So funktioniert Kapitalismus. Ein Blog
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Konjunktur und Wirtschaftspolitik

Merkel vs. Draghi

Von 1. September 2014 um 16:25 Uhr

Der Spiegel berichtet von einem Telefongespräch zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel und EZB-Chef Mario Draghi: Besorgt habe Frau Merkel gefragt, wie es Draghi mit der europäischen Sparpolitik halte. Der EZB-Präsident hatte nämlich neulich auf einer Zentralbankerkonferenz im schönen US-Ferienort Jackson Hole vorsichtig darauf hingewiesen, dass man vielleicht etwas vom staatlichen Kürzungs- und Steuererhöhungspedal ablassen sollte, um eine Deflation im Euroraum zu vermeiden. Merkel gab sich besorgt, dass sie Draghi als Verbündeten in der Austeritätspolitik verlieren könne.
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Schlechte Zahlen zwingen die EZB zum Handeln

Von 25. August 2014 um 19:51 Uhr

Der Handlungsdruck auf die EZB nimmt zu. Am Montag früh kam die Nachricht, dass der ifo Geschäftsklimaindex für August gegenüber Juli stark zurückgegangen war. Der Index ist ein Frühindikator für die deutsche Konjunktur. Da er in dieselbe Richtung weist wie die realen Auftragseingänge, sind die kurzfristigen Aussichten für Industrieproduktion und Sozialprodukt nicht gerade gut. Während die eine Komponente des Index, die Beurteilung der Lage, dem allgemeinen Eindruck entsprechend noch ganz erfreulich ist, sind die Erwartungen im Keller. Was ist los? Die Weltkonjunktur hat sich in den vergangenen Monaten etwas abgekühlt, auch wenn sie nach wie vor die wichtigste Stütze der Nachfrage nach deutschen Produkten und Dienstleistungen ist. Es ist immer noch realistisch, dass der reale Welthandel in diesem Jahr gegenüber 2013 um knapp vier Prozent zunehmen wird. Starker Gegenwind bläst der Wirtschaft jedoch neuerdings aus dem Inland und weiterhin aus den Ländern der Währungsunion entgegen.
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Mehr Geld drucken!

Von 21. August 2014 um 13:24 Uhr

Monatlich 500 Euro für jeden in der Währungsunion, bis Konsum, Beschäftigung, BIP-Wachstum und Inflation wieder anspringen! Wie wäre es? Die Bilanz des Euro-Systems schrumpft seit zwei Jahren und die Leitzinsen von nunmehr nur noch 0,15 Prozent haben bislang nichts daran ändern können, dass die Haushalte keine neuen Schulden machen wollen. Der sogenannte Transmissionsmechanismus von der EZB zur Endnachfrage funktioniert nicht mehr. Vielleicht ist der Umweg über die Banken einfach zu lang: Sie geben die Impulse der Geldpolitik wegen ihrer Bilanzprobleme, sprich ihrer vielen faulen Kredite, nicht an ihre Kunden weiter.
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Warum es im Euroland so schlecht läuft

Von 15. August 2014 um 18:52 Uhr

Der Unterschied zu den USA ist frappierend: Dort hat das Wachstum im zweiten Quartal Fahrt aufgenommen, um ein Prozent stieg die Wirtschaftsleistung gegenüber dem Vorquartal und die Anzahl der neuen Jobs nimmt mit einer Jahresrate von fast zwei Prozent zu. Im Euroland dagegen stagniert das reale BIP nach zwei Jahren Rezession schon wieder; am Arbeitsmarkt hat sich die Lage bisher kaum gebessert und ist daher nach wie vor katastrophal. Woher kommt‘s?
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Die deutsche Wirtschaft stottert schon wieder

Von 7. August 2014 um 17:54 Uhr

Alle Welt denkt, dass Deutschland zurzeit eine Art Lokomotive für den Rest Europas ist. Davon kann keine Rede mehr sein. Nach den jüngsten Zahlen – nicht nur den Auftragseingängen und den Statistiken zur Industrieproduktion, die am Mittwoch und Donnerstag veröffentlicht wurden – ist der Lokomotive der Strom ausgegangen. Fragt sich, wer sie wieder in Gang bekommt oder ob sie vielleicht sogar von anderen ersetzt werden muss – oder kann.
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Mit höheren Löhnen gegen Deflation

Von 29. Juli 2014 um 00:49 Uhr

Bei den europäischen Notenbankern herrscht Panik – wie sonst könnten die Chefvolkswirte der Bundesbank und, weniger überraschend, der EZB plötzlich vorschlagen, dass die deutschen Löhne stärker steigen sollten als bisher? Es sieht danach aus, als ob die Inflationsrate Euro-Lands im Juli auf 0,3 Prozent (gg. Vj.) gesunken sein könnte. Wenn es wenigstens Anzeichen dafür gäbe, dass wir vor einer Trendwende stehen. Die fehlen aber bislang.
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Globalisierung braucht soziale Absicherung

Von 23. Juni 2014 um 23:54 Uhr

Für die meisten Volkswirte ist Freihandel etwas, was die Amerikaner als motherhood and apple pie bezeichnen würden – er ist einfach immer eine gute Sache und jenseits aller Kritik und Miesmacherei. Wie die Wahlen zum europäischen Parlament gezeigt haben, betrachtet aber inzwischen ein großer Teil der Menschen den scharfen Wettbewerb, mit dem Freihandel einhergeht, sehr skeptisch. Viele würden gern die Grenzen dicht machen und ausländische Produkte und Arbeiter soweit es geht draußen halten. Sie können sich nicht anpassen, verlieren ihre Jobs oder müssen mit ansehen, wie ihre Reallöhne sinken. Da ihnen die Institutionen der Europäischen Union bisher weder helfen können noch wollen, sehen sie ihr Heil in einer Renationalisierung der Wirtschaftspolitik. Wenn ich mir die Anzahl der Euro-Skeptiker im neuen Parlament und die niedrige Wahlbeteiligung ansehe, ist das europäische Friedens- und Wohlstandsprojekt nicht mehr ganz so populär wie einst. Für die Existenzabsicherung der Menschen spielt die EU kaum eine Rolle.
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Erstes Quartal – endlich mal Wachstum!

Von 23. Mai 2014 um 12:28 Uhr

Die detaillierten Zahlen zum deutschen Sozialprodukt im ersten Quartal, die gerade veröffentlicht wurden, sind besser, als ich erwartet hatte. Dabei bin ich schon ziemlich optimistisch. Kürzlich hatte ich ausgerechnet, dass unter einigen nicht unrealistischen Annahmen 2014 beim realen BIP durchaus eine Drei vor dem Komma stehen könnte. Die Konsensusprognose liegt bei knapp unter zwei Prozent. Viel ist dem außergewöhnlich warmen Winter geschuldet, sodass es nicht unbedingt so weitergehen muss, aber die Frühindikatoren sind robust, vor allem die Stimmung der Verbraucher und Unternehmer. Die Bauwirtschaft hebt gerade ab.
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Das Problem Jugendarbeitslosigkeit lässt sich lösen

Von 21. Mai 2014 um 09:24 Uhr

Im März lag die Arbeitslosenquote für 15- bis 24-Jährige nach der Definition der Internationalen Arbeitsorganisation ILO in der EU bei 22,8 Prozent – das waren nicht weniger als 5,3 Millionen Personen. Die Quote ist mehr als doppelt so hoch wie die für 25- bis 64-jährigen Erwerbspersonen. Man kann den Eindruck gewinnen, dass ein großer Teil derjenigen, die künftig das Sozialprodukt erwirtschaften und für die Rentner aufkommen müssen, dazu nicht in der Lage sein wird.
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Es brummt, aber Vollbeschäftigung ist noch nicht in Sicht

Von 7. April 2014 um 20:34 Uhr

Nach den Zahlen, die das Statistische Bundesamt veröffentlicht hat, ist die Produktion in Industrie und Bauwirtschaft im Februar erneut kräftig gestiegen. Die Wirtschaft nimmt zusehends Fahrt auf.
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