Was Armut und Terrorismus miteinander zu tun haben

In diesen Tagen des Schreckens wird häufig das Argument vorgebracht, der Terror sei die Reaktion auf die wirtschaftliche Ausbeutung des Nahen Ostens durch den Westen. Wer den Terror bekämpfen will, der muss demnach für eine gerechtere Verteilung des Wohlstands zwischen den Nationen sorgen. Doch so einleuchtend das klingt: Es stimmt nicht.
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Wie wissenschaftlich ist die Neoklassik?

Vor einigen Wochen haben Vertreter des Netzwerks Plurale Ökonomik im FAZIT, dem Wirtschaftsblog der FAZ, einen Beitrag über den nicht stattfindenden Dialog zwischen “Mainstream”-Wirtschaftswissenschaft und anderen ökomischen Denkschulen geschrieben. Den wiederum hat der Nachwuchsbeauftragte des Ökonomen-Verbands “Verein für Socialpolitik”, Rüdiger Bachmann, heftig kritisiert. Bachmann meint, den Pluralen gehe es eigentlich gar nicht um die Sache, sondern um Ideologie; vor allem würden sie gar nicht richtig verstehen, was die Neoklassik eigentlich sagt. Und überhaupt wundere es ihn, dass vor allem Vertreter anderer Disziplinen wie der Politikwissenschaft, der Wirtschaftsgeographie oder der Betriebswirtschaftslehre ständig an der Ökonomik mäkelten.

Man kann viel über den Beitrag der Pluralen und vielleicht noch mehr über Bachmanns Beitrag sagen, vor allem darüber, ob es im Streit zwischen Pluralen und “Mainstream” um Ideologie oder um Wissenschaft geht. Hier möchte ich aber versuchen, die Kritik an der Neoklassik – einem wichtigen Teil des “Mainstreams” – an der Frage aufzuziehen, wie wissenschaftlich die Neoklassik eigentlich ist. Denn der Kern der Kritik Bachmanns an anderen Disziplinen ist, dass die Neoklassik wissenschaftlich und nicht ideologisch sei. Weiter“Wie wissenschaftlich ist die Neoklassik?”

 

Flüchtlinge integrieren!

Logo: Wirtschaftsdienst - Zeitschrift für WirtschaftspolitikExklusiv aus dem Wirtschaftsdienst: In diesem Jahr kommt eine große Zahl von Flüchtlingen nach Europa und viele davon nach Deutschland. Im kommenden Jahr wird es voraussichtlich nicht anderes sein und eine gemeinsame europäische Lösung zeichnet sich bislang nicht ab. Die Debatte, welche Optionen Deutschland vor diesem Hintergrund hat, ist im vollen Gange. In der November-Ausgabe des Wirtschaftsdienst analysieren Holger Hinte, Ulf Rinne und Klaus Zimmermann vom Forschungsinstitut zur Zukunft der Arbeit (IZA) die Effekte und Möglichkeiten, die sich aus der Zuwanderung der Flüchtlinge für den Arbeitsmarkt ergeben. Eine Chance für Deutschland sehen sie dann, wenn die Integration von Flüchtlingen intensiviert und in ein umfassenderes Konzept für Migration eingebettet wird. Die damit verbundenen Herausforderungen gelte es anzunehmen, zumal die Bevölkerung bereit ist, Unterstützung zu leisten, und auch die Unternehmen angesichts der komfortablen wirtschaftlichen Situation hierzulande ihren Beitrag leisten können. Weiter“Flüchtlinge integrieren!”

 

Die Null steht (vorerst)

Wer auf den großen Paukenschlag gesetzt hatte, der wurde enttäuscht. Eine Kehrtwende in der deutschen Haushaltspolitik findet nicht statt.

Mithilfe des Überschusses aus diesem Jahr können wir nach heutigem Stand auch 2016 ohne neue Schulden auskommen.

So sagte es Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble heute bei der Vorstellung der Steuerschätzung. Das klingt angesichts ständig steigender Flüchtlingszahlen und der damit verbundenen Mehrausgaben erst einmal sehr knausrig – doch die Sache ist komplizierter. Das wiederum liegt daran, dass der deutsche Staat im Geld geradezu schwimmt. Weiter“Die Null steht (vorerst)”

 

Wer macht in der Flüchtlingskrise den Draghi?

Vor etwas mehr als drei Jahren leitete Mario Draghi mit wenigen Sätzen die Wende in der Euro-Krise ein. Es ist lohnend, sich diese Sätze noch einmal zu vergegenwärtigen.

But there is another message I want to tell you. Within our mandate, the ECB is ready to do whatever it takes to preserve the euro. And believe me, it will be enough.

Warum waren diese Sätze so wirkungsmächtig? Weil Finanzkrisen ein Massenphänomen sind. Massenphänomene zeichnen sich dadurch aus, dass irgendwann die Logik der Masse handlungsleitend wird: Investoren stoßen italienische Staatsanleihen ab, nicht weil sie nicht mehr an Italien glauben, sondern weil alle italienische Staatsanleihen abstoßen. Dadurch wiederum ergibt sich eine neue Realität, denn wenn Italien keine Staatsanleihen mehr verkaufen kann, ist das Land pleite.

Warum schreibe ich das? Weil auch die Flucht ein Massenphänomen ist. Weiter“Wer macht in der Flüchtlingskrise den Draghi?”

 

EZB – mit noch mehr Geld gegen die Deflation

Seit drei Jahren verfehlt die EZB ihr Inflationsziel von knapp unter zwei Prozent. Zuletzt waren die Verbraucherpreise um 0,1 Prozent niedriger als vor einem Jahr. Angesichts des erneut fallenden Ölpreises, des schwächeren Wachstums in China, der anhaltenden Bilanzbereinigungsprozesse in mehreren europäischen Ländern, der hohen Arbeitslosigkeit und der großen Outputlücke sieht es nicht danach aus, dass sich die Inflation nachhaltig oder auf eine gefährliche Weise beschleunigen könnte. Auf den Stufen, die dem privaten Verbrauch vorgelagert sind, also bei den Einfuhren, im Großhandel und in der Industrie, herrscht Deflation, sodass es von den Kosten her kaum Druck gibt, die Konsumentenpreise zu erhöhen. Deflation ist das Risiko, nicht Inflation. Am vergangenen Donnerstag hat Mario Draghi daher angekündigt, die Geldpolitik weiter zu lockern. Weiter“EZB – mit noch mehr Geld gegen die Deflation”

 

Flüchtlinge nutzen mehr, als sie kosten

Ökonomisch war selten etwas so sinnvoll wie Angela Merkels “Wir schaffen das” von Anfang September, während ihr peinlicher Bittgang zum türkischen Autokraten aus ökonomischer Sicht unnötig und sogar kontraproduktiv war. Unser alterndes Land braucht auf Jahrzehnte hinaus Zuwanderer, wenn es seinen Lebensstandard halten will, wenn nicht immer weniger Erwerbstätige eine immer größere Zahl von Alten versorgen sollen.

Ich halte die Flüchtlinge für ein unerwartetes und höchst willkommenes Geschenk. Ein paar arme Länder treten einen Teil ihres “Humankapitals” an eines der reichsten Länder ab, ohne etwas für die “Investitionskosten” zu verlangen, also die Kosten für die Erziehung und Ausbildung der meist jungen Menschen, die zu uns kommen. Wir sollten uns für dieses Geschenk erkenntlich zeigen, auch finanziell, wenn es die Umstände eines Tages zulassen. Weiter“Flüchtlinge nutzen mehr, als sie kosten”

 

Zinsen werden lange niedrig bleiben – Schuldenüberhang verhindert Anstieg der Inflation

Immer mehr sieht es danach aus, als ob die europäischen Zinsen für viele Jahre auf ihrem jetzigen niedrigen Niveau bleiben oder sogar noch weiter fallen werden. Der wichtigste Grund: Der Schuldenüberhang, der im Verlauf der Finanzkrise entstanden ist, konnte bisher kaum abgebaut werden, sodass die Nachfrage nach Krediten nicht in die Gänge kommt – für Haushalte, Unternehmen und den Staat hat die Sanierung der Bilanzen Vorrang. Billiges Geld wird angeboten wie sauer Bier, aber niemand will es. Und es sieht nicht danach aus, dass sich daran demnächst etwas ändern wird. In einem solchen Umfeld ist nur schwer vorstellbar, dass die Zinsen wieder steigen werden. Weiter“Zinsen werden lange niedrig bleiben – Schuldenüberhang verhindert Anstieg der Inflation”

 

Aktien sind ziemlich teuer

Gerade hat der Internationale Währungsfonds (IWF) seine Herbstprognosen veröffentlicht: Die Weltwirtschaft schleppt sich dahin und will einfach nicht in Fahrt kommen. Gemessen in sogenannten Kaufkraftparitäten expandiert sie mit einer Rate von rund 3,1 Prozent, das ist etwa ein Prozentpunkt langsamer als im Jahrzehnt vor der großen Rezession. Von Engpässen in der Produktion kann angesichts der schwachen Nachfrage weder global noch in einzelnen Ländern die Rede sein, im Gegenteil. Es ist für Unternehmen praktisch nicht möglich, die Preise zu erhöhen. Für Aktien ist das Umfeld von daher ungünstig. Dass sie dennoch im Allgemeinen hoch bewertet sind, hat vor allem damit zu tun, dass Bonds, die wichtigste Anlagealternative, infolge der äußerst lockeren Geldpolitik ebenfalls sehr teuer sind. Von den Gewinnaussichten her ist das gegenwärtige Kursniveau von DAX, S&P 500, Nikkei oder Shanghai Composite jedenfalls nicht zu rechtfertigen. Weiter“Aktien sind ziemlich teuer”