So funktioniert Kapitalismus. Ein Blog

Autoren Archiv von Uwe Richter

Klarheit über Target-Salden – Ein offener Brief von Hans-Werner Sinn

Von 10. Februar 2012 um 22:51 Uhr

Von Anfang an haben wir im HERDENTRIEB die Target-Debatte ausführlich und kritisch begleitet. Nun äußert sich mit Hans-Werner Sinn ihr geistiger Vater hier im Blog. Er nimmt Mark Schieritz gestrigen Beitrag (“Hatte Hans-Werner Sinn doch recht?”) zum Anlass auch unseren Lesern den vertrackten Sachverhalt “noch einmal klar zu legen”. Für die offene Debatte möchten wir Ihm ausdrücklich danken.

Hier also der Brief von Hans-Werner Sinn: Weiter…

Kategorien: Gastkommentar

Publizistik-Preis für von Heusinger und Schieritz

Von 30. Januar 2012 um 15:45 Uhr

Wer hätte das gedacht? Gleich zwei Hirten des HERDENTRIEBs erhalten heute Abend in Berlin einen Publizistikpreis. Nein, keinen von der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft, wo das Wort Herdentrieb gar nicht bekannt sein dürfte. Und auch nicht den Klassiker der deutschen Ordnungspolitik, den Ludwig-Erhard-Preis. Sondern den mit 1000 Euro dotierten Preis für Publizistik der Keynes-Gesellschaft!

Die Keynes-Gesellschaft, die das wissenschaftliche Erbe des großen britischen Ökonomen in Ehren und im aktuellen wirtschaftspolitischen Diskurs lebendig halten möchte, vergibt den Keynes-Preis erstmals und er geht für das Jahr 2010 an Robert von Heusinger und das Jahr 2011 an Mark Schieritz. Zur Begründung heißt es dann auch, dass die Preisträger “in zahlreichen Artikeln die Grundeinsicht von Keynes von der Bedeutung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage dort, wo sie relevant war, in ihre Überlegungen ernsthaft einbezogen [haben].”

Da bleibt uns nur noch zu sagen: Endlich ist es raus! In diesem Blog schreiben Keynesianer!

Herzlichen Glückwunsch den zwei Hirten und auf eine schöne Feier.

Kategorien: In eigener Sache

So haben wir gerechnet – Eine Replik

Von 1. März 2011 um 18:22 Uhr

Seit Freitag kritisieren und debattieren die Hirten sowie Kommentatoren des Blogs den Aufruf und die Rechenkünste der 189 deutschen Professoren. Jetzt melden diese sich zu Wort. Der Verfasser des Aufrufs, Bernd Lucke, verteidigt seine Rechnung und wirft dem Hirten Mark Schieritz vor, ungenau gerechnet zu haben. Der HERDENTRIEB hat Bernd Lucke gebeten, seine Replik hier nochmals ausführlich in einem Gastkommentar darzulegen. Weiter…

Kategorien: Gastkommentar

Die Lage wird ungemütlicher

Von 24. Juli 2008 um 22:05 Uhr

Ifo Geschäftsklima - Juli 2008

Wird sich das Wachstum der deutschen Wirtschaft nur vorübergehend abschwächen oder steuern wir auf eine Rezession zu? Die Stimmung der Unternehmen in Deutschland, wie sie im Geschäftsklimaindex des Münchner Ifo Instituts zum Ausdruck kommt, spiegelt seit dem Ausbruch der Finanzkrise im letzten August die Gespaltenheit der Konjunkturexperten wieder. Während die aktuelle Lage immer noch vergleichsweise positiv beurteilt wurde, hatten sich die Erwartungen der Unternehmen Monat für Monat verschlechtert. Nach den Zahlen, die das Ifo Institut am Donnerstag veröffentlicht hat, wurden diese Erwartungen leider nicht enttäuscht, denn die Unternehmen schätzen ihre aktuelle Lage jetzt deutlich schlechter ein als noch vor zwei Monaten (gegenüber Mai ist dieser Index um 4,3 Punkte eingebrochen). Und die Erwartungen trüben sich noch weiter ein. Hier liegt der Index jetzt bei 90 Punkten so niedrig wie zuletzt vor gut fünf Jahren. Damals war Deutschland in der Rezession.
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Kategorien: Der aktuelle Rand

Die EZB wird die Zinsen erhöhen

Von 5. Juni 2008 um 23:35 Uhr

Die monatliche Pressekonferenz, die der Präsident der Europäischen Zentralbank Jean-Claude Trichet im Anschluss an die Sitzung des EZB Rats am Donnerstag hielt, ließ nichts besonderes erwarten. So wurde der Leitzins dann auch bei 4 Prozent belassen. Und in seinem Statement wies Trichet wie üblich auf die Inflationsrisiken hin, erklärte, dass das Wachstum in Euroland zwar nachlässt, aber die Fundamentaldaten “sound” also gesund sind und es nicht zu Zweitrundeneffekten kommen darf. Die Überraschung brachte das anschließende Frage und Antwort Spiel mit den Journalisten. Auf die Frage, was er mit dem Ausdruck “heightened alertness” signalisieren wolle, den er mehrfach gebraucht hatte, ließ Trichet die Katze aus dem Sack. Es habe ein Diskussion im Rat gegeben mit unterschiedlichen Einschätzungen und eine Anzahl der Mitglieder habe für eine Zinserhöhung argumentiert. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass man sich demnächst für eine kleine Anhebung entscheiden wird. Ob dies schon im Juli der Fall sei, dem widersprach Trichet nicht ausdrücklich und deutete ein Anhebung um 25 Basispunkte an. Die Sensation war perfekt. Auch wenn er mehrfach wiederholte: “It is not certain, it is possible”, scheint der nächste Zinsschritt der EZB so gut wie sicher und er wird nach oben gehen. Es bleibt allein die Frage, was treibt die Damen und Herren im EZB Rat?
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Kategorien: Leitwährungswatch

Arbeitsmarktdaten bringen Zinssenkung

Von 7. September 2007 um 18:27 Uhr

US Arbeitsmarkt 0708

Die eben veröffentlichten Zahlen zum US Arbeitmarkt haben für eine allgemeine Überraschung gesorgt. Während die Mehrheit der Analysten mit einem Anstieg um 100 Tsd. gerechnet hatten, ist die Zahl der abhängig Beschäftigten nach den vorläufigen Angaben des Bureau of Labor Statistics im August saisonbereinigt um 4000 gegenüber dem Vormonat gefallen. Eine Zinssenkung der US Notenbank Fed dürfte damit unmittelbar bevor stehen.
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Kategorien: Der aktuelle Rand

Aufschwung ist noch im Takt

Von 1. September 2007 um 15:34 Uhr

Drei aufgeregte Wochen mit Turbulenzen an den Finanzmärkten liegen hinter uns. Die Verunsicherung ist groß und die letzten Kellerleichen sind wohl noch nicht gefunden. Die Stimmungsbarometer des ZEW letzte Woche und des Ifo Instituts diese Woche zeigen nach unten. Das Wachstum im zweiten Quartal war schwach. War’s das jetzt mit dem Aufschwung? Eher nicht. Auch wenn die Risiken mit der US Hypothekenkrise gestiegen sind, überwiegen immer noch die positiven Signale, die von der deutschen Wirtschaft ausgehen. Die Konsumausgaben der privaten Haushalte zeigen nach dem Einbruch im ersten Quartal eine erste Erholung, die sich im Verlauf des Jahres fortsetzen dürfte und die Unternehmen investieren weiter kräftig in ihre Ausrüstung. Gefahr droht von der Finanzierungsseite und dem Kurs, den die Weltwirtschaft einschlagen könnte, falls es zu einer Rezession in den USA kommen sollte. Dass die Kreditkonditionen verschärft werden, ist so gut wie ausgemacht. Aufgrund der guten finanziellen Situation der meisten Unternehmen dürfte der Effekt aber verkraftbar sein. Schwerer wiegt da schon die generelle Unsicherheit, die den noch bestehenden Expansionsdrang abbremsen könnte. Hier wäre ein klares Signal der Wirtschaftspolitik hilfreich, der Wirtschaft etwas Luft zu lassen.
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Schwaches Wachstum im zweiten Quartal

Von 14. August 2007 um 20:13 Uhr

BIP Q2 2007

Die Mehrheit der Analysten wurde enttäuscht. Sie hatten mit einem realen Wachstum von 0,4 Prozent gerechnet. Nach der vorläufigen Berechnung des Statistischen Bundesamtes ist das reale Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorquartal saisonbereinigt aber nur um 0,3 Prozent gestiegen nach 0,5 Prozent im ersten Quartal. Herdentrieb hatte letzte Woche einen Anstieg von 0,8 Prozent durchaus für möglich gehalten, aber der Dämpfer von der Produktionsseite war wohl doch stärker als gedacht.
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Kategorien: Der aktuelle Rand

Aussicht auf ein solides Wachstum

Von 8. August 2007 um 22:12 Uhr

Produktion und Auftragseingang in der Industrie

Die deutschen Konjunkturzahlen, die diese Woche veröffentlicht wurden, waren gemischt. Während es beim Auftragseingang im Juni nach ersten Schätzungen erneut einen kräftigen Anstieg gab, sank die Produktion im Produzierenden Gewerbe saisonbereinigt um 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat, so dass sich im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorquartal nur ein Anstieg von 0,1 Prozent ergab. Das könnte ein Dämpfer für das Wachstum im zweiten Quartal gewesen sein. Die Aussicht ist aber trotzdem nicht schlecht, dass das reale Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal ähnlich stark gestiegen ist wie im ersten. Hierfür sprechen die Entwicklungen auf der Nachfrageseite.
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Kategorien: Der aktuelle Rand

Aufschwung bleibt dynamisch

Von 27. Juli 2007 um 09:48 Uhr

Auftragseingang der Industrie 0705

Der Aufschwung wird schwächer, ist jetzt des öfteren zu lesen. Wirklich? Die Auftragslage der Industrie deutet darauf hin, dass noch genug Dynamik in der deutschen Wirtschaft steckt. Und das erfreuliche dabei ist, dass die Abhängigkeit von der Auslandsnachfrage zurückgegangen ist. Der steigende Euro und der Ölpreis schlagen allerdings aufs Gemüt, das zeigt sich in den Umfrageindizes des Ifo Instituts vom gestrigen Donnerstag und des ZEW von letzter Woche. Während die Beurteilung der aktuelle Lage im Juli praktisch unverändert blieb (der Ifo Index sank hier um 0,1 Punkte auf 111,3) gingen die Erwartungen über die kommenden sechs Monate noch einmal um einen Punkt auf 101,8 zurück. Ein fester Euro und ein steigender Ölpreis sind nicht dazu geeignet positive Impulse auszusenden, aber eine ernsthafte Gefahr für das Wirtschaftswachstum in Deutschland geht von ihnen bislang nicht aus. Gerade haben der IWF und das DIW ihre Wachstumsprognose auf 2,6 Prozent für dieses Jahr nach oben revidiert ebenso wie das IMK Anfang des Monats. Beim IWF ging es gar um 0,8 Prozentpunkte nach oben.
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