Herdentrieb

So funktioniert Kapitalismus. Ein Blog

Der Ölpreis wird fallen

Von 11. Juli 2014 um 17:39 Uhr

Wie mir immer wieder unter die Nase gerieben wird, habe ich keine Ahnung vom Ölgeschäft. Ständig sage ich voraus, dass der Ölpreis sinken wird, aber wo ist er? Immer noch über 100 Dollar, und das schon seit Anfang 2011 (Brent). Langsam könnte es mir peinlich sein – wenn ich nicht wüsste, dass ich am Ende Recht behalten werde.

Grafik: Tägl. Rohölpreis (Brent) seit 1990

Warum halte ich Erdöl für überteuert? Weiter…

Wie sich Hans-Werner Sinn bei der Bankenunion verrennt

Von um 00:31 Uhr

Wie vielleicht bekannt ist, schätze ich Hans-Werner Sinn, auch wenn ich mit ihm häufig nicht einer Meinung bin. Er ist einer der wenigen deutschen Ökonomen mit internationalem standing, er hat sein Institut nach vorne gebracht und ist soweit ich es beurteilen kann ein angenehmer Mensch.

Nur wenn es um den Euro geht, gehen ihm regelmäßig die Pferde durch. Wie gestern in der FAZ, Weiter…

Kategorien: Der aktuelle Rand

Finanzanlagen in Zeiten niedriger Kapazitätsauslastung

Von 8. Juli 2014 um 19:40 Uhr

Der Weltwirtschaft fehlt es nicht an Ressourcen und freien Kapazitäten. Sie könnte daher viel rascher expandieren als zurzeit. Vor allem die reichen Länder tun sich aber schwer mit einer Rückkehr zu früheren Wachstumsraten. In den Jahren vor der Finanzkrise war es zu Schuldenexzessen und einer massiven Fehlallokation von Kapital und Arbeit gekommen und damit zu Strukturen, die jetzt bereinigt werden müssen.

Da der Abbau von Schulden bei vielen Haushalten oberste Priorität hat, greifen die herkömmlichen geldpolitischen Instrumente nicht so recht – wie können die Verbraucher dazu überredet werden, neue Schulden zu machen oder ihre Sparquote zu verringern und mehr Geld auszugeben und so die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, wenn es für sie vor allem darum geht, von ihrem Schuldenberg herunterzukommen? Weiter…

Schulden lassen sich mit Schulden bekämpfen

Von 6. Juli 2014 um 23:51 Uhr

In Brüssel wird in diesen Tagen darüber verhandelt, wie der Stabilitätspakt in der derzeitigen Situation interpretiert werden soll. Es gibt zwei Schulen: Eine plädiert für eine möglichst strenge Lesart und erhofft sich dadurch Fortschritte beim Schuldenabbau. Die zweite setzt sich dafür ein, die Flexibilität auszunutzen, die der Pakt hergibt.

Die zweite Schule wird sich wohl durchsetzen – heißt das also, dass der Schuldenberg immer größer wird? Nicht unbedingt, wie die Deutsche Bank in einer sehr aufschlussreichen Studie (leider kein Link) gezeigt hat. Das Team um Gilles Moec spricht von einem New Fiscal Realism 3 also einer weiteren Abkehr von der Sparorthodoxie zu Beginn der Krise.
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Kategorien: Der aktuelle Rand

Der Mythos von der Enteignung der Sparer

Von 3. Juli 2014 um 22:30 Uhr

Es gibt kaum ein wirtschaftspolitisches Thema, dass die mediale Debatte so prägt wie die angebliche Enteignung der Sparer. Das Argument: Die EZB flutet die Märkte mit Geld und die Deutschen sind wieder einmal die Dummen, weil sie sich mit mickrigen Zinsen zufrieden geben müssen.

Die Bundesbank hat nun diese hervorragende Grafik online gestellt, nachdem die SZ am Montag ebenfalls über den Sacherhalt berichtet hatte. Wir sehen: Es ist überhaupt nicht ungewöhnlich, dass das Geld von der Bank von der Inflation aufgezehrt wird. Es ist sogar der Normalfall. Weiter…

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BIZ empfiehlt Normalisierung der Geldpolitik

Von 30. Juni 2014 um 19:45 Uhr

Mark Schieritz hat seinem Kommentar zum Jahresbericht der Bank für internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) die Überschrift “Der Fatalismus der BIZ” gegeben. Recht hat er. Die BIZ und ihr prominenter Vordenker Claudio Borio nehmen offenbar hin, dass sich die Finanzkrise noch Jahre hinziehen wird und sich daran von Seiten der Politik auch nicht viel ändern ließe. Die BIZ plädiert für Strukturreformen, also Maßnahmen auf der Angebotsseite, die den Wettbewerb intensivieren und eine neue massive Fehlallokation von Ressourcen vermeiden helfen, außerdem für eine nachhaltige Stabilisierung des Finanzsektors, wie sie unter dem Stichwort “Basel III” zur Zeit im Gange ist. Kurzfristig sei nichts zu machen, so die Botschaft. Das Wort “Fatalismus” trifft daher den Nagel auf den Kopf.
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Der Fatalismus der BIZ

Von um 01:05 Uhr

Wenig Überraschendes von der BIZ. Der Jahresbericht liest sich streckenweise so, als sei er von der Bundesbank geschrieben. Die BIZ scheint sich also politisch klar gegen die Linie des IWF zu positionieren.
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Rendite der Zehnjährigen nähert sich der Nullmarke

Von 26. Juni 2014 um 16:10 Uhr

Im Augenblick können Anleger mit zehnjährigen Bundesanleihen eine Rendite von 1,26 Prozent erzielen, bei Pfandbriefen bekommen sie 1,45 Prozent. Beides unterscheidet sich nicht mehr nennenswert von Null. Es kann aber noch weiter nach unten gehen: Japan und die Schweiz machen es uns vor, dort liegen die Renditen zehnjähriger Staatsanleihen aktuell bei 0,56 und 0,63 Prozent.
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Globalisierung braucht soziale Absicherung

Von 23. Juni 2014 um 23:54 Uhr

Für die meisten Volkswirte ist Freihandel etwas, was die Amerikaner als motherhood and apple pie bezeichnen würden – er ist einfach immer eine gute Sache und jenseits aller Kritik und Miesmacherei. Wie die Wahlen zum europäischen Parlament gezeigt haben, betrachtet aber inzwischen ein großer Teil der Menschen den scharfen Wettbewerb, mit dem Freihandel einhergeht, sehr skeptisch. Viele würden gern die Grenzen dicht machen und ausländische Produkte und Arbeiter soweit es geht draußen halten. Sie können sich nicht anpassen, verlieren ihre Jobs oder müssen mit ansehen, wie ihre Reallöhne sinken. Da ihnen die Institutionen der Europäischen Union bisher weder helfen können noch wollen, sehen sie ihr Heil in einer Renationalisierung der Wirtschaftspolitik. Wenn ich mir die Anzahl der Euro-Skeptiker im neuen Parlament und die niedrige Wahlbeteiligung ansehe, ist das europäische Friedens- und Wohlstandsprojekt nicht mehr ganz so populär wie einst. Für die Existenzabsicherung der Menschen spielt die EU kaum eine Rolle.
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Bundesbank und EZB überschätzen Inflation

Von 14. Juni 2014 um 14:55 Uhr

Die Bundesbank hat ihre halbjährliche Prognose vorgelegt. Danach wird sich der Anstieg der Verbraucherpreise, “gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) von 1,1% in diesem Jahr auf 1,5% im kommenden Jahr und dann weiter auf 1,9% im Jahr 2016 verstärken”, ohne die Preise für Energie bis 2016 sogar auf mehr als 2 Prozent. Warum steigt die Inflationsrate aus Sicht der Bundesbank? Es wird nur ein einziger Kostenfaktor genannt: höhere Lohnsteigerungen wegen Verknappungen am Arbeitsmarkt. Der feste Euro, die Deflationstendenzen in den peripheren Ländern des Euroraums oder unterausgelastete Kapazitäten werden nicht für erwähnenswert gehalten. Das hätte vermutlich nicht ins Bild steigender Inflationsraten gepasst.
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