von 1,8 Prozent“