Deutschlands Wirtschaftsberatung – ein Sanierungsfall

Stellen Sie sich vor, Josef Ackermann von der Deutschen Bank stellt sich hin und behauptet: Die Deutsche Bank sei ein Sanierungsfall. Binnen Minuten würde der Aktienkurs crashen und die Ratingagenturen in Hektik ausbrechen. Wie kann es sein, dass die strengen Analysten, die die Bank mit der sehr guten Note AA bewerten, übersehen haben, dass die Bank ein Sanierungsfall sein soll? Hat er die Bilanzen manipuliert, haben sich seine Händler in London verzockt?

Angela Merkel, die Physikerin und Bundeskanzlerin, ließ die Wirtschaftselite auf der BDI-Tagung am Dienstag wissen, Deutschland sei ein Sanierungsfall. Gottlob gibt es keine Deutschland-Aktien: Weiter„Deutschlands Wirtschaftsberatung – ein Sanierungsfall“

 

Goldener Irrtum

Die große Enttäuschung der jüngsten Turbulenzen an den Finanzmärkten ist der Goldpreis. Was wurde ihm nicht alles angedichtet und nachgesagt? Gold sei die einzige Versicherung gegen Inflation, der sichere Hafen, wenn gar nichts mehr sicher ist. Ich gestehe, auch ich habe solche Sätze geschrieben. Und jetzt? Wie ein billiger Emerging Market kracht der Goldpreis ein, wie Russland oder Indien. Dabei ist die globale Inflationsangst so groß wie seit mindestens sechs Jahren nicht mehr. Dabei ist die Verunsicherung an den Märkten auf einem Zweijahreshoch.
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Stark, stärker, Trichet

Jürgen Stark, der ehemalige Vize-Präsident der Bundesbank, hat die volkswirtschaftliche Abteilung der Europäischen Zentralbank (EZB) übernommen. Deutschland stellt damit für die ersten 16 Jahre (!) den Chef der wichtigsten Abteilung der EZB. Ich gestehe, dass ich regelrecht konsterniert war, als mich diese Meldung am 1. Juni in Kiew erreichte. Quellen aus der Bundesbank hatten zwar schon seit längerem diese Option als durchaus plausibel dargestellt. Ich konnte es mir beim besten Willen nicht vorstellen.

Wie kann der Franzose Trichet der EZB und Euroland diesen Tort antun?, dachte ich. Weiter„Stark, stärker, Trichet“

 

Es scheppert nur

Werden wir uns eines Tages an den 8. Mai 2006 erinnern? So wie wir noch immer den 10. März 2000 nicht vergessen können? Den Tag, als die heile Welt an den Finanzmärkten zerbrach, als Höchststände gefeiert worden sind, denen wir noch Jahre später nachtrauern?

Der 8. Mai gilt wahrscheinlich bei einigen Rohstoffen wie Kupfer oder Aluminium als besonderer Höhepunkt, wahrscheinlich auch bei einigen Aktien wie den deutschen Solarwerten oder russischen Rohstoffproduzenten wie Gasprom. Vielleicht auch bei den niedrigen Renditeaufschlägen für Anleihen riskanter Unternehmen. Zwar scheinen die Übertreibungen an den Finanzmärkten derzeit deutlich geringer als um die Jahrtausendwende mit der irren Technologieblase. Doch es gibt ein paar Risiken, die trotz weniger Übertreibungen als 2000 ein ähnliches Drama nach sich ziehen könnten.
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Merkel, die Merkantilistin

Heute ausnahmsweise mal ein „copy-paste“: Der Artikel ist so heute in der ZEIT erschienen. Aber er ist so schön und knüpft nahtlos an die jüngste Diskussion in HERDENTRIEB an, dass ich ihn einfach reinstellen musste.

Die Stärke der deutschen Wirtschaft bereitet den Nachbarländern Sorgen. Ja, die Stärke! Während deutsche Ökonomen und Leitartikler vergangene Woche noch über den aus ihrer Sicht zu hohen Tarifabschluss der Metallbranche lamentierten, erregte eine Studie des Pariser Konjunkturforschungsinstitut OFCE europaweit Aufsehen: Weiter„Merkel, die Merkantilistin“

 

Trichet singt Piaff’s Non, rien de rien ….

… je ne regrette rien.

Wenn sich der Rat der Europäischen Zentralbank am Mittwoch und Donnerstag trifft, wird sein Präsident, der Franzose Jean-Claude Trichet, ganz schön unter Druck stehen. Er war es nämlich, der auf der vergangenen Sitzung das Gremium fast gezwungen hat, sich klar gegen eine Zinserhöhung im Mai auszusprechen. Jetzt hat er den Salat. Denn seither gab es so gut wie keine Daten, die gegen weitere Zinserhöhungen sprechen würden. Im Gegenteil: Weiter„Trichet singt Piaff’s Non, rien de rien ….“

 

Nachlese zum Metallabschluss

War ja nicht schön, wie sich die Gewerkschaft IG Metall vergangenes Wochenende im Poker um höhere Löhne durchgesetzt hat. Hat sie doch tatsächlich drei Prozent Lohnerhöhungen rausgeholt. Ein klassischer Sieg der Arbeitsplatzbesitzer und eine weitere Niederlage für die fünf Millionen Arbeitslosen. Führt nur zu weiteren Jobverlagerungen. Und überhaupt: Für die Firmen sowieso am Rande des Erträglichen. Auf jeden Fall das falsche Signal!

So oder so ähnlich habe ich es in den vergangenen Tagen in meinen Lieblingszeitungen FAZ, Handelsblatt, Börsen-Zeitung und Süddeutscher x-fach in verschiedenen Varianten gelesen. Nur meine anderen Lieblingszeitungen FTD und Frankfurter Rundschau sahen es etwas gelassener. Ich möchte ausnahmsweise nicht urteilen, wer Recht hat, sondern drei Analysten von Investmentbanken zu Wort kommen lassen.
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Punktsieg für den Euro

Die Entscheidung der schwedischen Notenbank ist ein Hammer. Heute gab die Riksbank bekannt, dass sie ihre Devisenreserven kräftig umgeschichtet hat: Raus aus dem Dollar, rein in den Euro. Die Gemeinschaftswährung hat nun ein Gewicht von 50 Prozent an den Devisenreserven, der Dollar nur noch eines von 20 Prozent. Schweden ist das erste Industrieland, das sich so klar gegen den Dollar ausspricht. Weiter„Punktsieg für den Euro“

 

Noch zu früh für Bonds

Etwas unbemerkt von der Öffentlichkeit spielen sich gerade dramatische Szenen an den internationalen Bondmärkten ab: Am Donnerstag vor Ostern schoss die Zehnjahresrendite amerikanischer Staatsanleihen erstmals seit knapp vier Jahren wieder über FÜNF Prozent. Die zehnjährigen T-Bonds sind der wichtigste Maßstab am internationalen Kapitalmarkt. Hieran orientiert sich alles! Gleichzeitig erreichten japanische Staatsanleihen mit 2 Prozent Rendite am frühen Dienstag Morgen nahezu ein Siebenjahreshoch! Und auch die zehnjährige Bundesanleihe, die Messlatte des alten Kontinents, steht kurz vor VIER Prozent. Das ist zwar nur ein 18-Monatshoch, aber die Geschwindigkeit des Zinsanstiegs ist beeindruckend. Noch vor sechs Monaten rentierten zehnjährige Bunds bei drei Prozent.

Warum das dramatisch ist? Weiter„Noch zu früh für Bonds“

 

Sturmwarnung auf 6000 Dax-Punkten

Jetzt hat es geklappt: Der Deutsche Aktienindex Dax überwand heute gleich nach Börseneröffnung um neun Uhr 6.000 Punkte. Zuletzt notierte er Anfang Juli 2001 in diesen luftigen Höhen. Zum ersten Mal überhaupt knackte der Index diese runde Marke im Juli 1998. Seit ein paar Wochen schon hat er immer wieder Anlauf genommen, wie ich vor vier Wochen bereits in der ZEIT notiert habe.

6.000 Punkte müssen nicht das Ende des seit März 2003 andauernden Aufwärtstrends sein. Trotzdem gilt es innezuhalten. Das Tief vor drei Jahren im März lag bei rund 2.200 Zählern. Weiter„Sturmwarnung auf 6000 Dax-Punkten“