Digitalisierung verschärft Ungleichheit

Logo: Wirtschaftsdienst - Zeitschrift für WirtschaftspolitikExklusiv aus dem Wirtschaftsdienst: Die Digitalisierung verändert die Struktur unserer Volkswirtschaft massiv. Hagen Krämer (Professor für Volkswirtschaftslehre an der Hochschule Karlsruhe) diskutiert in der aktuellen Ausgabe des Wirtschaftsdienst die Tendenzen zur Monopolbildung, die sich auf Märkten für digitale Güter ergeben. Außerdem analysiert er, wie sich Roboter und KI auf den Arbeitsmarkt und die Einkommensverteilung auswirken. Ist die Angst vor Jobverlusten und steigender Ungleichheit begründet? Weiter„Digitalisierung verschärft Ungleichheit“

 

Deutschland in der Rezession – eine Frage der Definition

Wenn man, wie in den USA üblich, eine Rezession definiert als zwei aufeinander folgende Quartale, in denen das saisonbereinigte reale BIP gegenüber dem jeweiligen Vorquartal zurückgeht, dann ist Deutschland nach den Zahlen, die heute vom Statistischen Bundesamt für das Jahr 2018 veröffentlicht wurden, noch nicht in einer Rezession: Um 1,5 Prozent war die reale Wirtschaftsleistung im vergangen Jahr höher als im Vorjahr. Nachdem es im dritten Quartal einen Rückgang von 0,2 Prozent gegenüber dem zweiten Quartal gab, müsste es im vierten demnach rein rechnerisch wieder einem Anstieg von etwa 0,3 Prozent gegeben haben.

Ich würde eine Rezession lieber als eine Periode definieren, in der das Wachstum des BIP längere Zeit geringer ist das des Produktionspotenzials: Da dieses etwa 1,5 Prozent beträgt, herrscht inzwischen eine Rezession. Weiter„Deutschland in der Rezession – eine Frage der Definition“

 

Nach 35-jährigem Boom stagnieren die Bondmärkte erst einmal

Weil die Renditen langlaufender Staatsanleihen nicht mehr viel weiter fallen können, wenn sie erst einmal in der Nähe von Null angelangt sind, könnten Anleger erwarten, dass es nun für viele Jahre in die andere Richtung geht. Danach sieht es aber nicht aus. Wie in Japan oder in der Schweiz werden die inflationsbereinigten Renditen in Deutschland auf absehbare Zeit negativ bleiben. Bei Renten wird sich mit einer buy-and-hold-Strategie kein Geld verdienen lassen, aber große Verluste sind ebenfalls unwahrscheinlich. Weiter„Nach 35-jährigem Boom stagnieren die Bondmärkte erst einmal“

 

Der Euro – eine Erfolgsgeschichte?

Logo: Wirtschaftsdienst - Zeitschrift für WirtschaftspolitikExklusiv aus dem Wirtschaftsdienst: Am 1. Januar 1999 wurde der Euro als Buchgeld eingeführt. Schon ein halbes Jahr zuvor war die Europäische Zentralbank gegründet worden. Die Europäische Währungsunion hat mittlerweile einige Krisen überstanden. Probleme gab es vor allem, weil die gesetzten Rahmenbedingungen ihre Wirkung nicht (voll) entfalten konnten. Nun ist es an der Zeit, Reformen durchzuführen und Regeln und Mechanismen zu entwickeln, mit dem Ziel die Währungsunion krisenfest zu machen. Im aktuellen Zeitgespräch der Dezember-Ausgabe des Wirtschaftsdienst diskutieren Marcel Fratzscher, Alexander Kriwoluzky, Stefan Schäfer, Ulrike Neyer, Gerhard Illing und Otmar Issing die Erfolge, Probleme und Aussichten der Europäischen Währungsunion.
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Neue Deflationsgefahren

Am Donnerstag wird die EZB ihre neuen Prognosen für Wachstum und Inflation vorstellen. Wie Gerald Braunberger von der FAZ vor einigen Tagen mit Bezug auf einen Blogbeitrag von Zsolt Darvas vom Brüsseler Thinktank Bruegel geschrieben hat, wurden die Inflationsraten in der Vergangenheit tendenziell überschätzt, der Rückgang der Arbeitslosigkeit dagegen systematisch unterschätzt.

Es kann wieder passieren. Dabei haben insbesondere Fehler bei der Voraussage der Inflation erhebliche Folgen für die Geldpolitik, vor allem die Leitzinsen, und damit für die Konjunktur, die Wechselkurse und unser Wohlergehen allgemein. Zuletzt wurde erwartet, dass sich die Inflationsraten in der näheren Zukunft dem Ziel von knapp zwei Prozent annähern werden. Damit lässt sich rechtfertigen, die Nettoankäufe von Bonds jetzt auslaufen zu lassen und mehr oder minder deutlich anzukündigen, dass die Zinsen nach dem kommenden Sommer steigen werden. Die EZB zieht die Zügel an, weil es konjunkturell gut läuft und sich die Inflation dahin bewegt, wo sie auf Dauer hingehört.

Ich bin mir da nicht so sicher. Noch ist der Krieg gegen die zu niedrige Inflation nicht gewonnen. Ich muss meine Meinung vom September 2017 angesichts der neuen Daten revidieren. Einige Argumente: Weiter„Neue Deflationsgefahren“

 

Globale Kapitalmärkte: Fast alles ist teuer

Seit März 2009, dem Tiefpunkt der vergangenen großen Rezession, befinden sich die Aktienmärkte der OECD-Länder im Aufwind. Die Performance-Indices sind deutlich rascher gestiegen als das nominale Bruttosozialprodukt des jeweiligen Landes, was ein Indiz dafür ist, dass Aktien überteuert sind und eine größere Korrektur sowohl nötig als auch wahrscheinlich ist. Vor allem in den USA, und dort besonders bei den Tech-Unternehmen haben die Kurse und Bewertungen astronomische Größenordnungen erreicht. Die Korrektur hat aber bisher vor allem auf den Märkten von Euroland und in China stattgefunden. Diese sind daher nicht mehr so überteuert wie noch vor kurzem. Weiter„Globale Kapitalmärkte: Fast alles ist teuer“

 

Nobelpreis für Wachstums-Ökonomen

Logo: Wirtschaftsdienst - Zeitschrift für WirtschaftspolitikExklusiv aus dem Wirtschaftsdienst: 2018 erhalten die US-Ökonomen William D. Nordhaus und Paul M. Romer den Nobelpreis für Wirtschaft (eigentlich Schwedischer Reichsbankpreis für Wirtschaftswissenschaften zu Ehren von Alfred Nobel). Gewürdigt wurde ihre Forschung zu nachhaltigem Wirtschaftswachstum im Zusammenhang mit Klimawandel und technischem Fortschritt. Karl Aiginger, bis 2016 Leiter des renommierten Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung, setzt sich in einem Beitrag im aktuellen Wirtschaftsdienst mit dem Werk Paul M. Romers auseinander. Weiter„Nobelpreis für Wachstums-Ökonomen“

 

Die nächste Rezession könnte vor der Tür stehen – viel zu früh für die EZB

Ich denke manchmal, dass die ständige Reduzierung der Wachstumsprognosen durch den Internationalen Währungsfonds, den Sachverständigenrat oder die OECD ein Frühindikator für die nächste Rezession sein könnte. Eine echte Rezession wird ja bekanntlich nur höchst selten, wenn überhaupt, von solchen Institutionen vorhergesagt. Die EU-Kommission erwartet für das reale BIP Eurolands Zuwachsraten von 1,9 Prozent im nächsten Jahr, und 1,7 Prozent im Jahr 2020. Das ist weniger als in den Vorjahren, sieht aber nicht nach einer Rezession aus. Das hat nicht viel zu bedeuten: Rezessionen werden immer erst im Nachhinein zugegeben.
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Der US-Dollar als Leitwährung – alternativlos?

Logo: Wirtschaftsdienst - Zeitschrift für WirtschaftspolitikExklusiv aus dem Wirtschaftsdienst: Die Bedeutung der USA für die Weltwirtschaft nimmt schon seit längerem ab; die Bedeutung Chinas nimmt dagegen weiter zu. Dennoch erfüllt der US-Dollar noch immer die Rolle der Weltleitwährung, auch wenn dies angesichts des amerikanischen Protektionismus zunehmend kritisch hinterfragt wird. Die Zentralbanken halten ihre Währungsreserven vor allem in US-Dollar und der internationale Zahlungsverkehr und globale Finanztransaktionen werden zu großen Teilen in US-Dollar vorgenommen. Für die USA gibt es große Anreize, die Stellung des Dollar als Leitwährung zu halten und sich die damit verbundenen Vorteile zu sichern. Nicht zuletzt erleichtert die Leitwährung den USA auch die Überwachung und Durchsetzung von Sanktionen. Können andere Währungen, wie der Euro oder Chinas Renminbi, dem Dollar die Leitwährungsfunktion streitig machen? Die sechs Autoren des Zeitgesprächs der Oktober-Ausgabe des Wirtschaftsdienst gehen dieser Frage nach.
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Euroland spart sich arm

Aus amerikanischer Sicht sind die Bürger der Währungsunion ziemlich arm. Zum jetzigen Euro-Wechselkurs von 1,14 Dollar dürfte das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf in diesem Jahr bei 34.000 Euro liegen, verglichen mit 55.000 Euro in den USA. Das sind nur 62 Prozent des US-Wertes. Außerdem wächst die amerikanische Wirtschaft neuerdings deutlich rascher, und die Arbeitslosenquote ist auf 3,7 Prozent gefallen, während es im Euroraum immer noch 8,1 Prozent sind. Daher kann die Fed weiter die Leitzinsen erhöhen und so die Geldpolitik normalisieren, während sich die EZB das angesichts einer Kerninflationsrate von nur 1,1 Prozent und des mickrigen Wirtschaftswachstums auf absehbare Zeit nicht leisten kann. Europa bewegt sich in Richtung wirtschaftlicher Irrelevanz, meinen vor allem angelsächsische Medien und Wirtschaftswissenschaftler. Die Geschicke der Weltwirtschaft werden von den USA und China bestimmt.
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