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Die Dynamik ist ungebrochen

BIP Deutschland, Q1 2007

Die Optimisten haben recht behalten. Nach der vorläufigen Berechnung des Statistischen Bundesamtes ist das reale Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal saisonbereinigt um 0,5 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2006 gestiegen. Dass es nicht noch mehr war, lag vor allem am schwachen privaten Konsum. Hier hat sich die Mehrwertsteuererhöhung bemerkbar gemacht. Sie hat das Wachstum gedämpft. Zu einer regelrechten Delle kam es aber nicht. Die Dynamik, die im letzten Jahr eingesetzt hat, ist ungebrochen.
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Selbst die Industrie schafft wieder Jobs

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte - 0702

Am Rückgang der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wurde über die vergangenen Jahre die Malaise der deutschen Wirtschaft festgemacht. Jetzt kann man daran die Erholung messen. Und was für eine Erholung! Denn nun hat der Aufschwung auch das Verarbeitende Gewerbe ergriffen. Dass trotz guter Konjunktur die Zahl der industriellen Arbeitsplätze in Deutschland weiter geschrumpft war, wurde von einigen als Zeichen einer noch lange nicht überwundenen Wettbewerbsschwäche, sprich noch immer zu hoher Löhne, gedeutet. Davon kann nun endgültig keine Rede mehr sein. Seit November steigen sie im Jahresvergleich wieder an. Im Februar, das sind die neuesten Zahlen von heute, weist das Verarbeitende Gewerbe ein Plus von 75.000 sozialversichert Beschäftigten gegenüber dem Februar 2006 auf (+1,1 Prozent).
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Goldenen Zeiten entgegen

Ifo Geschäftsklima April 2007

Das deutsche Wirtschaftswunder geht weiter. Die Unternehmen sind super-optmistisch. Die Einschätzung, dass die Expansion der deutschen Wirtschaft auf einem soliden Fundament steht, hat sich im April weiter gefestigt. Der am heutigen Mittwoch vom Münchner Ifo Institut veröffentlichte Geschäftsklimaindex ist nach der Delle zu Jahresbeginn auch im April kräftig angestiegen. Mit 108,6 Punkten, das sind 0,9 Punkte mehr als im März, erreichte der Gesamtindex praktische das Niveau vom Dezember, den höchsten Stand seit der Wiedervereinigung. Vor allem die Geschäftserwartungen haben sich noch einmal deutlich erhöht. Hier liegt der Index um 1,1 Punkte höher als im März und mit 104,3 Punkten annähernd so hoch, wie letztes Jahr vor der Fußballweltmeisterschaft. Es geht also auch ohne diesen Sondereffekt.
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Das Prognosewunder von Deutschland

Zweimal im Jahr veröffentlichen die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute im Auftrag des Bundeswirtschaftsministeriums ein Gemeinschaftsgutachten zur Lage der Wirtschaft und was für die Zukunft zu erwarten ist. Im Herbst lag die Wachstumsprognose der Institute für 2007 noch bei 1,4 Prozent. Jetzt rechnen sie mit einem Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts von 2,4 Prozent im laufenden Jahr und ebenfalls mit 2,4 Prozent für 2008. Ein Korrektur um einen Prozentpunkt nach oben ist kein Pappenstiel, da muss sich in den letzten sechs Monaten einiges getan haben. Der sogenannte Mehrwertsteuerschock ist im ersten Quartal ausgeblieben. Das war’s. Nicht ganz, das Potenzialwachstum hat zugelegt. Das Kieler Institut hatte dieses für alle Strukturökonomen beruhigende Ergebnis im vergangenen Monat vorgerechnet. Wie sonst sollte es möglich sein, dass es in einem verkrusteten und mit maroden öffentlichen Finanzen belasteten Land wie Deutschland zu einem gefestigten Aufschwung kommt, von dem jetzt alle Welt redet. Noch im Juni 2006 hatte die Bundeskanzlerin das Land als Sanierungsfall bezeichnet.
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Auf dem besten Weg zu 3 Prozent Wachstum

Industrieproduktion und Wachstum

Das deutsche Wachstumswunder geht in die nächste Runde. Nach den neuesten Zahlen zur Industrieproduktion könnte selbst die Schätzung der Ober-Optimisten aus Kiel zu tief angesetzt zu sein. Zur Erinnerung: Am 13. März hatte das Kieler Institut für Weltwirtschaft seine Wachstumsprognose für dieses Jahr von 2,1 auf 2,8 Prozent nach oben revidiert. Damit läge die Wachstumsrate des realen Bruttoinlandsprodukts leicht über der von 2006. In den fünf Jahren davor war die Wirtschaft nur um durchschnittlich 0,6 Prozent pro Jahr gewachsen.

Die Kieler Prognose scheint auf den ersten Blick ambitioniert, zumal die anderen Institute bisher weiterhin von einer Verlangsamung der Dynamik im laufenden Jahr ausgehen. Die Zahlen, die am heutigen Donnerstag vom Wirtschaftsministerium veröffentlicht wurden, deuten allerdings darauf hin, dass selbst 2,8 Prozent eine eher konservative Schätzung sein könnte.
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Wer hat Angst vorm Kündigungsschutz?

Erwerbstätige und Arbeitslose - März 2007

Diese Zahlen dürfte es eigentlich gar nicht geben: Die Zahlen, die die Bundesagentur für Arbeit seit Januar 2006 verkündet. Denn die allgemeine Weisheit in diesem Land lautet: „Der Arbeitsmarkt in Deutschland ist reguliert, verkrustet, starr.“ Und ohne eine Lockerung des Kündigungsschutzes werden die Unternehmen „auch in guten Zeiten bei Neueinstellungen zurückhaltend sein.“ So ist es zum Beispiel in einem Beitrag vom August 2005 auf der Website der IHK Hannover zu lesen. Im fünfzehnten Monat in Folge ist die Zahl der Arbeitslosen nun saisonbereinigt gegenüber dem Vorjahresmonat gefallen und die Zahl der Erwerbstätigen gestiegen. Nach einer zwischenzeitlichen Änderung des Kündigungsschutzes sucht man allerdings vergeblich.
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Überraschung – der Ifo steigt schon wieder

Ifo Geschäftsklima März 2007

Wider alle Erwartungen ist der Ifo-Geschäftsklimaindex im März gestiegen. Aufgrund der Unsicherheit über die US Konjunktur und die schwachen Zahlen im deutschen Einzelhandel in den vergangenen Monaten war die Mehrheit der Analysten davon ausgegangen, dass die Lagebeurteilung und die Erwartungen der Unternehmen sich wie in den beiden Monaten zuvor noch einmal leicht abkühlt. Das Gegenteil ist der Fall. Der Index der Erwartungen ist gegenüber dem Februar um 0,6 Punkte gestiegen, und liegt mit 103,2 wieder auf dem Wert vom Januar. Auch die Lage wird gegenüber dem Februar wieder optimistischer eingeschätzt. Hier stieg der Index um 0,8 Punkte auf 112,4. Bei den vom ifo Institut befragten Unternehmen scheint sich die Überzeugung durch zusetzten, dass der Aufschwung in Deutschland an Breite gewonnen hat.
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Geschäftsklima weiter auf hohem Niveau

Ifo Index Februar 2007

Die deutsche Wirtschaft ist in den letzten drei Quartalen des vergangenen Jahres real um durchschnittlich 3,2 Prozent gegenüber 2005 gewachsen. Solche Zahlen hatte man zuletzt im Boom 1999/2000 gesehen. Das sich das Wachstum wegen der Mehrwertsteuererhöhung zum 1. Januar in der ersten Hälfe des laufenden Jahres leicht eintrüben könnte, war erwartet worden. Dies schlägt sich auch in der Entwicklung des Ifo Geschäftsklimaindex nieder, der wie im Januar auch jetzt im Februar wieder leicht gesunken ist.
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Ein Plaza II für den Dollar

Die Probleme, die sich aus der notwendigen Korrektur des US-Leistungsbilanzdefizits für Weltwirtschaft ergeben, sind auf HERDENTRIEB ausführlich dargelegt worden. (siehe „Die Weltwirtschaft am Rande des Abgrunds?“ und „Auf dem Weg zum Dollar-Crash?“). Was in der globalen Debatte bislang fehlte, waren aktive wirtschaftspolitische Maßnahmen, um dem Ungleichgewicht entgegen zutreten. Im vergangenen Jahr wurde vor allem von Persönlichkeiten aus dem Kreis der amerikanischen Fed einer Politik in Wartestellung das Wort geredet; allen voran von Alan Greenspan und Ben Bernanke. Dies scheint sich gerade zu ändern: Ein Vorschlag des Institute for International Economics (IIE) zur Vereinbarung eines internationalen Währungsabkommens soll bei einigen Wirtschaftsberatern der Bush Regierung auf fruchtbaren Boden fallen. Das berichtet zumindest Peter De Thier, Washington Korrespondent der Börsen-Zeitung, am vergangenem Samstag. Es klingt nicht unplausibel.
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Eisbergwarnung, aber Axel Weber hält Kurs

Die Talfahrt der europäischen Gemeinschaftswährung gegenüber dem Dollar scheint beendet. Der Euro durchbrach in der abgelaufenen Woche zwei „big figures“, wie die Händler sagen. Er schoss von unter 1,18 Dollar je Euro in der Spitze auf über 1,2050 und beendete die Woche bei 1,20. Damit hat er sich deutlich von seinem Jahrestief von Anfang November entfernt. Es spricht wenig dafür, dass er es wieder in Angriff nimmt. Der Devisenmarkt verharrt noch immer im Zins-Paradigma. Die Herde spekuliert auf die Leitzinsdifferenz zwischen Dollar und Euro. Und da die amerikanische Fed nach ihrer Sitzung vergangenen Dienstag zu verstehen gegeben hat, dass sich der amerikanische Zinserhöhungszylkus seinem Ende nähert, fließt wieder Spekulationsgeld in den Euro. In Euroland stellen sich die Händler auf mindestens eine weitere Zinserhöhung der EZB ein.

Eines dürfte klar sein, mit jedem weiteren Cent, den der Euro gewinnt, wird sich ein anderes Paradigma wieder in den Vordergrund schieben: Die Leistungsbilanzungleichgewichte. Weiter„Eisbergwarnung, aber Axel Weber hält Kurs“