So funktioniert Kapitalismus. Ein Blog
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Die globale Makro-Debatte

Mittelfristige Wachstumsrate der US-Wirtschaft hat sich halbiert

Von 22. Juli 2014 um 11:58 Uhr

In Amerika war lange Zeit zu besichtigen, wie Kapitalismus funktioniert. Eine dynamische Wirtschaft, die größten und am besten geführten Unternehmen der Welt, eine Gründerwelle nach der anderen, Aufstiegschancen für alle, der höchste Lebensstandard – kein Superlativ reichte. Auf einmal passiert jedoch etwas, was bislang als typisch für die angeblich überregulierten und zunehmend überalterten Volkswirtschaften Europas und Japans galt, dass nämlich Beschäftigung und Produktivität mit nur äußerst niedrigen Raten zunehmen.
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BIZ empfiehlt Normalisierung der Geldpolitik

Von 30. Juni 2014 um 19:45 Uhr

Mark Schieritz hat seinem Kommentar zum Jahresbericht der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) die Überschrift “Der Fatalismus der BIZ” gegeben. Recht hat er. Die BIZ und ihr prominenter Vordenker Claudio Borio nehmen offenbar hin, dass sich die Finanzkrise noch Jahre hinziehen wird und sich daran von Seiten der Politik auch nicht viel ändern ließe. Die BIZ plädiert für Strukturreformen, also Maßnahmen auf der Angebotsseite, die den Wettbewerb intensivieren und eine neue massive Fehlallokation von Ressourcen vermeiden helfen, außerdem für eine nachhaltige Stabilisierung des Finanzsektors, wie sie unter dem Stichwort “Basel III” zur Zeit im Gange ist. Kurzfristig sei nichts zu machen, so die Botschaft. Das Wort “Fatalismus” trifft daher den Nagel auf den Kopf.
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Was passiert, wenn sich die US-Regierung nicht mehr verschulden darf

Von 10. Oktober 2013 um 14:15 Uhr

Der 17. Oktober rückt näher, der Tag, an dem die Schulden der amerikanischen Bundesregierung ihr gesetzliches Limit von 16,7 Billionen Dollar erreichen werden. Danach dürfen keine neuen Schulden mehr gemacht werden – der Staat kann nur so viel ausgeben, wie an laufenden Einnahmen hereinkommt. Die Ausgaben liegen in diesem Jahr bei etwa 3,85, die Einnahmen bei 2,70 Billionen Dollar. Etwa 30 Prozent der Bundesausgaben werden also auch heute noch, vier Jahre nach dem Ende der Rezession, mit Schulden finanziert. Vermutlich werden die Exekutive, also der demokratische Präsident, und das Repräsentantenhaus, die untere Kammer der Legislative, in letzter Minute einen Kompromiss finden oder sich auf Übergangslösungen einigen. Wenn aber nicht, was dann?
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Die Zombiebanken verhindern den Aufschwung

Von 17. Mai 2013 um 12:56 Uhr

Der Rückgang des realen BIP von Euroland im ersten Quartal war der siebte in Folge. In den USA dagegen hatte es eine Zunahme gegeben, wie in jedem der vergangenen 14 Quartale zuvor. Ähnlich krass waren die Unterschiede bei den Arbeitslosenquoten: In der europäischen Währungsunion steigen sie unaufhaltsam – auf zuletzt 12,1 Prozent –, während sie in Amerika seit Ende 2009 stetig von damals zehn Prozent auf jetzt 7,5 Prozent gesunken sind. Kein Wunder, dass der Euro vor allem in den Krisenländern der “Peripherie”, aber auch in Frankreich, immer mehr mit Akzeptanzproblemen zu kämpfen hat.
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Die spinnen, die Gallier!

Von 6. Februar 2013 um 16:31 Uhr

Manches scheint sich nie zu ändern – unter anderem, dass französische Politiker immer dann für eine Abwertung plädieren, wenn es wirtschaftlich mal nicht so gut läuft. Gestern war es wieder so weit. Präsident Hollande beklagte sich vor dem europäischen Parlament darüber, dass der starke Euro zunichte mache, was durch Kostensenkungen und Lohnzurückhaltung in den letzten Jahren erreicht worden sei. Damit die europäischen Unternehmen wettbewerbsfähig bleiben, sollte der Euro nicht zu sehr aufgewertet werden. Die italienischen und spanischen Regierungen sehen das nicht anders. Je mehr der Außenwert des Euro steigt, desto lauter dürften die Stimmen werden, die Gegenmaßnahmen fordern.
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Japan erklärt den Währungskrieg

Von 24. Januar 2013 um 07:53 Uhr

Die neue Regierung Japans versucht, sich aus der Deflationsfalle zu befreien, in der das Land seit vielen Jahren steckt. Sie unterscheidet sich darin nicht von ihren zahlreichen Vorgängerinnen. Für ein Land, das einen großen Außensektor hat und dessen Währung aus fundamentalen Gründen tendenziell meistens aufwertet, gibt es ein probates Mittel, wie sich das bewerkstelligen lässt – indem die eigene Währung durch den Kauf von Dollar und Euro wertloser gemacht wird, also abwertet. Da Japan prinzipiell in beliebiger Menge Yen in die Welt setzen kann, lässt sich jeder denkbare Wechselkurs erreichen. Wenn eine solche Abwertungsstrategie lange genug durchgehalten wird, kommt es nicht nur an den Devisenmärkten, sondern auch im Inland zu einem Verlust an Kaufkraft, also zu Inflation. Das Ziel wäre erreicht. Weiter…

Weltwirtschaft expandiert weiter auf Kosten der Umwelt

Von 2. November 2012 um 14:26 Uhr

In einigen Wochen muss ich in Singapur einen Vortrag über die Tendenzen in der Umweltbelastung halten. Die Schaubilder und Tabellen, die ich bisher vorbereitet habe, lassen nur den Schluss zu, dass sich die Situation weiter verschlechtern wird. Ein Wendepunkt wird irgendwann wohl kommen, er ist aber noch nicht in Sicht. Das reale Sozialprodukt der Welt nimmt im Trend mit einer jährlichen Rate von 3,8 Prozent zu (in Kaufkraftparitäten gerechnet). Energieverbrauch und CO2-Emissionen steigen zwar nicht ganz so rasch (um durchschnittlich 2,6 und 2,8 Prozent p.a. zwischen 1998 und 2008), aber selbst solche Zuwachsraten bedeuten, dass sich der Ausstoß des wichtigsten Schadstoffs in den nächsten 25 Jahren verdoppeln wird – wenn die jetzigen Trends nicht gestoppt werden können. Schon das heutige Niveau ist gefährlich hoch.
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Die USA werden nicht von der Klippe springen

Von 12. Oktober 2012 um 12:27 Uhr

Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Der Internationale Währungsfonds hat in dieser Woche seinen halbjährlichen World Economic Outlook vorgelegt, in dem er seine Wachstumsprognosen vom Frühjahr deutlich nach unten revidiert hat. Die Weltwirtschaft wird viel langsamer expandieren als vor der Krise, vor allem die reichen Länder kommen einfach nicht in Schwung. Außerdem könnten die Prognosen demnächst noch weiter nach unten revidiert werden. Vor allem zwei unkalkulierbare Risiken sprechen dafür: die Krise des Euro und die (der?) sogenannte “fiscal cliff” in den USA. Was Letzteres angeht, wird es Anfang nächsten Jahres zu einem 600 Milliarden-Schock aus Steuererhöhungen und staatlichen Ausgabenkürzungen kommen, wenn sich der Kongress nicht endlich zusammenrauft und einen Kompromiss findet. Es geht um knapp vier Prozent des Sozialprodukts (von 15,6 Billionen Dollar). Weiter…

Warum Investmentbanken so viel Geld verdienen

Von 1. August 2012 um 14:27 Uhr

In der Londoner Wochenzeitschrift Financial News, die von der Dow Jones-Gruppe herausgegeben wird, gab es in der Ausgabe vom 16. – 22. Juli einen bemerkenswerten Artikel (Is it time to ring-fence investment banks from themselves?) von William Wright über die nach wie vor weitverbreiteten Interessenkonflikte bei Investmentbanken. Deren gewaltige Gewinne haben nicht zuletzt damit zu tun, dass sie Geschäfte betreiben, die bei genauerem Hinsehen auf Kosten ihrer Kunden und der Allgemeinheit gehen und sich vielfach an der Grenze der Legalität befinden. Weiter…

Europa 2011 = Europa 1931

Von 11. November 2011 um 15:00 Uhr

Ein Land steht vor dem wirtschaftlichen und politischen Abgrund. Der Staat steht vor dem Bankrott und die Regierung spart drakonisch: Sie kürzt heftig bei den öffentlichen Bediensteten und erhöht kräftig die Steuern; die Wirtschaft schrumpft dramatisch, und die Arbeitslosigkeit steigt; in den Städten kommt es zu Massendemonstrationen und zu Straßenschlachten; die Banken stehen vor dem Kollaps, weil die internationalen Kapitalgeber ihr Geld aus dem Land abziehen; Banken müssen mit öffentlichen Mitteln vor dem Zusammenbruch gerettet werden. Griechenland 2011? Nein, Deutschland 1931. Weiter…