Eisbergwarnung, aber Axel Weber hält Kurs

Die Talfahrt der europäischen Gemeinschaftswährung gegenüber dem Dollar scheint beendet. Der Euro durchbrach in der abgelaufenen Woche zwei „big figures“, wie die Händler sagen. Er schoss von unter 1,18 Dollar je Euro in der Spitze auf über 1,2050 und beendete die Woche bei 1,20. Damit hat er sich deutlich von seinem Jahrestief von Anfang November entfernt. Es spricht wenig dafür, dass er es wieder in Angriff nimmt. Der Devisenmarkt verharrt noch immer im Zins-Paradigma. Die Herde spekuliert auf die Leitzinsdifferenz zwischen Dollar und Euro. Und da die amerikanische Fed nach ihrer Sitzung vergangenen Dienstag zu verstehen gegeben hat, dass sich der amerikanische Zinserhöhungszylkus seinem Ende nähert, fließt wieder Spekulationsgeld in den Euro. In Euroland stellen sich die Händler auf mindestens eine weitere Zinserhöhung der EZB ein.

Eines dürfte klar sein, mit jedem weiteren Cent, den der Euro gewinnt, wird sich ein anderes Paradigma wieder in den Vordergrund schieben: Die Leistungsbilanzungleichgewichte. Weiter„Eisbergwarnung, aber Axel Weber hält Kurs“

 

Les vrais optimistes

Gerade ist es passiert: Die erste Wachstumsprognose für Deutschland – von seriösen Volkwirten -, die auch mit zwei Prozent Wachstum rechnet! Nein, keine latent pessimistischen Deutschen haben sie rausgegeben, sondern Franzosen. Sylvain Broyer, Deutschlan-Volkwirt der französischen Investmentbank Ixis hat heute morgen, nach den Ifo-Zahlen, seine Prognose von 1,5 auf 2 Prozent erhöht. Letzte Woche hatte ich über Norbert Walter berichtet, der als erster die Spanne bis zwei gezogen hat, jetzt also die erste Punktprognose.

Damit endet eine Woche erfreulicher Konjunkturindikatoren. Weiter„Les vrais optimistes“

 

Noch einer gegen Hans-Werner Sinn’s Eindimensionalität

Die deutsche Volkwirtschaft entwickelt sich zum Basar. Die Löhne sind zu hoch. Osteuropa zu nah. Und kein Industrieland hat so viele Arbeitsplätze in den vergangenen 15 Jahren im industriellen Bereich verloren wie Deutschland (das stimmt natürlich nur, wenn Ostdeutschland 1991 als perfekt in den Weltmarkt integriert angesehen wird. Unsinn.) Bella, ciao. Ciao, Bella Germania. So singt es der Professor aus München, der große Hans-Werner Sinn, und er singt es umso lauter, je mehr eigene Bücher er verkauft, in denen diese Thesen ausgewälzt werden. Dadurch werden sie zwar nicht richtig, aber in den Medien und der Öffentlichkeit immer mehr zum Glaubensgrundsatz. Dabei haben schon so viele dagegen angeschrieben, Weiter„Noch einer gegen Hans-Werner Sinn’s Eindimensionalität“

 

Auf dem Weg zum Dollar-Crash?

Wie wahrscheinlich ist der Absturz der Weltleitwährung Dollar? Das ist die alles entscheidende Frage, die sich hinter der globalen Makrodebatte verbirgt, über die ich letzte Woche auf HERDENTRIEB begonnen habe zu berichten. (Die Weltwirtschaft am Rande des Abgrundes?)
Ist das globale Ungleichgewicht stabil oder nicht? Diese Frage treibt die Wirtschaftswissenschaft ebenso um wie die Zentralbanker, denn von der Antwort hängt es ab, ob mit einer starken Abwertung des Dollar zu rechnen ist, oder gar mit einem veritablen Crash.
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Norbert Walter für ein Jahr Optimist

Es gibt Volkwirte, die Zahlenreihen quälen, und es gibt Volkswirte, die Geschichten erzählen. Norbert Walter, Chef von Deutsche Bank Research, gehört zu letzteren. Und ich muss sagen, ich habe für diese Art Volkwirte Sympathie, auch wenn sie mit ihren Vorhersagen nicht besser liegen als die Numbercruncher. Aber was heißt hier schon besser liegen? Weiter„Norbert Walter für ein Jahr Optimist“

 

Eine Träne für den Rheinischen Kapitalismus

Lassen Sie uns gemeinsam Abschied nehmen vom Rheinischen Kapitalismus. So haben vorzugsweise die Franzosen das Erfolgsmodell der deutschen Wirtschaft genannt. Andere haben dafür den etwas schrägen Begriff „soziale Marktwirtschaft“ verwendet. Auf jeden Fall galt das deutsche Wirtschaftssystem lange Zeit als ungewöhnlich erfolgreich und als so etwas wie der „dritte Weg“ zwischen dem Kapitalismus angelsächsischer Prägung und dem Sozialismus. Aus und vorbei!
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Das Demokratieverständnis des Monsieur Trichet

Ich habe heute in der Pressekonferenz der EZB Präsident Trichet gebeten, doch mal zu erklären, warum er Privatunternehmen wie Ratingagenturen Macht und Gütesiegel gibt, über unsere Staatshaushalte urteilen zu dürfen. Nach meinem Demokratieverständnis ist die Verabschiedung des Haushaltes das höchste und zugleich vornehmste Recht eines jeden Parlamentes. Wo, wenn nicht hier, wird Politik gemacht: Panzer oder Ökostrom? Niedrige Steuern für die Reichen oder mehr Geld für Arbeitslose, Rentner oder Kranke?
Solche Fragen müssen im demokratischen Prozess, der nach Mehrheiten sucht, gelöst werden.
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Die Weltwirtschaft am Rande des Abgrunds?

Die globale Makro-Debatte über den Zustand der Weltwirtschaft kreist seit Ende der 90er Jahre um das ausufernde Leistungsbilanzdefizit Amerikas. Es wird nach der Schätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) dieses Jahr den Rekordstand von 760 Milliarden Dollar erreichen. Das sind 6,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts der Vereinigten Staaten. Dem stehen die Überschüsse Japans, der aufstrebenden Ländern Asiens (vor allem Chinas), des mittleren Osten, Russlands und Deutschlands gegenüber. Die Vereinigten Staaten sind so zum größten Nettoschuldner der Welt geworden. Die Nettoauslandsposition belief sich Ende 2004 auf sensationelle minus 2,5 Billionen Dollar. Das sind mehr als 20 Prozent des amerikanischen Bruttoinlandsproduktes (BIP). Unter allen Volkswirten besteht Einigkeit, dass diese Entwicklung nicht bis in alle Ewigkeit aufrecht zu erhalten ist. Unvorhersehbar dagegen ist, wo und wann die Grenze erreicht ist, bei der die Finanzmärkte oder die Wirtschaftspolitik die Wende einleiten. Ebenso wenig klar sind die konkreten Folgen, die dies für die Weltwirtschaft haben wird. Wie in der Zeit des Börsenbooms um die Jahrtausendwende geht es wieder um die Frage, ob es eine harte oder weiche Landung geben wird. Damals war die Landung hart. Diesmal könnte sie härter werden, denn es steht nichts geringeres als die Leitwährung auf dem Spiel.

Aus diesem Grund wird HERDENTRIEB unter der Kategorie „Die globale Makro-Debatte“ die Diskussion verfolgen, Wissenswertes zu Leistungsbilanzsaldo, Investitionen und Ersparnis, zu Wechselkursen, Zinsen und Anpassungsszenarien einstreuen und auf wichtige Beiträge hinweisen.

Worum geht es?
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Kompass für die EZB

Am Donnertag passiert es. Die Europäische Zentralbank (EZB) wird zum ersten Mal seit dem 6. Oktober 2000 wieder die Zinsen erhöhen. Die EZB wird zum ersten Mal seit Juni 2003 überhaupt wieder die Zinsen verändern. Damals war Wim Duisenberg noch Präsident.

So unmissverständlich, wie der jetzige Präsident, Jean-Claude Trichet, den Zinsschritt vor zehn Tagen angekündigt hat, so groß sind seither aber auch die Irritationen, wohin die Reise gehen wird. Weiter„Kompass für die EZB“

 

Danke, Peer Steinbrück

An dieser Stelle einen großen Dank an unsern neuen Finanzminister für seine pragmatische Vorstellung von Finanzpolitik. Das, was man heute den Tageszeitungen entnehmen kann, hört sich vernünftig an. Ganz besonders freut mich sein Freimut einzugestehen, dass es aussichtslos sei, bis 2009 einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. Das ist auch gar nicht nötig.
Weiter„Danke, Peer Steinbrück“